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MAGAZIN / REPORTAGEN

UNTERwegs - Die große Kellertour 2015

Um eine neue Welt zu betreten, reicht es manchmal schon, eine Treppe hinabzusteigen.

Ich öffne die Tür und bin wieder 8 Jahre alt; es riecht nach frischer Wäsche, Heu und Tannennadeln. Die Regale erzählen hunderte Geschichten, man muss nur hinsehen und sich erinnern. Die Rollschuhe, eine Sammlung Matchbox-Autos und Indianerfiguren, Straßenkreide. Und ein altes Bild, das früher im Schlafzimmer hing. Der Keller im Haus meiner Eltern bot nicht nur im Sommer einen Schutz vor der Hitze, er war zeitweise auch der Wohnort unserer Kaninchen und einiger Kuchen, die abkühlen mussten. Das machte es umso verlockender, von Zeit zu Zeit hinabzuschleichen und die fehlenden Stücke später auf Kobolde zu schieben. Oder auf die Kaninchen. Keller bieten eine Zuflucht im Alltag, schnell erreichbar und immer verfügbar. Keller sind individuell gestaltbare Rückzugsräume – und bisweilen sogar eine Reise in die Vergangenheit. Früher wurden sie in erster Linie als Vorratslager genutzt, später verschoben sich die Gründe für ihre Popularität in den Freizeitbereich:

Man denke nur an die Ära der Partykeller in den 80ern oder an die Welle der Modelleisenbahn-Enthusiasten, die das Potential unserer Untergeschosse erkannten und weiter ausschöpften.

 

Modelleisenbahnlandschaft im Keller


Keller sind so einzigartig wie ihre Besitzer. Sie bieten wertvolle Wohn- und Lebensräume, beispielsweise als Hobbykeller oder Werkstatt.

Keller aus Beton eignen sich dank ihrer schalldämmenden Wirkung außerdem hervorragend dazu, ein privates Büro dort einzurichten oder einen Übungsraum für die Band der Kinder – je nachdem, wovor Sie Ihre Ruhe haben möchten. Meine Eltern waren vermutlich ganz froh darüber, dass unser Keller statt einem Übungsraum die Kaninchen beherbergte, Sätze wie „Aber du bist doch so unmusikalisch, Franziska“ nähren diesen Verdacht jedenfalls. Obwohl zwischen dem Vorratsregal, dem Wein und den Winterreifen sicher noch Platz gewesen wäre.

 

 

Weil uns vom Cascade-Magazin die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten neugierig macht, begeben wir uns auf die Reise durch die Keller im deutschsprachigen Raum. Begleiten Sie uns bei

 

UNTERwegs – Der großen Kellertour 2015,

 

bei der ich jede Woche quer durch Deutschland reise, um außergewöhnliche Keller und deren Besitzer zu besuchen und zu erfahren, wie sie ihre Tiefgeschosse nutzen. Wir freuen uns auf anregende Gespräche und beeindruckende Keller, die zeigen, wie vielfältig Lebensräume gestaltet werden können. Und Zeit für Kuchen ist sicher auch.

 

 

 

Inzwischen nutzen meine Eltern ihren Keller vor allem als Zweitbibliothek und als Bastelkeller, wenn ich nicht mit meinen Kaninchen zu Besuch bin. Adventskränze und andere Kreationen halten sich dort nämlich sehr gut, solange sie von neugierigen Langohren verschont werden. Mittlerweile backe ich öfter Kuchen, als heimlich welchen zu naschen, aber wenn er erst einmal zum Abkühlen nach unten gebracht wurde, verschwinden dennoch wie von Zauberhand immer wieder Stücke. Manches ändert sich nie. Ich bin sehr gespannt darauf, was mich bei der Kellertour erwartet – und neugierig auf das Leben der Menschen, die ich besuche. Schließlich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit, einen Blick hinter fremde Wände zu werfen.

 

Ein Keller ist nicht nur eine gute Basis für ein Haus, sondern auch für einen abwechslungsreichen Alltag.

 

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