08.07.2014

Effizienter Ressourceneinsatz im Gebäudesektor

Die "Concrete Initiative", die europäische „Initiative Beton“, begrüßt die von der Europäischen Kommission präsentierten Vorschläge für den effizienten Ressourceneinsatz im Gebäudesektor. Um zweckdienlich zu sein, müssten in der Herangehensweise die Umweltauswirkungen von Gebäuden während des gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden. Wenn nur Teilaspekte einbezogen sind, sollten deren Auswirkungen mit Blick auf das Ganze bewertet werden, um eine Übertragung von Belastungen und Suboptimierung zu vermeiden.

Hinsichtlich der Schaffung eines EU-Rahmenwerks für die Bewertung von Gebäuden fordert die „Initiative Beton“ die Kommission dazu auf, vollständigen Gebrauch der vom Technischen Komitee CEN/TC 350 „Nachhaltigkeit von Bauwerken“ geleisteten Arbeit zu machen, um ein Gebäudebewertungssystem bereitzustellen. Ferner zeigt sich die „Initiative Beton“ besorgt über die mangelnde Klarheit in puncto Reichweite und Zielsetzung der Vorschläge: Geht es, wie der Titel vermuten lässt, um die Schaffung von Ressourceneffizienz, oder um Umweltfragen im Allgemeinen, oder um alle drei Säulen der Nachhaltigkeit? Nach Ansicht der „Initiative Beton“ erfordert echte Nachhaltigkeit, dass Richtlinien in diesem Bereich ein Gleichgewicht zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Maßnahmen gewährleisten. Die geeignetste Herangehensweise bestehe folglich in der Bewertung einer Vielzahl von Indikatoren auf Gebäudeebene, wie sie von CEN/TC 350 gewählt wurde. Eine Beschränkung auf wenige Indikatoren würde hingegen nicht die besten Ergebnisse liefern.

Die „Initiative Beton“ begrüßt außerdem Bemühungen, einen stärkeren Gebrauch von Bau- und Abbruchabfällen anzuregen, um so die Abhängigkeit von neuen Rohstoffen zu verringern. Die Initiative würdigt den Vorschlag zur Erhöhung des recycelten Anteils von Bauprodukten, appelliert jedoch an die Kommission, bezüglich dieses Anteils eine Priorisierung von Anwendungen sicherzustellen, bei denen die recycelten Materialien maximal positive Auswirkung haben. Im Fall von Konstruktionsbeton solle der Ersatz neuer Rohstoffe dort erfolgen, wo die wirtschaftlichen und nachhaltigkeitsbezogenen Vorteile eindeutig sind. Die Möglichkeit des Betonrecyclings bei anderen Anwendungen sei insofern ebenfalls relevant, als  sie die Gewinnung neuer Zuschlagstoffe zurückschraubt. Auch sollten laut „Initiative Beton“ die Vermeidung und Minimierung von Abfällen im Vordergrund stehen: Da die Lebensdauer von Betonbauten 50 bis 100 Jahre beträgt, sei fraglos das Prinzip der Abfallvermeidung geboten, denn je weniger man bauen muss, desto weniger muss man auch recyceln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Initiative Beton.

Text: Jessica Johnson; Übersetzung: Inez Mischitz

 

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