17.03.2021

Podium „Betonwerkstein“

Auf den BetonTagen 2021

Auch wenn es das erste digitale Podium „Betonwerkstein“ war - an der grundsätzlichen Ausrichtung der Ulmer Traditionsveranstaltung, wie stets durchgeführt von der Informationsgemeinschaft Betonwerkstein e.V. (Info-b), hatte sich nichts geändert. Einmal mehr galt es zu zeigen, welch innovatives Potential in Bezug auf Gestaltung und Funktion in dem Werkstoff steckt. Der Blick auf besonders spektakuläre Projekte geriet dabei zu einer kleinen, digitalen Reise durch die nationale und internationale Welt der Premium-Architektur mit Betonwerkstein.  

Sie zog sich wie ein roter Faden durch die diesjährigen Ulmer BetonTage: Die Forderung künftig anders und intelligenter, vor allem aber ressourceneffizienter und CO2-reduzierter zu bauen. Ein Aspekt, den auch Martin Möllmann, Vorstandsmitglied der Info-b, bei seiner Begrüßung der über 80 Zuschauer aufgriff, die sich dem digitalen Podium „Betonwerkstein“ zugeschaltet hatten. Für ihn war es die perfekte Überleitung zum Betonwerkstein, einem besonders leistungs- und zukunftsfähigen Werkstoff, der in seiner heutigen Form bereits viele der oben genannten Forderungen erfüllt.

Spannende Objekte aus Textilbeton und UHPC

Was genau damit gemeint ist, wurde bereits beim ersten der vorgestellten Projekte, dem Neubau der Raiffeisenbank Oberes Rheintal im schweizerischen Oberriet, deutlich. Für den Referenten, Ing. Markus Loaker von der im österreichischen Götzis angesiedelten CRE Panel GmbH, ist die hier realisierte netzartige, 340 m² große Fassade aus feinen, weißen Fertigteilen aus Hochleistungsbeton „ein Paradebeispiel für Qualitätsbetonfertigteile“. Für die filigran geformte Fassade wurden insgesamt 59 schalungsglatte Elemente gefertigt, wovon 47 gerade und 12 gerundet sind. Jedes der Elemente wiegt ca. 1.000 kg. Der bei der Produktion der Textilbeton-Fertigteile eingesetzte hochfeste Beton basiert auf dem Hochleistungsbindemittel Dyckerhoff Flowstone weiß. Mit dem Textilbeton bietet sich, so Markus Loaker, eine gegenüber herkömmlichen Bewehrungsstahl „leichtere und unkompliziertere Alternative, die uns neue Dimensionen bei der Herstellung von Betonfertigteilen ermöglicht. Lange Haltbarkeit, hohe Materialersparnis und reduzierte Kosten bei Transport und Logistik sind Argumente, die in Sachen Effizienz und Wirtschaftlichkeit klar für den Einsatz von Textilbeton sprechen“.

Dass neben dem Textilbeton auch Ultrahochfester Beton (UHPC) ein innovativer Fassadenbaustoff sein kann – dies zeigte PD Dr.-Ing. habil Bernhard Sagmeister von der durcrete GmbH aus Limburg, in seinem Beitrag zur der „UHPC-Fassade für das Manateq-Verwaltungsgebäude in Doha, der Hauptstadt Katars. Dieser extravagant gestaltete Neubau besteht aus vier Gebäuden, welche einen oasenartigen Innenhof umschließen. Besonders spektakulär präsentiert sich dabei die Fassade, bei der ornamental strukturierte Beschattungselemente das arabische Logo des Unternehmens Manateq wiederspiegeln. Vor allem aus Gründen der Langlebigkeit wurden diese nach dem Willen des Bauherrn mit Ultra-High-Performance-Concrete (UHPC) ausgeführt. Das Bindemittel hierfür bezog der lokale Hersteller DCS aus Deutschland in Form des Nanodur Compound der Dyckerhoff GmbH. Nach lediglich einem Besuch in Deutschland und einem Besuch des Betonspezialisten, der durcrete GmbH in Dohar, war DCS in der Lage, die selbstverdichtende Betonrezeptur zielsicher herzustellen und entwickelte diese selbst mit Druckfestigkeiten bis zu 180 MPa weiter.

