05.08.2016

Momente in Beton

Neue Möglichkeiten im Beton-Design

Junge Designer, Architekten und Unternehmer bereichern derzeit das Material Beton um eine Fülle neuer Ausdrucksformen. Kürzlich hatten wir Eco Concrete Ideas aus Israel vorgestellt. Jetzt im Portrait: Graulicht aus Österreich.

Unter dem Label Graulicht experimentiert das in Wien ansässige Kreativteam Rupert Zallmann (Architekt) und August Kocherscheidt (Industriedesigner/Grafiker) seit 15 Jahren mit Beton. Ihre Arbeiten zeigen, dass das Material in seinem formbaren Zustand eine Flüssigkeit ist, und nicht immer in rechteckige Schalungen gezwängt werden will. Das Ergebnis sind Momentaufnahmen von dynamischen Kräften, die durch das Medium Beton Gestalt annehmen.

"Wir wollen dem Beton neue Eigenschaften beibringen. Im Grunde verarbeiten wir Flüssigkeit. Beton ist im Prinzip ein weiches und geschmeidiges Material. Wir wollten ihn verfeinern, eleganter machen“. (Rupert Zallmann)

Kurven statt Ecken und Kanten

Das illustriert zum Beispiel der „Cementipede", eine in einer Wiener Galerie installierte Sitz-Skulptur aus Beton, die sich lebhaft und weich durch den Raum streckt. Als Wolke geformt, bietet ihre Oberfläche Raum für alle Körpergrößen, Körperhaltungen, Körpersprachen – ohne vordefinierte Sitzpositionen.

Campus Wien

Im Auftrag des Architekturbüros BUS wurde das Graulicht-Duo eingeladen, für den Außenbereich des neuen Campus der WU Wien Möbel zu entwickeln und umzusetzen. Basierend auf dem Cementipede-Schwung entstand eine dreißig Quadratmeter umfassende Sitzfläche aus Textilbeton, bei der sich die ebene Fläche des großen Tisches nach Osten hin in Wellen auflöst (siehe Fotos oben). Dadurch entsteht eine Vielzahl weicher Formen, die zum Liegen oder Sitzen einladen und zum Tagträumen wie Debattieren gleichermaßen geeignet sind.

In ihren aktuellen Arbeiten richtet sich der Fokus von Graulicht auf den öffentlichen Raum. Dabei geht man der Frage nach, wie die Bewohner die Stadt wieder als Wohnraum für sich gewinnen können. Der Beton dient dabei als Mittel zum Zweck Benutzeroberflächen zu formen, deren Ausgangspunkt der Abdruck des menschlichen Körpers ist. Im Umkehrschluss fließen wiederum die dokumentierten Reaktionen der Betrachter, ihre Körpersprache, Körperhaltung und Körperspannung in die Ausgestaltung folgender Objekte ein.

Sitzen bleiben

Damit stellen die beiden Wiener auch die bisherige Kultur der Stadtmöblierung in Frage: „Wenn man sich nichts traut, kommen meist irgendwelche rechteckigen Dinger raus“, meint August Kocherscheidt. Das meiste Stadtmobiliar sei gar nicht gemütlich. Dabei könnten Designer doch ganz andere Dinge hervorrufen, als den Wunsch, nur bald wieder aufzustehen."

Mehr zu den Projekten und Objekten finden Sie hier bei Graulicht.

Quelle und Fotos: graulicht.com

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