25.10.2017

Flugasche für hochwertigen Beton

Aktuelle Marktdaten und Prognose zur Verfügbarkeit

Flugasche als Nebenprodukt aus der Steinkohleverstromung ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil in der Herstellung von qualitativ hochwertigen Baustoffen. Der Sekundärrohstoff erfüllt gewünschte Eigenschaften bei besonderen Anforderungen an Beton und kann zur Verbesserung der C02-Bilanz von Beton beitragen.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland insgesamt 3,42 Mio. Tonnen Flugasche vermarktet, davon allein 87 Prozent für die Betonherstellung. Die restliche Menge verteilt sich auf die Herstellung von Trockenbaustoffen, den Straßen- und Wegebau oder Mauersteine und andere keramische Erzeugnisse.

Die Produktion von Flugasche aus Steinkohlekraftwerken war im Jahr 2015 rückläufig, was im Wesentlichen an den klimatischen Bedingungen im Jahresverlauf und einem warmen und kurzen Winter lag. Revisionsvorgänge einzelner Kraftwerke haben zudem die lokale Verfügbarkeit mit zertifizierten Mengen teilweise erschwert. Eine kontinuierliche und lineare Belieferung war im Jahresverlauf nicht immer just-in-time möglich. Die Mitgliedsunternehmen haben die Versorgung durch optimierte Service- und Logistikmaßnahmen und auch mit ihrem Netzwerk ins Ausland überwiegend ausgleichen können.

Die 2015er Vermarktung von Steinkohlenflugasche lag bei 3,42 Mio. Tonnen, damit etwa 11 Prozent unter dem Vorjahreswert, aber noch immer gut 300.000 Tonnen über der nationalen Produktion von etwa 3,1 Mio. Tonnen, die im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben ist.

„Auch in diesem Jahr spüren wir Dank der vollen Auftragsbücher im Bauwesen und der besonderen Anforderungen an Hochleistungsbetone, dass Flugasche verstärkt vom Markt nachgefragt wird“, erklärt Burkhard Jakobuß, Vorsitzender im Wirtschaftsverband Mineralische Nebenprodukte e.V. (kurz: WIN). „Gleiches gilt auch für z.B. Kesselsand als Leichtzuschlag oder als Hilfsstoff bei der Herstellung von Substraten“.

Aufgrund des milden Klimas und eines warmen Winters 2016, durch betriebsbedingte Revisionen weiterer älterer Kraftwerke oder schwankende Kraftwerksauslastungen im laufenden Jahr 2017 kam es regional sogar zu einzelnen Lieferengpässen, die allerdings in großem Maße aufgearbeitet sind.

Die WIN-Mitgliedsunternehmen optimieren verstärkt ihr Logistiknetz, um mit den Kunden geeignete Modelle zu entwickeln und künftig eine kontinuierliche Versorgung mit Baustoffen aus den Kraftwerken zu verbessern.

Andreas Hugot, Stellvertretender Vorsitzender bei WIN ergänzt, dass die Abnehmer auch an einer mittel- und langfristigen Prognose interessiert seien. So werde sich das Aufkommen an Steinkohlenflugasche gemäß der BMWi Energieprognose 2015 und eines Gutachtens des DIW aus 2016 in den kommenden Jahrzehnten zwar reduzieren, aber bis 2035 auf etwa 2,2 Mio. Tonnen aus der Produktion nur schrittweise verringern.

Mit der Aufnahme von zwei neuen Unternehmen ist es dem Verband zur Jahresmitte gelungen, die Marktsituation und das Angebot für z.B. zertifizierte Flugaschen aus Polen und Tschechien auch bei der Mitgliederstruktur abzubilden. „Die bewährte Importmöglichkeit verbunden mit verbesserten Transport- und Silokapazitäten im Markt durch die neuen Mitglieder tragen auch dazu bei, entsprechend zukunftsfähige Lösungskonzepte mit den Kunden abzubilden", so Hugot weiter.

Im Kontext zur aktuellen Entwicklung der politischen Ziele im Energie-Mix wird der Einsatz fossiler Energieträger natürlich weiter zurückgehen, „allerdings werden auch die Betreiber von Steinkohlekraftwerken den Kernkraft-Ausstieg im Jahr 2022 auffangen müssen und die Versorgungssicherheit bei der Grundlast zunehmend sicherstellen“, erläutert WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek die Ergebnisse des DIW-Gutachtens. Dies verstärke sich, da Angela Merkel noch im Sommer angeregt habe, zur Erreichung der hohen Klimaschutzziele einen beschleunigten Ausstieg aus Abbau und Verwendung von Braunkohle zu entwickeln. Braunkohle ist mit über 50% an den CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung, aber nur zu 25% am gesamten Energieaufkommen beteiligt.

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