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MAGAZIN / INTERVIEWS

13 Fragen an Charlotte Engelhardt

Charlotte Engelhardt ist 1979 in Oslo, Norwegen geboren. Mit Ihren Sendungen „Avenzio – Schöner leben und „Do it yourself S.O.S“ hat sie sich nicht nur mit Wohnen und Gestalten, sondern auch mit gesundem Leben im Allgemeinen beschäftigt. Sie ist bereits 25 mal umgezogen, bezeichnet sich selbst als "Herzens Normade" und plaudert für uns ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Sie hat uns 13 Fragen beantwortet und irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass in einigen Antworten ein Funken Ironie steckt.


1. In der Sendung „Do it yourself S.O.S“ haben Sie sich vielseitig mit Einrichtungs- und Umgestaltungsmöglichkeiten beschäftigt. Bei „Avenzio- Schöner leben!“ ging es vor allem auch um gute Ernährung, Mode und Wohlfühlen im Allgemeinen. Wie wichtig ist schönes Wohnen um sich rund um gut zu fühlen?
Schönes Wohnen ist das A und O! Wer wohnt schon gerne im Rattenloch? Außer die Ratten natürlich... Die Frage ist vielmehr wie definiert man schön. Welcher Stil passt zu einem, was kann man sich finanziell erlauben und wie kann man in einer Wohngemeinschaft die passenden Kompromisse treffen. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass man auch die kleinste Wohnung gemütlich und kuschelig, bis edel und stilvoll einrichten kann. Und das mit ganz simplen Tricks.

2. Sind Einrichten und Dekorieren für Sie Selbstverwirklichung?
Definitiv!! An der Einrichtung kann man schon viel ablesen. Dabei ist das Wohnzimmer meist das Zimmer, welches zeigt und verrät wie sich der Mensch gerne präsentiert und die Küche oder das Schlafzimmer eher, welche Charakterzüge er sonst noch im Verborgenen unter der Nussschale mit sich trägt. Bei mir dominiert der Stil "Shabby Chick" : zum Beispiel ist mein Wohnzimmer bunt, laut, viele Kerzen, Kissen, Blumen und gemütliche und vor allem verschiedene Sitzgelegenheiten (meist vom Sperrmüll oder Trödelmärkten) und eine große Tafel (selbst gebaut mit Nähmaschinen-Füßen und von der Baustelle Tritt-Bretter) und mein Schlafzimmer hingegen ist ganz in weiß mit Bordüren, weiße bestickte Kissen, sanfte Farben und ein großes weißes Bett... also eher ruhiger und romantisch.

3. Wenn wir schon beim Thema Dekoration und Stil sind: Wie wichtig ist Mode für Sie? Wie würden Sie ihren eigenen Stil beschreiben?

Seit einigen Jahren habe ich für mich den Hippie/Bohemia Style entdeckt... Das heißt im Sommer bodenlange Kleider oder Röcke, bunte, große Muster, viel auffälligen Schmuck etc... Eine Mode bei der Frau den Bauch bestimmt nicht einziehen muss ;)

4. 2007 sind Sie den Jakobsweg im Rahmen des ProSieben „Promipilgerns“ gepilgert! Welche Erfahrungen haben Sie mitgenommen, die Ihnen auch im Alltag hilfreich sind?
Schade, dass das Format nicht so gut gelaufen ist und teilweise so schlechte Kritik geerntet hat. Gelaufen sind ihn die wenigsten. Denke andernfalls wären die Reaktionen etwas anders gewesen. Der Jakobsweg war für mich ne unglaubliche Bereicherung!! Wir wurden - trotz Kameras - überall so herzlich empfangen und unterstützt und sind nirgends auf Krawall gestoßen, bis wir wieder zurück nach Deutschland kamen. Aber da ich auf dem Jakobsweg eine Menge Geduld, Ehrlichkeit und Ruhe getankt hatte, konnte ich die Situation gut meistern. Außerdem laufe ich viel mehr seit dem und ich weiß jetzt, dass ich durchschnittlich in der Stunde 6 Km laufe ;) nicht weltbewegend, aber manchmal nett zu wissen ;)

