15.09.2015

Transportbeton-Tage in Frankfurt

Verband meldet Produktionszuwachs in 2014, verhaltene Prognose 2015

Erkrath, September 2015. „In Bewegung.“ lautete das Motto der Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB). Rund 150 Fach- und Führungskräfte der Branche trafen sich am 10. September 2015 in Frankfurt/Main, um die wirtschaftliche Situation der Branche zu diskutieren und sich über derzeit laufende Aktivitäten des Verbandes zu informieren. Bereits am Tag zuvor war Dr. Erwin Kern durch den Vorstand des BTB als dessen Präsident wiedergewählt worden. Auch seine Stellvertreter Pius Geiger, Michael Gieding und Michael Weber wurden in ihren Ämtern als Vizepräsidenten bestätigt. In seiner Eröffnungsrede nahm Dr. Kern Bezug auf das Motto der Veranstaltung. In der Transportbetonindustrie sei vieles „in Bewegung“ – „durch große Umstrukturierungen und Fusionen auf Seiten der Unternehmen, genauso wie innerhalb der Verbandslandschaft“. Aber „In Bewegung“ sei für den Verband vor allem deshalb ein treffendes Leitthema, weil „wir selbstbewusst behaupten, für unsere Mitglieder in Bewegung zu sein und in der Bündelung ihrer Interessen auch tatsächlich etwas für sie zu bewegen.“

Transportbeton im Dialog

Auf dem Tagungsprogramm standen die Themen Marketing, Ausbildung sowie Beton- und Bautechnik. Ulrich Nolting, Geschäftsführer des neu formierten InformationsZentrums Beton (IZB) stellte den Anwesenden die neue Struktur und das neue Erscheinungsbild der mit dem Marketing für den Baustoff Beton beauftragten Organisation vor. Anschließend diskutierten er und IZB-Mitgeschäftsführer Prof. Dr. Matthias Middel das neu aufgestellte Marketing mit Dr. Erwin Kern und Martin Möllmann, der als Marketing-Leiter der Dyckerhoff GmbH in den Gremien des InformationsZentrums Beton mitwirkt.

„In Bewegung“ ist die Transportbetonindustrie auch in ihren Aktivitäten zur Gewinnung von Auszubildenden für die Branche. BTB-Hauptgeschäftsführer Dr. Olaf Aßbrock blickte auf die Maßnahmen des letzten Jahres zurück und gab einen Ausblick darauf, was der BTB in den kommenden Monaten unternehmen wird. Der Verband hat u. a. eine neue Broschüre zum Ausbildungsberuf „Verfahrensmechaniker/-in Transportbeton“ in hoher Auflage herausgegeben sowie einen berufskundlichen Film und die Internetseite www.verfahrensmechaniker.de erstellt. In Vorbereitung ist ein Leitfaden für die Mitglieder des Verbandes, der Hinweise gibt, wie man Ausbildungsbetrieb wird und Auszubildende für das eigene Unternehmen gewinnt.

Zweiter Anlauf für die Norm

Im „Technik-Block“ der Veranstaltung erläuterte Prof. Rolf Breitenbücher (Ruhr-Universität Bochum) als Leiter des Ausschusses „Betontechnik“ im Normenausschuss Bauwesen NABau das Konzept „BetonBauQualität BBQ“, das derzeit für den zweiten Entwurf der neuen DIN 1045-2 erarbeitet wird. Es beruht auf einer bauteilspezifischen Klassenbildung und umfasst Planung, Baustoffe und Bauausführung. Die Basis für dieses Konzept ist in den europäischen Normen EN 1990 „Grundlagen Tragwerksplanung“, EN 1992 „Bemessung Betontragwerke“, EN 206 „Beton“ und EN 13670 „Bauausführung“ bereits angelegt.

Wissenstransfer im Bauwesen

Seit Anfang des Jahres 2015 betreut die Forschungsgemeinschaft Transportbeton e. V. (FTB) innerhalb eines Konsortiums das neue Forschungsprojekt „WiTraBau – Wissenstransfer im Bauwesen“. FTB-Referent Andreas Tuan Phan stellte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt vor. Koordiniert vom Deutschen Ausschuss für Stahlbeton e.V. (DAfStb) werden bis Ende 2018 mit weiteren Verbundpartnern Baustoffinnovationen transdisziplinär bewertet und durch Publikationen und Veranstaltungen in die Öffentlichkeit getragen. Dabei steht der oft schwierige Transfer von der Wissenschaft in die Baupraxis im Vordergrund. Das Projekt ist Bestandteil des Materialforschungsprogramms des BMBF und somit ein Baustein der neuen „Hightech-Strategie“ der Bundesregierung.
Mit dem Motto der Veranstaltung „In Bewegung.“ beschäftigt sich in seiner Forschung auch Prof. Wolfgang Kaschuba vom Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin. Seine Arbeit widmet sich dem Alltag der Menschen und geht dem Paradoxon der „Rasende Zeiten und ruhenden Räume nach. Gegenläufige Entwicklungen sind zu beobachten. Vieles wird in unglaublicher Weise schneller und hektischer, auf der anderen Seite regen sich vielfältige Formen des Widerstandes dagegen.

Erfreuliche Umsatzentwicklung

Anlässlich der Transportbeton-Tage veröffentlichte der BTB aktuelle Wirtschaftsdaten der Branche. Mit einer Produktion von rund 46,8 Mio. m³ blicken die 540 deutschen Transportbetonunternehmen und ihre 1.890 stationären und mobilen Transportbetonanlagen auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Bundesweit betrug der Zuwachs bei der Transportbetonproduktion rund 2,6 %. Positiv sieht der Verband auch die Entwicklung des Umsatzes der Unternehmen, der im vergangenen Jahr bei rund 3,2 Mrd. Euro (+ 5,5 %) lag. In den neuen Bundesländern betrug das Umsatzwachstum 4,4 %, in den alten Bundesländern 5,7 %. Im laufenden Jahr leidet die Branche allerdings unter der schwachen Nachfrage im nichtöffentlichen Hochbau sowie im Tiefbau. Insgesamt erwartet der BTB für 2015 einen leichten Rückgang der Transportbetonproduktion von ca. zwei Prozent. Dr. Erwin Kern: „Die von der Bundesregierung angekündigten Infrastrukturprogramme werden insbesondere im Straßen- und Brückenbau zu zusätzlichen Investitionen führen, deren tatsächlicher Einfluss auf die Baustoffnachfrage aber frühestens für 2016 erwartet wird. Entsprechend ergeben sich für das laufende Jahr allenfalls geringe Potenziale aus diesem Bereich für die deutsche Transportbetonindustrie.“

Ausblick: 50 Jahre BTB

Im September des kommenden Jahres wird der Bundesverband Transportbeton seine Jahrestagung mit der neunten Auflage seines Fachkongresses „Praxis Transportbeton“ abhalten. Der Kongress findet jeweils im Wechsel mit den Transportbeton-Tagen statt. Eingeladen sind dann auch Kunden und Partner der Transportbetonindustrie. 2016 ist ein besonderes Jahr für die Branche, da der Bundesverband sein 50-jähriges Bestehen feiert. Die Tagung in Berlin wird dies in einem Festakt würdigen.

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