06.08.2018

Zementwerk-Modernisierung

Rohrdorf feiert Projektabschluss CEM2020

Nach insgesamt 12 Jahren feierte das Zementwerk Rohrdorf (Bayern) jetzt den Abschluss eines groß angelegten Modernisierungsprojektes. Zum Anlass nahm man die Fertigstellung des letzten Investitionsabschnittes, der rund zwei Jahre gedauert hatte. Das Unternehmen investierte insgesamt 150 Millionen Euro und sichert langfristig den Produktionsstandort in der Region. Herzstück der zuletzt absolvierten Maßnahmen ist eine gigantische Zementmühle, die neben der Produktivität auch die Energieeffizienz des Werkes nochmals weiter verbessert. Das Zementwerk im oberbayerischen Landkreis Rosenheim gehört zu den weltweit modernsten und umweltfreundlichsten Zementwerken. Durch den Einbau neuer Anlagen seit 2006 werden jährlich 260.000 Tonnen CO2 dauerhaft reduziert.

Das Rohrdorfer Zementwerk nach Abschluss der 12-jährigen Modernisierungsphase. Im Vordergrund die neue Packereihalle und die vier Silotürme der neuen Verladung. Bild: RFO, Günter Gareis
Die neue Zementmühle beeindruckt mit gigantischen Maßen – einem Mühlenrohr von 4,6 m Durchmesser und einer Länge von knapp über 14 m.
Vier Zementsilos mit einer Gesamtlagerkapazität von 24.000 t und je vier Verladespuren beschleunigen ab sofort die Zementverladung: Innerhalb von nur 12 Minuten können hier vier LKWs pro Silo gleichzeitig beladen werden.
Rund 3.000 Besucher flanierten am Tag der offenen Tür über das Werksgelände und ließen sich auf Rundgängen durch die Werksanlagen führen.

Zwei Jahre lang wurde in der letzten Phase mit großem Aufwand und ausgefeilter Logistik im Zementwerk Rohrdorf um- und ausgebaut, denn trotz Baumaßnahmen musste die Produktion störungsfrei weitergehen. Schwerpunkte der 40-Millionen-Investitionen waren der Neubau der Zementmühle, die Errichtung von vier 62 m hohen Zementsilos, eine neue Packereihalle, ein Verkehrskonzept innerhalb des Werkes sowie Schallschutzmaßnahmen zur Verringerung von Lärmemissionen.

Anstelle zweier kleiner bereits in die Jahre gekommener Anlagen wurde die neue Zementmühle mit einem Mühlenrohr von 4,6 m Durchmesser und einer Länge von knapp über 14 m errichtet. Die Mühle für besonders leistungsstarke Zemente benötigt keine Ölzusatzfeuerung mehr und spart damit 150.000 l (oder 1,5 Mio. kWh) fossile Brennstoffe pro Jahr ein. Die zweite Großbaustelle galt der Errichtung von vier Zementsilos, die mit einer Gesamtlagerkapazität von 24.000 t und je vier Verladespuren zur Beschleunigung der Zementverladung beitragen. In nur 12 Minuten können hier gleichzeitig bis zu 4 LKWs pro Silo beladen werden.

In Rohrdorf ist man mit Projekten großen Ausmaßes vertraut. Bereits seit 2006 liefen eine Reihe Großinvestitionen, die Mitarbeitern wie Zulieferern einiges abverlangten. Unter dem Projekttitel „CEM2020“ investierte die Rohrdorfer Gruppe in die Zukunft des Standortes, damit dieser wettbewerbsfähig wie auch umwelttechnisch auf dem höchsten Stand ist. Begonnen wurde 2006 mit einer Rohmühle mit Filteranlage. Mithilfe einer SCR-Entstickungsanlage werden seit 2011 in einem hochentwickelten Katalyseverfahren die Abgasbestandteile Stickoxid und Ammoniak zu unschädlichem Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Damit nahm das Unternehmen eine Vorreiterrolle in der Branche ein, denn noch nie wurde ein vergleichbares Verfahren bis dato weltweit in Betrieb genommen. Durch den Einbau (2011) eines modernen und energieeffizienten Pendelrostkühlers werden seither jährlich 10.000 Tonnen Steinkohle eingespart und damit 28.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr reduziert. Mit einem Abwärmekraftwerk, 2012 in Betrieb genommen, deckt das Unternehmen ein Drittel des Strombedarfes aus eigener Produktion und avancierte damit zu einem der umweltfreundlichsten und gleichzeitig energieeffizientesten Zementwerke der Welt.

Für Gesellschafter und Unternehmensführung des Zementwerkes in Rohrdorf hat der Umweltschutz höchste Priorität. So standen bei dem 12-jährigen Modernisierungsprojekt nicht nur wirtschaftliche und technische Ziele ganz oben auf der Agenda, sondern auch die schrittweise Reduzierung von Emissionen. Insgesamt wurde deshalb mit dem Bau neuer Anlagen der Output um jährlich 259.500 t CO2 reduziert, dies entspricht über einem Viertel der ursprünglichen Emissionen seit Beginn des Projektes in 2006. Durch die Verwendung alternativer Rohstoffe in der Produktion werden zudem 12.000 t weniger Rohgestein eingesetzt. „Wir sind damit,“ resümiert Mike Edelmann, Geschäftsführer der Rohrdorfer Gruppe, „was die Einsparung von Emissionen angeht, nach Abschluss von CEM2020 in der Champions League angekommen.“

Zum Unternehmen Südbayerisches Portland-Zementwerk Gebr. Wiesböck & Co. GmbH, so der offizielle Name der beinahe 90-jährigen Firma, gehören neben der Sparte Zement auch die Geschäftsbereiche Sand und Kies, Transportbeton, Fertigteile und Betonwaren, die mit 1.800 Mitarbeitern an 130 Standorten in Bayern, Österreich und Italien als Rohrdorfer Gruppe Baustoffe für die Regionen vor Ort produzieren.

Quelle: Rohrdorfer Gruppe
Fotos (wenn nicht anders vermerkt): Zementwerk Rohrdorf

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