16.09.2015

‚Faradayscher Käfig‘ mit Betonfertigteilen

Abhörsicheres Rechenzentrum, integrierter Blitzschutz

Ein Rechenzentrum stellt quasi das Herz eines Unternehmens dar. Hier werden sämtliche Daten analysiert und gespeichert. Deshalb ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass die Daten gegen äußere Einflüsse, insbesondere gegen Blitzeinschläge geschützt werden.

Im Großraum Koblenz sollte für ein großes Unternehmen ein sehr gut abgeschirmtes Gebäude errichtet werden, das dem Bauherren als Rechenzentrum dienen soll. Die Besonderheit dieses Bauwerks ist die Abschirmung der Computeranlage durch integrierte Schirmungsmaßnahmen.

Bei der Errichtung dieses Gebäudes mussten sämtliche Normen und Vorschriften für die Schirmungsmaßnahmen eingehalten werden. Vor dem Vergießen der Bodenplatte war eine Kontrolle der Verbindungen durch den Blitzschutzbauer erforderlich. Zudem mussten nicht nur alle Bewehrungen von Fundamenten, Decken etc. in die Erdungsmaßnahmen einbezogen werden, sondern auch alle Metallfassaden und Tragwerkstützen.

Die Entwurfsplanung sah als Tragkonstruktion Stützen sowie Einzelfundamente vor. Aus wirtschaftlichen Gründen bot sich hier die Thermowand an, da sie aufgrund der werkseitig integrierten Bewehrung in die Bodenplatte eingespannt werden kann. Zudem entfallen dadurch Stützen und Einzelfundamente.

Für eine erfolgreiche Projekt-Realisierung war eine Vermaschung der Bewehrung vom Fundament bis zum Dach erforderlich. Die zusätzlichen Maschen in den Wänden dienten dabei lediglich der elektromagnetischen Abschirmung des Gebäudes; an sie wurden keine blitzschutztechnischen Anforderungen gestellt.

Die Fertigteilwände wurden mit Stabstahl als Bewehrungslage ausgeführt. Dabei wurde die werkseitige Längs- und Querbewehrung an den Kreuzungspunkten mittels Bindedrahtmaschinen fest untereinander verbunden, d.h. die waagerechten und senkrechten Kreuzungspunkte wurden verschweißt, so dass sie ein Feinraster ergaben. Da die elektrische Verbindung nicht für den Blitzschutz, sondern lediglich für die Schirmung aufgebaut wurde, konnten sie maschinell verrödelt werden. Der Stabstahl wurde dabei durchlaufend verbaut und nicht unterbrochen.

Die Anschlussfahnen für die Bewehrung der Betonfertigteile wurden am Fundamenterder entsprechend des Achsmaßes der Betonfertigteile verschweißt. Zusätzlich wurden alle 3 m Runddraht als Erdungsmasche durch die Betonfertigteile geführt und die Anschlüsse des Runddrahtes verschweißt. Aufgrund dieser Anschlussfahnen konnte das Bewehrungsnetz so an die Hauptpotenzial-Leitung angebunden werden, dass ein „Faradayscher Käfig“ entstand. Damit wurde sichergestellt, dass ein störender Einfluss bei Blitzschlag weitestgehend ausbleiben wird.

Zum Einsatz kamen 1.420 m² Thermowand als Betonfassade mit bauseits hydrophobierter Oberfläche. Mit einer Gesamtdicke von 40 cm bei 8 cm Steinwolldämmung werden die Brandschutzanforderungen solide erfüllt.

Betonwerk:

Andernacher Bimswerk GmbH & Co. KG
Fullscheuerweg 21
56626 Andernach

Architekt:
von Canal – Architekten & Ingenieure
Torhaus am Kastorplatz 5
56068 Koblenz

Bauunternehmen:
Fritz Meyer GmbH, Bauunternehmung
Schlossplatz 1a
57610 Altenkirchen

Blitzschutz:
Ingenieurbüro Seger
In der Pützgewann 10a
56218 Mühlheim-Kärlich

Quelle:SySpro Gruppe Betonbauteile e. V.
Fotos:Andernacher Bimswerk GmbH & Co. KG

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