Beistelltisch aus individuell färbbarem Beton

Manchmal ist es wirklich einfach!
Damit ist keineswegs die komplexe Formgebung oder das angenehm verstörende Moment des „The Bolognese“ des Wiener Industriedesigners Tino Valentinitsch gemeint; vielmehr ist es die Evolution der Materialität des Entwurfs.

Abb.1: „Bolognese Brut“ (links) und „Bolognese Pop“ (rechts) aus ultraleichtem Beton

Entstanden ist „The Bolognese“ aus dem Grundgedanken, die flächige „Escher-esque“ und irritierend dreidimensionale Anmutung in eine wirkliche Dreidimensionalität zu überführen und somit räumlich erfahrbar zu machen. Es ist sozusagen das tatsächlich in die Welt kommen einer perspektivischen Unmöglichkeit. Zuerst entstand eine auf 15 Exemplare limitierten Edition aus Eichen-, Ahorn- und Mahagoniholz; hergestellt aus über 150 Jahre altem Parkett aus einer klassischen Villa in Bologna – daher stammt auch der Name „The Bolognese“ – und damit aus einem endlichen Material gefertigt.

Abb. 2: „The Bolognese“, gefertigt aus antikem Parkett.

Nicht nur das Material, das schon zwei Jahrhundertwenden erlebt hat, sondern auch der rein manuelle Fertigungsprozess und die Limitierung der Auflage entsprechen eher dem reinen Kunstbegriff, als dem eines Gebrauchsobjekt, was sich natürlich auch im Stückpreis widerspiegelt.

Da das selbstironische und intelligente Design jedoch weit häufiger nachgefragt wurde, als es die Quadratmeter der Bologneser Villa hergaben, kam ganz automatisch die Frage nach einer Materialalternative auf. Wie sollte man die Idee neu und um eine skalierbare Ebene erweitern? Dass dies nicht mit einem neuen Holz oder gar mit einem Furnier zu einer Kopie des Originals wurde, sondern stattdessen Valentinitschs erste Arbeit mit Beton, erklärt der Designer selbst so: „Häufig ist man als Industriedesigner an die Funktion des Produkts bzw. an die Herstellungsprozesse des Auftraggebers gebunden. Beim „Bolognese“ ergab sich ein anderer logischer Zirkel: Vom Ursprungsmaterial – dem Parkettboden, in dem schon sehr viel des späteren Objekts angelegt war, - ausgehend, konnte ich in absoluter Freiheit über die Materialität der offenen Edition entscheiden: unser Beton ist zum einen extrem variabel und liefert zudem – neben den statischen Eigenschaften – eine faszinierende Oberflächenstruktur, die einen Kontrapunkt und gleichzeitig eine Evolution der Maserung des Holzes bildet. Auch das sehr geringe Gewicht ist eine sehr angenehme Irritation und führt das Konzept des „Bolognese“ in einer zusätzlichen Dimension weiter. Nicht zudem gefällt mir der Gedanke, mit dem Beton die Trennung zwischen Innen- und Außenraum zu überwinden.“

So entstanden der „Bolognese Brut“ in monochromer – das „Brut“ steht für Brutalismus – Ausführung und der „Bolognese Pop“, bei welchem einem ultraleichten Beton die farbgebenden Oxidpigmente zugemischt werden. Bei der Herstellung werden die „Kuben“ – richtiger wäre es, die Grundelemente als gestutzte Tetraeder zu bezeichnen – aus einzelnen Platten gefertigt und zur weiteren Gewichtsreduktion auf eine Polystyrolkern verklebt. Jeder „Bolognese“ besteht aus vier Dreiecken und vier Sechsecken, es reichen also zwei Gussformen aus, um die Elemente für das Objekt herzustellen, zum Einbringen der verschiedenen Farben sind die Gussformen mit Stegen (Erhebung: 3 mm) versehen, die die Schattenfuge erzeugen und die Illusion hervorrufen, das Objekt sei aus mannigfaltigen Einzelelementen hergestellt, die jedoch aus jedem Betrachtungswinkel unterschiedliche Form zu haben scheinen.

Es entsteht ein Multiple, das als Statement im Interieur-Design, als Beistelltisch oder – wegen seiner hohen Belastbarkeit – auch als Hocker eingesetzt werden kann.  Gerade in Kombination entwickeln die verschiedenen Ausführungen des „Brut“ und des „Pop“ eine ganz besondere Spannung und potenzieren den trompe l’oeil Effekt.

Abb. 3 und 4.: Als Hocker oder Beistelltisch sind der „Bolognese Pop“ und der „Bolognese Brut“ ein Statement in Wohnung

Valentinitsch erreicht mit dem Einsatz des Materials Beton als Substitut für antikes Holz einen vollständig neuen Entwurf; die leicht changierenden Flächen des Betons entwickeln eine Digitalisierung eine viel weniger eindeutige Räumlichkeit und die nahezu weiche Textur des Betons bettet das Objekt in jedes Interieur ein. Mit einem Gewicht von gerade mal 15,5 kg ist der „Bolognese“ sehr leicht im Handling und macht Umgestaltungen ohne Widerstand mit. Auch im Außenbereich sind „Brut“ und „Pop“ einsetzbar; möglich machen dies das Material Beton sowie eine zusätzliche Silikonierung der „Würfel“.

Und: durch die nahezu unbegrenzte Möglichkeit der Farbgebung der einzelnen Platten eignet sich der „Bolognese“ zudem als architektonisches Statement im Rahmen der Gestaltung der Corporate Identity.
Die Marke Spolia – die den „Bolognese“ als limitierte und bereits nahezu ausverkaufte Edition aus Holz sowie den „Bolognese Brut“ und den „Bolognese Pop“ als offene Edition auflegt – wurde aus der Idee heraus geboren, antike und hochwertige Baustoffe durch zeitgenössisches Design einer neuen Bestimmung zuzuführen, ganz im Sinne des Begriffs der Spolien (latein. spolium: „Beute, Raub, dem Feind Abgenommenes“), also von Bauteilen und anderen Überresten von Reliefs, Skulpturen, Säulen- oder Kapitellen, die aus Bauten älterer Kulturen stammen und in neuen Bauwerken wiederverwendet wurden. Mit der Entscheidung, dieses Prinzip für die Auflage des „Bolognese pop“ aufzuweichen, ist auch ein Kompliment an den Werkstoff Beton verbunden.

Abb. 5: Gerade Kombinationen des „Bolognese Pop“ und des „Bolognese Brut“ erzeugen eine ganz besondere Spannung und potenzieren den trompe l’oeil Effekt.

Voraussichtlich werden der „Bolognese Brut“ und der „Bolognese Pop“ im Januar 2018 auf der M&O Paris und im April 2018 beim Furoi Salone in Mailand zu sehen sein. Wer nicht solange warten möchte, sollte bestellen:  Bezogen werden kann der „Bolognese Pop“ über die Website www.spolia.at/  bzw. per E-Mail an contact@spolia.at zum Preis von ca. EUR 900 (zzgl. USt. und Versand), die Lieferzeiten liegen bei ca. 4-6 Wochen. Individualisierungen der Farben können nach Rücksprache umgesetzt werden, hierbei ist mit leicht längeren Lieferzeiten und Kosten zu rechnen.

Alle Fotos: © Spolia 2017

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