06.11.2018

Neues Wiesbadener RheinMain CongressCenter

Zemente und Betone in verschiedensten Verarbeitungsformen

Das RheinMain CongressCenter liegt in bester Wiesbadener Innenstadtlage, nur wenige Schritte von der noblen Wilhelmstraße entfernt (Foto: Dyckerhoff / Christoph Mertens)

Die Architektur des Wiesbadener RheinMain CongressCenter (RMCC) ist beeindruckend, fast schon monumental. Das vom Frankfurter Architekturbüro Ferdinand Heide entworfene multifunktionale Veranstaltungszentrum fügt sich dennoch farblich wie auch körperlich absolut harmonisch in das Wiesbadener Stadtbild ein. Ein besonderer Stellenwert kommt in Heides Architektur dem Zusammenwirken verschiedener Materialien zu. So entfaltet die Fassade des RMCC ihre imposante Wirkung durch das Aufeinandertreffen von edlem Naturstein mit einer vorgelagerten Ebene aus modernen, auf Basis von Dyckerhoff WEISS hergestellten Sichtbeton-Stützen.

Auch die Pflasterstein- und die Beeteinfassungen wurden auf Basis von Dyckerhoff WEISS hergestellt. (Foto: Dyckerhoff / Christoph Mertens)
Highlight aus gestalterischer und betontechnologischer Sicht: Fein geschliffener TERRAPLAN Boden mit Spartenkanälen in Halle 2. (Foto: Dyckerhoff / Christoph Mertens)
Bodendetail – aus der Nähe wird der Zuschlag von Perlweiß mit Größtkorn 8 mm sichtbar. (Foto: Dyckerhoff / Christoph Mertens)

Der großzügige Platz vor dem Gebäudekomplex wurde mit Pflastersteinen und Sichtbetonelementen auf Basis von Dyckerhoff WEISS hell und harmonisch gestaltet. Im Innenbereich glänzen die beiden großen Veranstaltungsräume mit einem fein geschliffenen Belag aus Dyckerhoff TERRAPLAN – dieses Betonbodensystem wird ebenfalls auf Basis von Dyckerhoff Weisszement hergestellt. Nicht ganz so sichtbar, aber mengenmäßig umso bedeutsamer war die Lieferung von mehr als 23.000 m3 Dyckerhoff Transportbeton für den Rohbau. Der Grauzement für die Herstellung des Transportbetons kommt ebenso wie der Weisszement für die ästhetisch anspruchsvollen Bauteile aus dem nur wenige Kilometer vom RMCC entfernten Dyckerhoff Stammwerk Wiesbaden Amöneburg. 

Kolonnaden mit Dyckerhoff WEISS prägen Erscheinungsbild

Das imposante Erscheinungsbild des RMCC wird durch die Kolonnaden aus edlen Sichtbetonelementen geprägt. Die dahinter gelagerte Fassade besteht aus türkischem Muschelkalk (Travertin). Da sich dieses im Spektrum zwischen hellgrau, beige und rotbraun bewegt, wurde dem Sichtbeton ein braun-beigefarbener Flusskies als Gesteinskörnung beigemischt. Heide ließ sich bei der Gestaltung der Fassade unter anderem von den Repräsentationsbauten am nahe gelegenen Wiesbadener Kurhausplatz inspirieren. Rechts und links des Kurhauses stehen dort zwei langgezogenen klassizistischen Gebäude mit vorgelagerten weißen Säulen.

