05.09.2014

Grüne Dächer – auch mit Beton

Dachbegrünung für Arten- und Klimaschutz und ein besseres Wohngefühl

Die Dachbegrünung erlebt derzeit ein Comeback. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) weist darauf hin, dass es in keinem Land so viele grüne Dächer gibt wie in Deutschland. Flachdächer und geneigte Dächer bieten große Potenziale für Dachbegrünungen, die positive Auswirkungen für Umwelt, Natur und Gebäude haben und stadtökologische Probleme und Auswirkungen des Klimawandels wie Starkregenfälle oder Hitzeperioden entschärfen können. „Begrünte Dächer verbessern das Mikroklima in den Städten, weil sie Kohlenstoff binden und durch den Verdunstungseffekt die Umgebung abkühlen“, sagt Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der BUB, weshalb die Bundesstiftung Forschungsprojekte etwa zum Wärmedämmverhalten oder zur Identifizierung von potenziellen Dachflächen unterstützt, um den grünen Dächern weiter zum Durchbruch zu verhelfen.

Mit Unterstützung der DBU wurde die dämmende Wirkung von Gründächern untersucht. Die Wärmeverluste in den Wintermonaten waren danach mit Gründächern bis zu 19 Prozent geringer als bei üblichen Flachdächern. Bewachsene Dächer leisteten somit einen Beitrag zu mehr Energieeffizienz und eingesparten Heizkosten. Dickere Substratschichten und dichtere Bepflanzungen schützten außerdem im Haus vor sommerlicher Hitze.

Um die Verbreitung begrünter Dächer in Deutschland weiter voranzutreiben und städtischen Fachbehörden Informationen zur Unterstützung der Gründach-Politik zu geben, hat der Deutsche Dachgärtner Verband (DDV) mit DBU-Förderung einen „Leitfaden Dachbegrünung für Kommunen“ erstellt. Er informiert über Nutzen, Praxisbeispiele und Fördermöglichkeiten.

Besondere Langlebigkeit begrünter Dächer

Die besondere Langlebigkeit und Haltbarkeit begrünter Dächer stellte die  Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) auf dem diesjährigen Gründachsymposiums in Ditzingen heraus: Hier wurde das von der Firma Optigrün International AG für die Nominierung eingereichte Gebäude eines bekannten Stuttgarter Dienstleistungsunternehmens zum Gründach des Jahres gewählt.

Das Gebäude mit etwa 2.000 Quadratmeter begrünter Dach- und Terrassenflächen entstand in mehreren Bauabschnitten von 1981-84 und liegt im Stadtzentrum von Stuttgart. Für das gesamte Areal wurde seinerzeit von den Landschaftsarchitekten Hans Luz & Partner und den Architekten Brümmendorf, Müller, Murr, Reichmann ein Freiraumkonzept entwickelt. Die Hauptgebäude verfügen jeweils über begrünte stufenförmige Terrassen, die wiederum umgeben sind von begehbaren und genutzten Dachgärten. Der Dachaufbau besteht aus einer Betondecke mit Schutzestrich, die Einfassung der Beete wurde mit ca. 50 cm hohen Betonwinkeln vorgenommen.

Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen berücksichtigt begrünte Dächer

Das Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen (BNB) berücksichtigt u.a. die durch ein Gebäude in Anspruch genommene Fläche als Teilaspekt der ökologischen Dimension des nachhaltigen Bauens. Hier wird zwischen versiegelten und nicht versiegelten Oberflächen unterschieden. Unversiegelte Flächen – dazu gehören in der Regel auch begrünte Dächer – wirken sich positiv auf den Wasserhaushalt, das Mikroklima sowie auf die Tier- und Pflanzenwelt aus. Sie leisten damit einen Beitrag für das nachhaltige Bauen und können als Ausgleichsmaßnahme ausgeführt werden, um die durch das Gebäude versiegelte Fläche zu kompensieren. Ganz in diesem Sinne werden die für ein Gebäude anfallenden Niederschlagsgebühren für die Flächen begrünter Dächer lediglich mit einem Wert von 0,3 berechnet.

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