04.02.2014

Vertikale Gärten aus "Biobeton"

 Zukunftsorientierte Fassadenbegrünung

Forscher an der Polytechnischen Universität Catalunya (UPC) in Barcelona verfeinern derzeit die Entwicklung eines biologischen Betons für den Bau von "lebenden" Fassaden mit Flechten, Moosen und anderen Mikroorganismen.

Vorteile begrünter Fassaden sind neben der optischen Aufwertung in vielerlei Hinsicht begründet und übernehmen unterschiedliche Funktionen wie die Verbesserung des CO2 -Gehaltes, Reduzierung von Staub und Lärm und Speicherung von Wärme oder Kälte zur Klimaregulierung von Gebäuden. Herkömmliche Pflanzvorrichtungen oder Rankgerüste machen die Systeme jedoch in der Pflege und Umsetzung oft teuer und aufwendig. Mit dem "grünen" Beton können die Organismen direkt auf der Betonoberfläche wachsen und Fassaden lebhaft und interessant machen.


Der neu entwickelte und bereits patentierte „Biobeton“ in Form eines mehrschichtigen Bauteils beschleunigt das natürliche Wachstum von pigmentierten Organismen und wertet das Erscheinungsbild einer Fassade in einem Zeitraum von höchstens einem Jahr deutlich auf. Die Innovation der vertikalen Multilayer besteht aus drei unterschiedlichen Betonschichten innerhalb eines Betonquerschnittes und bietet neben den umwelttechnischen Vorteilen auch eine dekorative Alternative, da die Fassaden von Gebäuden oder die Oberflächen von Konstruktionen mit verschiedenen Farben - und Schattierungen gestaltet werden können.

Bei der Herstellung haben sich die Forscher auf drei zementbasierte Schichten konzentriert, die unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Aufgaben erfüllen. Die erste Schicht besteht aus einem herkömmlichen, wasserundurchlässigen Beton. So wird verhindert, dass Wasser auf die Innenseite eines Gebäudes gelangen und somit Bauschäden hervorgerufen werden können. Die zweite Schicht ist der biologische Layer und beruht auf Magnesium Phosphatzement (MPC), der das Wachstum biologischer Organismen unterstützt. Zudem wird in dieser Zone Feuchtigkeit gespeichert.

Schließlich sorgt die äußere, dritte Schicht dafür, dass Wasser in den Beton eindringen kann, um die Organismen mit Wasser zu versorgen, aber gleichzeitig  wenig Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. Mit entsprechender rauer und offenporiger Oberflächenstruktur kann sich schließlich die Begrünung entsprechend entfalten und für die gewünschte Farbmalerei sorgen.

www.upc.edu

Bildnachweis: Bild 1 + 2: Rendering Escofet 1886 S.A.
Bild 3 (Mörtel mit Algen) und Bild 4: Sandra Manso/UPC, Barcelona

Text: Antje M. Abel

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