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MAGAZIN / INTERVIEWS

13 Fragen an Rick Kavanian

Rick Kavanian ist deutscher Schauspieler, Komiker und Synchronsprecher. Wir haben Fragen zu allen drei Bereichen gestellt, mit ihm über seine aktuelle Tour und über die Faszination Wohnen und Wohnträume geplaudert. 13 Fragen insgesamt.


1. Seit "Der Schuh des Manitu" und der "Bullyparade" kennen viele Deutsche nicht nur Rick Kavanian, sondern auch Dimitri Stoupakis. Aktuell sind Sie mit ihrem Bühnenprogramm 'Ipanema' unterwegs, in dem sich auch der sympathische Grieche Dimitri wieder zu Wort meldet - diesmal zum Thema Schuldenkrise seines Heimatlandes. Was glauben Sie, warum die Figur beim Publikum so beliebt ist?

Weil er immer fröhlich ist, sich nie runter kriegen lässt und selbst aus der schwierigsten Situation Hoffnung schöpfen kann – persönlich bewundere ich ihn darum.


2. Beziehen sich Ihr erstes Programm ‚Kosmopilot‘, mit dem sie bis 2009 auf der Bühne zu sehen waren, und ‚Ipanema‘ inhaltlich aufeinander?

Inhaltlich weniger aber mit Kosmopilot habe ich für mich eine Vortragsform auf der Bühne gefunden, die ich bei Ipanema fortführe. Nach wie vor gibt es keine Requisiten und Masken – ich versuche lediglich über mein Spiel die Illusion zu schaffen, dass da ein Dutzend Menschen auf der Bühne sind und sich dabei ständig ins Wort fallen. Wobei: die drei aus der WG bei Kosmopilot Rick, Dimi & Giagl sind auch diesmal die Hauptfiguren. Nur diesmal sind sie eben auf dem Weg nach Ipanema, zur Hochzeit von Dimitris Mama.


3. Wir haben spontan an den bekannten Stadtteil und Strand in Rio de Janeiro gedacht. Wie kam es zur Namensgebung?
Zufall – ich bin eines Morgens durch meine CDs und habe bei einer Frank Sinatra CD ein Foto eines alten Showplakats aus dem legendären Sands in Las Vegas entdeckt. Auf dem sah man Sinatra zusammen mit dem Copacabana Girls. Und über Copacabana bin ich auf Ipanema gekommen. Interessant dabei: Ipanema heißt in der Sprache der Ureinwohner Brasiliens aufgewühltes Wasser und das wiederum passt gut zu meinem Programm.


4. Dass Sie das Publikum mit aufwendigen Bühnenoutfits, Schminke und Maske begeistern, kann man ja eher nicht behaupten – es ist Ihre Stimme. Sind sie bei Dialogen schon mal durcheinander gekommen? Wenn nein, sind Sie ein Sprachgenie? Wenn ja, wie haben Sie die Situation gerettet?
Ich komme bei jedem Auftritt mindestens einmal bis mindestens mehrmals durcheinander. Manchmal merken es meine Gäste, manchmal nicht. Manchmal gibt es dadurch einen extra Lacher, manchmal einen peinlichen Moment – beides ist klasse. Die Situation rettet meistens der Grieche Dimitri – seine Art Danke zu sagen für all die Milliarden...


5. Bleiben wir nochmal beim Thema Stimme: Sie sind gefragter Synchronsprecher für Animationsfilme. Was sind dabei die größten Herausforderungen? Wie haben Sie sich z.B. auf den kleinen Fiat Luigi in Cars und Cars 2 vorbereitet, der ja einen starken italienischen Akzent spricht und bekennender Ferrari-Liebhaber ist?
Meine Hauptaufgabe bei CARS 2 bestand darin so nah wie möglich an die Original Luigi Stimme heranzukommen. Im Original wird Luigi von Tony Shalhoub gesprochen, Monk persönlich sozusagen. Das heißt ich durfte mir Mister Shalhoub so lange anhören, bis  wir eine quasi deutsche Entsprechung fanden – sowas liebe ich.


6. Wir haben gelesen, dass Sie einige Semester Politikwissenschaft, Nordamerikanische Kulturgeschichte und Psychologie studiert haben. Wie kam es zum "Richtungswechsel" hin zur Schauspielerei?

Nach 9 Semestern Politik, ein Semester länger als eine Legislaturperiode, überzeugte mich Bully Herbig, dass Comedy der deutlich bodenständigere Beruf für mich sei – seit nunmehr 42 Semestern behält er recht.


7. Nach München und Augsburg haben Sie schließlich in New York am 'Lee Strasberg Theatre Institute' studiert. Wie war das Leben in New York zu Ihrer Studentenzeit? Eine Stadt, in der Sie sich vorstellen könnten wieder zu wohnen und sogar alt zu werden?
Es war eine fantastische Zeit. New York ist für mich eine ewig währende Quelle der Inspiration. In New York alt zu werden kann ich mir wirklich gut vorstellen - Voraussetzung der Fahrstuhl, Rollator und Geldbeutel werden von Sonnenenergie angetrieben.

8. Haben Sie einen Wohntraum, den Sie möglicherweise schon verwirklicht haben oder noch verwirklichen wollen?
Nein, wobei mich der Blick aufs Wasser beruhigt aber auch der Blick auf die Berge ist sehr versöhnlich.


9. Antoine de Saint-Exupéry hat mal gesagt: "Du kannst nicht ein Haus lieben, das ohne Gesicht ist und in dem deine Schritte keinen Sinn haben." Ist das so, was glauben Sie?
Sind sie sicher, dass das nicht Nikolas Sarkozy war, der sich wiedermal darüber aufgeregt hat, dass Carla Bruni barfuß über den Perser im Elysse Palast gelaufen ist?


10. Glauben Sie, dass ein Haus/eine Wohnung teilweise die Persönlichkeit seines Bewohners widerspiegeln kann? Wenn ja, warum? wenn nein, warum nicht?

Ich habe schon sehr bescheidene Räumlichkeiten erlebt mit gigantischen Persönlichkeiten aber leider öfters gigantische Räumlichkeiten, die ihrem vermeintlichen Anspruch um Lichtjahre hinterher hinken.


11. Sie haben einen armenisch-rumänischen Background. Welches Land hat in Hinblick auf das beste Essensgericht die Nase vorn, Deutschland oder Rumänien?
Ich kann die Gerichte nicht haargenau voneinander unterscheiden. Aber mir reicht Blätterteig, Knoblauch, Fleisch, Bohnen, Kartoffeln, Salz, Honig, Nüsse, Spieße, Rauch – gerne getrennt voneinander muss aber nicht sein.

12. Wir sind bekennende Betonliebhaber und als "Magazin der erfreulichen Dinge" berichten wir immer wieder über ungewöhnliche Objekte aus Beton, die zeigen, dass dieser Baustoff Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen setzt - von Architektur und Design über Betonschmuck bis hin zum USB-Stick aus Beton. Wenn Sie etwas aus dem Baustoff Beton gestalten sollten, was wäre das?
Ein Rommespiel aus Betonkarten – für unterwegs...

13. Die Rolling Stones-/Beatles-Frage zum Abschluss: AC/DC oder Kiss?
Kiss – ich finde Gene Simmons sehr unterhaltsam - vor allem als Familienvater.

 


Weitere Infos und Tickets für Ipanema gibt es auf rick-kavanian.de und Facebook!


Foto: Gerald von Foris