Hersteller der Fassadenelemente war das Werk Nordhausen der P.V.  Betonfertigteilwerke aus Hanau. Die Fassade besteht aus den im Grundtyp 11,60 m hohen und 45 cm breiten Stützen, aber auch aus Elementen für den Sockel und das Dach. Insgesamt wurden 374 Fertigteile produziert. Bei den großen Stützen beträgt das Verhältnis von Breite zur Länge 1 : 100, damit war das statische Maximum ausgereizt. Insgesamt stecken 605 m3 Weißbeton in den Fertigteilen, hergestellt mit 480 t Bindemitteln (davon mehr als 90% Dyckerhoff WEISS) und 1.250 t Gesteinskörnung. Um die statischen Erfordernisse zu erfüllen, war der Einbau von 52 t Betonstahl notwendig. Die Oberfläche der Sichtbetonstützen wurde mit Korund gestrahlt, sie harmoniert dadurch mit dem gestockten und gebürsteten Naturstein. Insgesamt umfasst die Oberfläche der Stützen 2.725 qm.

Nicht nur die Produktion, sondern auch Transport und Montage von Stützen dieser Höhe erforderte umfangreiche Planungen und Testläufe. Aufgrund sehr begrenzter Lagerfläche auf der Baustelle mussten die teilweise per Schwertransport beförderten Sichtbetonelemente „just in time“ auf der Baustelle ankommen. Insgesamt waren 86 Transporte vom Werk in Nordhausen nach Wiesbaden notwendig.  

Großzügige Gestaltung der Außenflächen

Der große freie Platz vor dem RMCC ist entscheidender Teil des architektonischen Gesamtkonzeptes, hier wurde ein Ort zum Verweilen geschaffen, der zudem die Wirkung des durch die Weite des Platzes von der Straße zurückgesetzten Gebäudes unterstreicht. Dementsprechend kommt der Bodengestaltung eine große Bedeutung zu. Die Firma Rinn Beton- und Naturstein aus Heuchelheim wurde Anfang 2016 mit der Entwicklung eines Bodenbelags beauftragt, der sich harmonisch an die bereits ausgewählten Fassadenelemente aus türkischem Travertin anpassen sollte. Der Naturstein mit den natürlichen Schwankungen in Struktur, Farbe und Oberfläche brachte das Rinn-Team auf die Idee, unterschiedliche Varianten für die Endbearbeitungen zu entwickeln. Außerdem schlug Rinn verschiedene Verlege-Arten vor. Basis für die Herstellung der Platten war Dyckerhoff WEISS. Insgesamt wurden  6.635 qm mit Platten im Format 50 x 30 x 12 cm und 2.375 m2 mit Platten im Format 50 x 30 x 8 cm belegt. Die beiden Formate wurden in jeweils sechs unterschiedlichen Farben und Oberflächen verarbeitet. Passend zu den Belägen lieferte Rinn auch 550 laufende Meter Winkelstufen. Zur Unterstützung der Fassadenwirkung legte man Wasserbassins an, in den sich die jeweiligen Fassaden spiegeln sollen.

Optisch gegliedert wird der Platz durch erhöht angelegte, mit hellen Sichtbetonelementen eingefasste Pflanzbeete. Die insgesamt 485 unterschiedlich großen Elemente wurden auf Basis von rund 110 t Dyckerhoff WEISS von der Firma Stangl aus Waldkraiburg hergestellt. Durch Beimischung der Gesteinskörnung Gelb Granit mit Größtkorn 8 mm fügt sich die fein gesäuerte Oberfläche auch farblich in das Gesamtbild des Platzes ein. Ein einzelnes Element wiegt bis zu 5 t, alle zusammen sind 442 t schwer.

Helle und dauerhafte Betonböden

Auch im Innenbereich des RheinMain CongressCenter sorgt Dyckerhoff WEISS für ein helles und harmonisches Erscheinungsbild: Die beiden 4.600 m2 und 3.000 m2 großen Veranstaltungsräume im Erdgeschoss glänzen mit einem fein geschliffenen Belag aus Dyckerhoff TERRAPLAN – eingebaut von der Firma R. Bayer Betonsteinwerk aus Blaubeuren. TERRAPLAN ist ein auf Basis von Dyckerhoff WEISS hergestelltes, elegant wirkendes und gleichzeitig dauerhaftes und pflegeleichtes Betonbodensystem, das im Fahrmischer auf die Baustelle transportiert und vor Ort geschliffen wird. Eine zentrale Rolle kommt bei solchen Böden der Gesteinskörnung zu, da die angeschliffenen Körner nach der finalen Oberflächenbearbeitung das Erscheinungsbild des Bodens prägen. Um die durch die Verwendung von Dyckerhoff WEISS ohnehin helle Oberfläche noch strahlender erscheinen zu lassen, fiel die Entscheidung für Perlweiß mit einem Größtkorn von 8 mm. Das trotz der enormen Größe der Räume nur durch Oberlichter einfallende Tageslicht wird so optimal ausgenutzt. Dies dient nicht zuletzt der Energieersparnis und somit der Nachhaltigkeit.