Betonwerkstein für die neue Wasser-Erlebniswelt Rulantica

Von der arabischen Halbinsel zurück nach Europa führte Dipl.-Ing. Thomas Renner-Boh von der Europa-Park GmbH & Co Mack KG aus Rust. Bei seinem Vortag zur neuen Indoor-Wasserwelt Rulantica im Europa-Parkt Rust richtete er insbesondere den Blick auf die „Gestalteten Beckenoberflächen aus Betonwerkstein für die Wasser-Erlebniswelt“. Bei dem anspruchsvollen Großprojekt Rulantica entstanden - angelehnt an die nordische Sagenwelt - in einer 32.600 m² großen und 20  m hohen, muschelförmigen Halle 25 Wasserattraktionen für bis zu 3.500 Gäste gleichzeitig. Dabei galt es, sämtliche Beckenauskleidungen, Treppen in den Becken und Kanäle mit einer Wasserfläche von insgesamt 4.000 m² mit passenden Oberflächen zu gestalten. Dabei entschied man sich für natürlich geschliffene Kieselsteine, die in einer besonderen Technik mit einem dickflüssigen Zementgemisch auf Basis Dyckerhoff Weisszement verarbeitet wurden. Die von spezialisierten Betrieben vor Ort in Handarbeit hergestellten Flächen erinnern mit ihrer natürlichen Oberflächenstruktur an Flussbetten oder malerische Ozeane und fügen sich so perfekt in die Themenbereiche ein. Sie sind nicht nur kanten- und fugenlos, sondern auch besonders resistent, reinigungsfreundlich und rutschfest. Außerdem waren der Fantasie bei der Form- und Farbgebung keine Grenzen gesetzt.

Highlights mit Weißbeton

Dass Betonwerkstein nicht nur im Neubau, sondern auch in der Denkmalpflege eine wichtige Rolle spielen kann, zeigte Dipl.-Kffr. Katja Gärtner vom Dyckerhoff Produktmarketing am Beispiel der Wiedererrichtung des Bergfrieds der Löwenburg in Kassel. Ursprünglich aus Tuffstein gebaut, dämmerte die Burg lange als Dauer-Sanierungsfall vor sich hin. Erst die Idee, den Tuffstein aus Betonwerkstein nachzubilden, brachte den nötigen Anschub für den Wiederaufbau. Die Kasseler Löwenburg war allerdings nur ein Beispiel ihrer zahlreichen „Highlights mit Dyckerhoff Weiss“. Als weitere „Höhepunkte“ der Premiumarchitektur mit modernen Betonen waren hier das neue Produktionsgebäude des österreichischen Brillenherstellers Silhouette ebenso zu sehen, wie die Oscar Niemeyer Sphere in Leipzig, die U-Bahnhöfe in Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin oder das neue Zalando Hauptquartier in Berlin - um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Nicht zu vergessen die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart sowie die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel – beides herausragende Projekte mit Betonwerkstein, die in diesem Jahr in Ulm mit dem Architekturpreis Beton 2020 ausgezeichnet wurden.

Ein Blick auf die neue Betonwerksteinnorm

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Vortrag von Betonsteinmeister Jörg Bayer von der R. Bayer Betonsteinwerk GmbH aus Blaubeuren zur „neuen Betonwerksteinnorm DIN 18500 in der Entwurfsfassung“. Er zeigte unter anderem, warum die Überarbeitung notwendig war, welche Produkte nunmehr in der Norm neu geregelt sind - wie beispielsweise vor Ort hergestellte Betonelemente und Betonböden - und welche Anforderungen bezüglich der Eignung der verwendeten Materialen erfüllt sein müssen. Zusammenfassend stellte er fest, dass die neue Norm DIN 18500-1 „noch breiter und hochwertiger aufgestellt ist“ und künftig „einen innovativen, modernen und nachhaltigen Baustoff regelt“.

Quelle und Abbildungen: Info-b

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