17.02.2016

Monolithisches Ferienhaus in Leichtbeton

Wohnen am Wochenende

In diesem Wochenendhaus aus Leichtbeton möchte man nicht nur Samstag und Sonntag bleiben. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Sehr leichte, wärmedämmende Leichtbetone eignen sich auch für den Wohnungsbau. In Bammental haben Architekt und Bauherr gemeinsam ein monolithisches Ferienhaus mit Leichtbeton von HeidelbergCement realisiert. Die beispielhafte Bauweise ist alles andere als temporär.

Eine Holzterrasse lagert sich an eine der Traufseiten des Hauses an, sie rahmt den Pool und bietet Platz für die Lounge-Ecke. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Ist dieser wie ein Monolith wirkende Bau eine moderne Kulturscheune oder ein reizvoller Ort zur Entspannung? Tatsächlich nutzten Bauherr Thomas Schweigert und Architekt Thomas Fabrinsky aus Karlsruhe bei diesem Haus die Möglichkeit, ihre besondere Vorliebe für den Werkstoff Beton in einer ganz aus Beton gegossenen Kubatur zu verwirklichen. Die Größenvorgaben des Bebauungsplans mit ihren Vorstellungen und Wünschen in Einklang zu bringen, war für sie eine besondere Herausforderung. Ziel war es, das neu gebaute Volumen der Landschaft unterzuordnen, es klein und leise wirken zu lassen. Bei der geringen Baudichte mit einer Grundflächenzahl von 0,15 und Grundstücksgrößen um 1.400 Quadratmeter fügt sich nun das Haus mit seiner geringen Maximalfläche diskret in die Umgebung ein. Für eine ausgewogene Gesamtproportion fehlte dem Satteldachhaus jedoch zunächst die stimmige Länge. Da auf dem Grundstück eine Garage zusätzlich zum 65-Quadratmeter-Wochenendhaus geplant werden durfte, wurde diese als Hausverlängerung geplant. Mit seinen präzisen Öffnungen ist der dunkle Bau kein Fremdkörper in der Landschaft. Auch durch seine anthrazitfarbene Erscheinung nimmt sich das entstandene Langhaus bewusst zurück.

Moderne Architektur in Leichtbeton

„Trauf- und Firsthöhen waren vorgeschrieben“, erläutert Bauherr Schweigert, der mit seiner bauwerk bauunternehmung GmbH für Konzeption und Bauausführung verantwortlich zeichnet. „Wie ein dunkler Fels ragt der Sichtbetonbau mit seiner authentischen, nahezu archaisch wirkenden Materialität aus der Natur“, interpretiert Schweigert. Einschalig betoniert und in einem Guss gefertigt, sind die Wände und das Dach aus Leichtbeton, der aufgrund seiner Zusammensetzung eine bemerkenswerte Rohdichte aufweist und bei einer Wanddicke von 30 Zentimetern auch ohne zusätzliche Dämmung ein ausreichendes Wärmedämmvermögen für die Anforderungen des Ferienhauses bietet. Als Bauherr hat sich Schweigert hier für seine Familie eine bis ins Detail durchdachte Oase geschaffen. Sechs bis sieben Wohnhäuser baut der Unternehmer schlüsselfertig im Jahr, die meisten der Bauten werden von Heidelberger Beton GmbH & Co. KG, Kurpfalz beliefert.

Der Gebäudeentwurf war durch die Größenvorgaben des Bebauungsplans geprägt. Foto: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs

Leichtbeton für den Wohnbau

In puncto ökologischem Bauen hat Leichtbeton,– wenn es um Dauerhaftigkeit und Wärmeschutz geht – ein Riesenpotenzial. „… was die Kombination aus Dauerhaftigkeit, Festigkeit und wärmedämmenden Eigenschaften angeht, ist Leichtbeton unschlagbar“, meint auch Prof. Dr. Karl-Christian Thienel, Leiter des Instituts für Werkstoffe des Bauwesens der Universität der Bundeswehr München. Was der Leichtbetonexperte empfiehlt, wurde von der bauwerk bauunternehmung GmbH in Bammental erstmals umgesetzt. „Wir realisieren fast immer Bauten mit Bauteilen in Sichtbeton, auf den Leichtbeton haben uns Vorbilder aus der Schweiz gebracht“, so Schweigert. „Unser Wochenendhaus ist nun der erste Bau, den wir komplett in Leichtbeton ausgeführt haben, der Beton wurde von der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG geliefert und von uns mit dem Kran eingebaut“. Unterstützt wurde er durch die Betotech Eppelheim. Betontechnologe Manfred Baumgärtner hat verschiedene Materialproben gemacht. Es gelang, die Rohdichte bis auf 1,1 Tonnen pro Kubikmeter zu senken, ohne die Verarbeitbarkeit zu beeinträchtigen. Mit einem Blähtonzuschlag ist der Beton sehr leicht und hat einen verbesserten U-Wert. Allerdings ließ er sich nicht homogen in dunklem Farbton durchfärben, so dass die Fassaden einen Anstrich aus mineralischer Farbe erhalten haben. Durch eine abschließende Hydrophobierung ist der Beton auch auf den schrägen Dachflächen wasserundurchlässig.

Besondere Details

Keine horizontale Fuge, kein Traufblech, keine Absätze, keine von außen sichtbaren Fensterlaibungen stören das klare Bild. Dabei stellten die Art der Schalung, das Schalbild und die Festlegung der Arbeitsfugen hohe planerische und bauliche Anforderungen dar. In die Traufe legten die Rohbauer einen Verpress-Schlauch ein, so dass die Fuge zwischen Betondach und Betonwand umlaufend verpresst und dicht ausgeführt werden konnte.
Präzise sind Türen und Fensteröffnungen in den Baukörper geschnitten. Die Führung der großflächigen, variabel verschiebbaren Glastüren ist in den Boden und die umrandende Betonkonstruktion eingelassen. So öffnet sich das moderne Haus vom Wohnraum mit Ess- und Kochbereich aus fast vollständig zum Garten und Pool hin. Der offene Kamin sorgt am Abend für behagliche Stimmung. Über zwei Stahltreppen gelangt die Familie ins Obergeschoss mit dem großen Oberlicht, das in das Betondach eingelassen ist. Jeweils zu den Seiten hin, sind oben die Schlafräume und das Bad angelegt. Unter einer der Treppen sind die Küchengeräte eingebaut. Davor steht ein moderner Küchenblock. Wer hier kocht, überblickt im Nu, ob es im Garten schon frische Kräuter gibt.

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland

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