Kantig robust in Ortbeton

Sportkomplex Sam Joubij in Nizza

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HallenbauOrtbeton

Architekt

CAB Architectes, Paris/Nizza (Jean-Patrice Calori, Bita Azimi, Marc Botineau; Projektmanager: Giancarlo Ranalli und Marine Cangione)

Bauherr

Stadt Nizza

Projektbeteiligte

Batiserf, Fontaine (Tragwerksplanung); Louis Choulet, Clermont-Ferrand (Haustechnik); B Michel Forgue, Paris (Kostenüberwachung); Leon Grosse,Aix-les-Bains (Bauunternehmen)

Jahr

2016

Ort

Nizza, Frankreich, 184 Boulevard de L'Ariane

Beschreibung

Der Ortsteil L'Ariane liegt am östlichen Ende des Straßenbahnnetzes von Nizza und gilt als Problemviertel. Seit mehr als zehn Jahren versucht die Stadtverwaltung die Situation in diesem Quartier durch verschiedene Umbauprojekte zu verbessern. Eine neue Sporthalle bildet nun ein sichtbares Zeichen für den erstrebten Wandel. Mit ihrem Complexe sportif Sam Joubij wollen CAB Architectes einen Bezug zum Fluss Paillon herstellen, der in regenarmen Zeiten als schmaler Rinnsaal durch ein Kiesbett mäandert.  Den Erfolg in dem für die Sportstätte ausgelobten Wettbewerb verdanken sie aber auch ihrer Idee, auf dem Dach der vorrangig für Hallenfußball gedachten Turnhalle eine zusätzliche, multifunktionale Sportfläche zu errichten.

Der Bau ist so nahe wie möglich an den Fluss herangerückt und sitzt rechtwinklig zu ihm. Der Hallenbereich hat großzügige Öffnungen an den Schmalseiten. Den Fenstern vorgelagerte Streckmetallelemente schützen die Verglasungen und erlauben dennoch Durchblicke und natürliche Belüftung. Passanten können so im Vorbeigehen einen Blick auf das Geschehen im Inneren erhaschen. Das Dach, mit dem offenen Spielfeld darüber, kragt – etwas schmaler als die Halle – im Osten und Westen aus. An den Längsseiten ist der Bau geschlossen; Oberlichter lassen jedoch auf der nördlichen Zuschauergalerie sanftes Streiflicht auf den Beton fallen. Die bespielbare Dachterrasse rahmen umlaufend Betonstelen in gleichem Abstand, zwischen denen Stahlseilnetze gespannt sind. Den Sportlern bieten sich auf drei Seiten abwechslungsreiche Blicke über den Ostteil der Stadt und die hügelige Landschaft.

Der Zugang zum Gebäude erfolgt vom Boulevard de L'Ariane über das Mezzaningeschoss, das die Zuschauerränge und Büros beherbergt. Zu den Umkleiden und zum Spielfeld gelangt man über zwei einläufige Treppen. Diese befinden sich auf der Südseite in einem raffinierten Treppenhaus, das sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt. Auch das multifunktionale Spielfeld auf dem Dach lässt sich über diese Treppenanlage erreichen. Trotz ihrer formalen Strenge und der Reduktion auf wenige Materialien wirkt die Sporthalle in L'Ariane nicht abweisend oder trist, sondern vielmehr sorgfältig geplant und offen für verschiedene Nutzungen.

Beton

Außen wie innen ist Beton das prägende Material des Freizeitzentrums. Hauptelemente der Konstruktion sind die vorgefertigten, 25 m langen Dachträger mit Vorspannung. Aufgrund ihrer Länge mussten sie mit einem Schwertransport angeliefert werden. Die Träger haben einen Querschnitt von 125 x 40 cm und sind in Abständen von 180 cm angeordnet. Auf diesem Raster baut die gesamte Struktur des Rohbaus auf. Der daraus entstehende, dichte Rhythmus lässt, trotz des einheitlichen Materials, keine Monotonie aufkommen. Die Formate der hochkant angeordneten Schaltafeln unterstützen diese Gliederung zusätzlich.

Bis auf die großen Unterzüge der Decke sind alle Teile des Tragwerks aus Ortbeton. Die Wände sind zweischalig aufgebaut: Die tragende Innenschale misst 30 cm, die Fassade ist 24 cm dick, dazwischen sitzt eine Kerndämmung. Die Kombination verschieden hoher Schaltafelelemente wirkt durchdacht und harmonisch. Dort, wo sich die Halle zu den Zuschauerrängen hin öffnet, wird die Wand zu Stützen aufgelöst. Diese setzen sich – dank entsprechender Schaltechnik – in den Wandbereichen als Pilaster fort, sodass die dazwischenliegenden Wandbereiche wie Ausfachungen wirken.

Das Spielfeld auf dem Dach sitzt auf einer Stahlbetondecke, einem Halbfertigteil mit Aufbeton und einer Neigung von 1,5 Prozent. Umgeben ist es von sechs Meter hohen Stelen aus Architekturbeton mit einem quadratischen Querschnitt von 24 Zentimetern. Der Beton für die Sporthalle stammt zum großen Teil aus einem nahe gelegenen Transportbetonwerk – für die Architekten schafft die robuste Hülle des Gebäudes dadurch einen Bezug zur Paillon mit ihrem breiten Kiesbett, die sozusagen das Rohmaterial des Bauwerks liefert. -chi

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Aldo Amoretti; CAB Architectes, Paris

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