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MAGAZIN / REPORTAGEN

Liebe auf den ersten Guss: Erste Berührungen

 

Der zweite Teil der Reportage. An der Technischen Universität Braunschweig treffen in diesem Sommersemester ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander. Die Gründes dafür sind eine Lehrveranstaltung des Institutes für Tragwerksentwurf und des Institutes für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz - sowie Alexa Lixfeld. Das bedeutet, Architekten, Bauingenieure und eine Designerin werden in den nächsten Frühlings- und Sommermonaten zusammen mit den Studenten eine Menge Zeit verbringen. Cascademagazin.de begleitet das Projekt und berichtet über alle aktuellen Entwicklungen. Also besuchen Sie regelmäßig unsere Webseite oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed. Lesen Sie hier den ersten Teil.

 

DIE WÜNSCHE DER STUDENTEN

Beton hat Janek M. zum ersten Mal beim Seminar berührt. Der 23-jährige Architekturstudent ist zusammen mit drei weiteren Mitstudenten in einer Gruppe und möchte ein "Meisterwerk" schaffen. Wie genau es aussehen wird, das weiß er jedoch nicht. Aber die Sterne für seine Beziehung zum Baustoff stehen gut: Sein prägnantestes Erlebnis war der kürzlich vollzogene erste Guss. Es wirkt wie der Anfang einer "harmonischen Beziehung ohne Steine im Weg". Genau das wünscht er sich nämlich.

Marlena W. ist Studentin aus Hamburg und ist auf der "Suche nach der Beton-Experience". Ihre einzige Verbindung zum Baustoff stellt allerdings "schwarze Kleidung und große schwarze Brillen" dar. Man merkt: Beton wird immer mehr als Design-Produkt gesehen. Beton ist Lifestyle und so auch sein Image.

 

 

Ungefähr so lässt  sich auch der Gesamteindruck der knapp 30 Studenten zusammenfassen. Bei vielen herrschten zunächst Berührungsängste, manche brauchen ein wenig Zeit, um mit dem Beton richtig in Kontakt zu treten. Während die einen die ersten Eigenschaften kennenlernen durfen ("Wenn man weiß, dass der Beton kontrolliert werden muss, kann man alles mit ihm machen."), sind andere noch in der Phase der Vorstellung ("Ich hoffe, ich werde mich nach einiger Zeit immer noch gut mit ihm verstehen).

 

ZIEL: SCHÖNES DESIGN AUS BETON

 

Das Ziel ist, ein schönes Möbelstück zu entwickeln und somit eine feste Bindung mit dem Beton einzugehen. Man kann das Erstellen eines Designstücks aus Beton durchaus mit zwischenmenschlichen Beziehungen vergleichen: Man muss sich richtig kennenlernen, um eine feste Bindung zu bekommen. Die Kontrolle über den Baustoff zu behalten, scheint nicht leicht: Die einen haben den Baustoff unterschätzt, die anderen mussten Teile ihrer Pläne verwerfen. Dennoch gibt es jetzt schon Entwürfe zu sehen, die durchaus Lust auf mehr machen.

 

 

Besonders interessant ist das Vorhaben einer Gruppe: Ein leicht wirkender Schaukelstuhl mit ausklappbaren Elementen aus Beton (siehe Bild unten), der unweigerlich an den Egg Chair des legendären Designers Arne Jacobsen erinnert. Zunächst wirkt dieses Vorhaben gewagt, könnte aber durch geschickte Lösungen überzeugen. Wir bleiben dran.

 

 

Ein weiterer Entwurf der Studenten ist ein trapezförmiges Objekt, das vielseitig als Stuhl, Tisch oder Bank nutzbar sein könnte. Dank des Gewichts des Betons, scheint das ein realistischer und zugleich äußerst stylischer Designansatz sein.

 

 

 

 

Es handelt sich um Modellbilder der vorläufigen Abgabe. Man sieht sehr deutlich, dass der studentische Mainstream sich stark in Richtung "sitzen" bewegt. Zudem ist die Vielfalt des Modellbaus ersichtlich. Selbstgebaute Holz und Styrodur Schalungen über CNC-gefräste Schalungen,  bis hin zum Gipsplot. Dies alles sind Techniken mit der sich der Architekturstudent von heute tagtäglich auseinander setzt. Bei solchen verschiedenen Modellbau-Methoden ist natürlich klar, dass sich Optik und Haptik stark unterscheiden.

 

 

TIPPS VON PROFIS

 

Bevor die Vorschläge jedoch in Taten umgewandelt werden können, müssen sich die Studenten Tipps und Ratschläge der Profis geben lassen. Denn jeder Entwurf muss sich der entscheidende Frage stellen: Ist das Design wirklich umsetzbar? Auch gilt es die richtige Mischung des Betons zu finden, schließlich muss sich das Material perfekt fügen und an den richtigen Stellen stabil sein. Unsere Redaktion ist unheimlich gespannt auf die Objekte. Schon einmal im Voraus: Wir würden alle Designs kaufen.

 

 

Vor dem Start der realen Umsetzung kann man jetzt schon kleine Testmodelle anschauen (siehe unser Vorschaubild). Wenn sich das Miniaturmodell nämlich nicht bewährt, wird die finale Version wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Um so wichtiger ist es, dass erst einmal Erfahrung gesammelt wird, schließlich spart man sich so Material und Zeit.

 

 

Wie werden also die Gruppen alles in die Tat umsetzen können? Finden wir am Ende sogar den nächsten Designklassiker? Und letztendlich die schwierigste aller Entscheidungen: Wer von der Gruppe bekommt das gute Stück am Ende? Wir bleiben dran!