5. Wenn Sie nicht in Köln leben würden: Aufs Land ziehen, in eine andere deutsche Stadt oder vielleicht „Back to the Roots“ nach Norwegen?
Das fragen sie eine Herzens-Nomade, die 25 mal umgezogen ist?!? Ich hab 'ne zeitlang im Bergischen gelebt. Das war toll!! In einem kleinen Fachwerkhäuschen...da würde ich gerne wieder zurück ziehen... leider ist es wieder vermietet, aber ich halte meine Augen und Ohren offen. Nach Norwegen weiß ich nicht, denn es ist so toll dort im Urlaub zu sein... Und da meine Mama da wohnt, hab ich sowas wie ein zu Hause dort. Ich würde gerne nach Amerika ziehen. In den Süden...Nach Florida... Da zieht es mich schon seit Jahren hin. Einer meiner Lieblings Freundinnen hat den großen Schritt vor 5 Jahren gewagt und ist sehr glücklich!

6. Eigentumswohnung, Haus oder Baumhaus in Brasilien?
Wenn Hamburg in Köln liegen würde, dann ein Fachwerkhäuschen mit Reetdach!

7. Was ist Ihr liebstes Möbelstück?
Einen riesen Korbsessel, der an meinem Esstisch steht. Der ist über 30 Jahre alt und meine Mama hat mich darin gestillt... Die Gäste gucken zwar komisch, wenn ich die Geschichte beim Essen erzähle, aber ich find' sie schön ;)

8. Dem Internet konnten wir entnehmen, dass Sie sich gut im Kölner Nachtleben auskennen. Was macht für Sie eine gute Partylocation aus?
So, so.. konnten Sie das... ;) Die richtigen Freunde um mich! Die coolste Party kann noch so elend sein, wenn man mit den falschen Leuten unterwegs ist ... Und andersrum genau so! Und: kein Location Wechsel, das ist meist tödlich für den Abend bzw. die Nacht!

9. Stimmt es, dass Ihr Lebensmotto „Immer einmal mehr aufstehen, als hinfallen, dann schafft man alles“ lautet?
Völlig richtig! Das hat meine Mama immer zu mir gesagt. Als Kind begleiteten mich viele Veränderungen. Wir sind schon sehr früh von Oslo nach China gegangen, dort verbrachte ich 3 Jahre im Kindergarten... was nicht so einfach ist als - in den chinesischen Augen - dickes, weißes, blondes Kind. Gerade eingelebt ging's zurück nach Oslo, wo alle auf einmal mit Messer und Gabel aßen und Schnee lag ... Tja und manchmal war ich dann eben ein wenig traurig und dann hat meine Mama mir diesen Satz gesagt. Heute trage ich ihn als Tattoo im Nacken ... und meine Mama bereut, dass den Spruch jemals auch nur gedacht hat. Sie hasst Tattoos ;)

10. Hilft ein eigenes Lebensmotto dabei, seines eigenen Glückes Schmied zu werden?

Ja klar denke ich manchmal an den Satz und er hilft weiter zu machen, wenn alles etwas zu viel erscheint. Aber ich glaube, dass mein Glück darin besteht, dass ich wirklich meine Leidenschaft auslebe. Privat WIE beruflich. Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt und hab wirklich top Leute im Rücken (die Schmiede), die mir helfen und auch gerne mal wieder einen Weg vorschlagen, wenn ich mich kurz mal verlaufe.

11. Wie viel Zeit verbringen Sie durchschnittlich am Tag im Internet? Wie wichtig sind dabei Facebook und Twitter?
Schwierig zu sagen, da ich das Internet auch über mein Handy nutze. Da surft man schon mal die ein oder andere Wartepause, die es in meinem Job ja zugenüge gibt, für ein wenig surfen ... Ich bin ein riesen Facebook Fan und kann die Aufregung einfach nicht ganz verstehen. Auch wenn Leute zu mir sagen: "Gerade du musst echt aufpassen, Facebook macht dich gläsern!" Die sollen mich mal googeln! Da steht zum Teil ein Mist drin! Deshalb ist mir meine Facebook Fansite enorm wichtig. Da kann ich mit meinen Fans in Kontakt treten, kriege Feedback und Eindrücke wie sie über bestimmte Sachen denken und kann agieren. Die Site ist 100% Charlotte und das macht Spaß!
Privat nutzte ich Facebook um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Das erleichtert schon viel ...

12. Was fällt Ihnen spontan zu Beton ein?
BAUEN!!!! Ich liebe bauen und renovieren!!!

13. Abschließend die Frage aller Fragen: Rolling Stones oder Beatles?
Jay-z

Foto: Jens van Zoest