15.05.2018

Neubau der Neckartalbrücke

Mit Mammut Schalung von MEVA

Die Brückenpfeiler für die neue, parallel zum alten Bauwerk liegende Autobahnbrücke werden mit der Kletterplattform KLK 230, dem Gerüstturm Space und der Mammut Schalung hergestellt.

Die längste Autobahnbrücke Baden-Württembergs wird bis 2022 komplett ersetzt – auch für MEVA ein Mammutprojekt im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Neckartalbrücke der A6 bei Heilbronn ist 1.326 m lang, wurde 2003 erst für 17 Millionen Euro saniert und ist den 100.000 Fahrzeugen pro Tag trotzdem nicht mehr gewachsen. Im Rahmen des Ausbauprojekts der A6 zwischen dem Weinsberger Kreuz und Wiesloch/Rauenberg wird die Brücke bis 2022 komplett erneuert.

Bei Bekanntgabe des auf 1,3 Milliarden Euro taxierten Ausbaus der 25 km langen Autobahnstrecke zum Jahreswechsel 2016/2017 war sofort klar, wo die größte Herausforderung liegt: im sechsspurigen Neubau der Neckartalbrücke. Federführend für Planung, Finanzierung, den Bau und Betrieb sowie den Erhalt bis Ende 2046 ist die Projektgesellschaft ViA6West, eine öffentlich private Partnerschaft.

Zwei Brückenbauwerke

Eigentlich entstehen über dem Neckartal zwei Brücken: ein paralleles, provisorisches Bauwerk für den laufenden Verkehr und – nach Rückbau der alten Brücke – die neue Brücke. Aktuell wird neben der alten Brücke das temporäre Bauwerk in zwei Verfahren errichtet: die Vorlandbrücke mit Vorschubrüstung und über dem Neckar im Taktschiebeverfahren. Kurz vor der Neckarinsel treffen beide Teile zusammen und werden verbunden. Dabei ist der gesamte Oberbau mit den Fahrbahnen und den Lärmschutzwänden schon in seiner finalen Ausführung vorhanden. Anschließend wird die alte Brücke abgerissen und die endgültigen Fundamente und Pfeiler errichtet. Für 2022 ist dann der Höhepunkt des Projekts geplant: der Querverschub beider Brückenteile um bis zu 20  m auf die Endpfeiler und somit die Fertigstellung des Bauwerks. Zum Einsatz kommen 40 Hydraulikzylinder, die mithilfe eines computer-  und kameragesteuerten Systems die Brückenteile millimetergenau in Position bringen. Nach wenigen Tagen ist die Aktion vorbei, Brückenteile und Anschlüsse werden fertiggestellt. Ein Termin ist schon in Beton gemeißelt: die Bundesgartenschau in Heilbronn, die ab dem 17. April 2019 ihre Pforten öffnet. Bis dahin soll auf der provisorischen Brücke der Verkehr rollen.

Viel Aufwand für ein Provisorium

Bei Sonderschalungen ist es normal, dass gerade Holzkonstruktionen nur für den einmaligen Einsatz konstruiert werden. Dass die betonierten Brückenpfeiler und Fundamente nur ein Provisorium sind, das nach Fertigstellung der eigentlichen Hauptbrücke rückgebaut wird, ist eher die Ausnahme. Dazu Gerald Hauke, Pressesprecher der ViA6West: „Dieses aufwendige Verfahren hat zwei Gründe: Zum einen ist der Bund im Besitz der bestehenden Grundstücke. Eine Veränderung des Verlaufs der Autobahn und somit eine Verschränkung im Bereich der Widerlager und Anschlussstellen wäre mit enormen Mehrkosten verbunden gewesen.“ So entsteht neben der alten Brücke aus den 1960er Jahren ein komplett neues Bauwerk, um den Verkehr am Fließen zu halten. Spannend wird die Bauphase, wenn die Konstruktion in ihre Endlage verschoben wird.

Tragende Rolle für MEVA Systeme

Andreas Scherzl, der das Projekt von der Niederlassung München aus betreut, ist von den Dimensionen der Baumaßnahmen beeindruckt: „Eine Brücke dieser Größe parallel zum alten Bauwerk, also in Seitenlage, zu bauen und abschließend per Querverschub in Position zu bringen, stellt sprichwörtlich eine ‚Mammutaufgabe‘ dar.“ Klar ist damit auch, welche Systeme von MEVA zum Einsatz kommen. Die Herstellung der Fundamente für die Widerlager und Brückenpfeiler erfolgt mit der Mammut  350 Schalung – wie auch bei den Brückenpfeilern. Für eine sichere Arbeit bei der Schalung sorgen die Kletterplattform KLK 230 und der Gerüstturm Space. Eine tragende Rolle übernehmen auch die Verschubbalken, die auf den Pfeilern der provisorischen Brücke dafür sorgen, dass nach Fertigstellung des Oberbaus mit Fahrbahnen und Lärmschutz die komplette Konstruktion per Querverschub in ihre Endlage manövriert werden kann.

Mehr als nur Brückenpfeiler

Für die runden Pfeileranfänger und die speziellen Pfeilerköpfe im Bereich der Stahlbetonbrücke direkt über dem Neckar war das Know-how der Abteilung Sonderkonstruktion bei MEVA gefragt. Alexander Schmid betreut das Projekt in Haiterbach: „Das Knifflige bei dieser Konstruktion waren die gleichzeitige Biegung und Verwindung in den vier Schalungselementen. Auf Kundenwunsch sollte die Schalungseinlage aus einer Holzoberfläche bestehen.“ Aber nicht nur die Ausführung der Elemente hatte es in sich. Auch die Planung der anspruchsvollen Form forderte die Fachkompetenz des MEVA Spezialisten: „Wir haben die Pläne für die Sonderschalung in einem 3D-Programm entworfen, was eine präzise und effiziente Umsetzung ermöglicht hat.“

Projekt: Neue Neckartalbrücke BAB 6 bei Heilbronn
Auftragnehmer: ViA6West GmbH & Co. KG
Gesellschafter: Hochtief PPP Solutions, DIF, BUNTE

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