Eine besondere Herausforderung stellten die im Boden integrierten insgesamt 15 Spartenkanäle für alle Medien (Daten, Strom, Wasser und Abwasser) dar. Diese sind für einen modernen Kongressbetrieb unverzichtbar und durchziehen die beiden Hallen in einer Länge von jeweils 35 m und in einem Abstand von 8 m. Da die Abdeckungen für die 90 cm breiten und 35 m langen Schächte herausnehmbar sein müssen, stellte die Firma Bayer hierfür Fertigteile aus normalfestem Beton (C60/75) her (Belastungsklasse SLW 30). Die Aufgabe bestand nun darin, die Oberfläche dieser Abdeckungen dem Erscheinungsbild des vor Ort eingebauten Bodens anzupassen Zu beachten waren beispielsweise unterschiedliche w/z-Werte. Besonders entscheidend für das Ergebnis war, dass das Schleifen und die weitere Oberflächenbearbeitung der Fertigteile ebenfalls erst vor Ort erfolgten.

Dyckerhoff Transportbeton

Mengenmäßig sehr bedeutsam war die Lieferung von Transportbeton für den Rohbau. Insgesamt wurden 39.000 m3 Beton in den Festigkeiten C 8/10 bis einschließlich C 50/60 verbaut, die Hauptmengen hatten die Festigkeiten   C30/37 und C35/45. Im Rahmen einer Liefergemeinschaft lieferte Dyckerhoff hiervon 24.000 cbm. Lieferwerk war das Werk Wiesbaden mit Ersatzwerk Flörsheim der Dyckerhoff Niederlassung Rhein-Main-Taunus. Für die Herstellung des Transportbetons kamen hauptsächlich Dyckerhoff CEM III A 32,5 N und CEM III A 42,5 N aus dem Werk Amöneburg zum Einsatz.

Bereits vor seiner Fertigstellung wurde das RMCC von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als besonders umweltfreundlich mit Platin ausgezeichnet. Eine Photovoltaikanlage stellt die Versorgung mit erneuerbarer Energie sicher, die Beheizung erfolgt per Wärmepumpe. Spitzenlasten werden durch umweltfreundliche Fernwärme sichergestellt. Zudem zeichnen natürliche Klimatisierung, wärmespeichernde Baumaterialien und optimale Tageslichtnutzung das Gebäude aus. Eine zertifizierte Nachhaltigkeitsberatung stellt sich individuell auf Veranstaltungen ein und berechnet Klima- und Energiebilanzen. Nicht zuletzt dient auch die zentrale Lage des Gebäudes der Nachhaltigkeit.

Das RheinMain CongressCenter liegt zentral in der Wiesbadener Innenstadt, in Verlängerung der noblen Wilhelmstraße. Es ersetzt das alte, zu klein gewordene Kongresszentrum Rhein-Main-Hallen. Die Veranstaltungsfläche beträgt insgesamt rund 25.000 m2. Neben den 4.600 und 3.000 m2 großen Hallen 1 und 2 gibt es über 45 weitere zwischen 60 und 500 m2 große Veranstaltungssäle. Bauherr des RMCC ist die TriWiCon GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadt Wiesbaden. Die Baukosten betrugen insgesamt 194 Mio. EUR. Baubeginn war im Januar 2015, feierliche Eröffnung am 13. April 2018.

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