14.10.2013

Materialisierung eines inneren Dialogs – Figuren aus Beton

Der Ausdruck von Verletzung, Unzufriedenheit oder Angst schließt bei den Figuren aus Beton von Petra Weiner-Jansen den Überlebensmut, Stärke, Würde und die Schönheit nicht aus. Die fragil und zerbrechlich anmutenden Skulpturen  entspringen dem kreaktiven Arbeiten der Künstlerin und sind nicht planerisch vorgedacht.

Die Themen der Werkgruppen „Köpfe, Kinderfrau, Be-rührung Afrika“ oder „Grenzgänger“ sind Ergebnisse eines inneren Dialogs mit Motiven des Wiedererkennens und Wiedererlebens. Was sich zeigen will und zum Ausdruck kommen muss, wird unmittelbar über die Hände und das Gefühl der in der südlichen Pfalz lebenden Petra Weiner-Jansen materialisiert. Es entstehen vertikal überhöhte Figuren, die dynamisch gewachsen scheinen, ihre eigene Geschichte erzählen und somit Zeit-Zeugen ohne Alter, Herkunft oder Vergangenheit sind. Meist sind es weibliche Figuren in typischen Lebenssituationen, für deren Interpretationen und Empfindungen dem Betrachter genügend Raum zur Verfügung bleiben.

Obwohl die Oberflächen mit Gold oder Lasurfarben versehen sind und eher an barocke Porzellanfiguren erinnern, gibt es für die Künstlerin zum Beton als Werkstoff unserer Zeit keine Alternative. Die Arbeitstechnik beruht auf einem  klassisch-bildhauerischen Umformungsverfahren. Die Figur entsteht im Maßstab 1:1 aus Tonerde, die weich und leicht formbar ist. Metallplättchen werden nach Aushärten des Tons auf der Oberfläche aufgebracht, um die Trennfunktion zum später aufgetragenen Gips zu übernehmen. Mehrere Schichten von Alabastergips folgen, die drei Zentimeter dick auf die Tonfigur aufgetragen und nach dem Abbinden mit Hilfe von Wasser als Quellmaterial vom Ton wieder abgetrennt werden.

Die fertigen Gipswandungen werden anschließend mit Schalöl bestrichen. Ein Gemisch aus grauem Zement, Tonerdeschmelz-Zement, weißer Zement, Trass Zement, Sand und /oder Mamormehl wird auf die Innenseite des Gipsabdrucks aufgetragen. Nach dem Abbinden des Betons und durch das Abschlagen der Gipsschalung kommt schließlich die Betonskulptur zum Vorschein. Bei der Säuberung der Oberflächen bleiben Gips- und Tonreste haften, die die Patina bilden und ein wichtiger Bestandteil des Ausdrucks sind. Als Abschluss schützt Tiefengrund und Wachsmilch die fertige Oberfläche.

Zurzeit absolviert Petra Weiner-Jansen ein Stipendium in Bad Münster am Stein-Ebernburg. Zahlreiche Ausstellungen würdigen ihr Werk, vor Kurzem im Künstlerbahnhof Ebernburg e.V..

www.weiner-jansen-kunst.de

Bildnachweis: Johannes Blädel, Völkersweiler
Text: Antje M. Abel



Schlagworte zu passenden Webseiten in unserem Auftritt

Betonkunst

Ansprechpartner

Beton. Für große Ideen.

Logo - Beton.org

Diese Internetseiten sind ein Service
der deutschen Zement- und Betonindustrie

  • E-Mail
  • Facebook
  • RSS
  • Twitter
  • YouTube