15.04.2019

Dyckerhoff Weiss-Tagung in Österreich

Rund um die Anwendungen von Weisszement

In diesem Frühjahr lud der deutsche Zementhersteller Dyckerhoff aus Wiesbaden gemeinsam mit seinem österreichischen Vertriebspartner, der Erich Slupetzky Ges.mbH aus Linz wieder zur Dyckerhoff Weiss-Tagung in die Niederlassung der Ardex Baustoff GmbH nach Loosdorf ein. Der Bogen spannte sich von den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Bindemittel und den Trends in der modernen Betonarchitektur über das zielgerichtete Einfärben von Beton bis hin zur Verlegung und dem Oberflächenschutz von Außenbelägen.

Auf Grund langjähriger Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen Dyckerhoff und Ardex fand – wie schon die Premierenveranstaltung im Jahr 2010 – auch die 2. Dyckerhoff Weiss-Tagung in Österreich am Firmensitz der Ardex Baustoff GmbH in Loosdorf statt. Begrüßt wurden die rund 60 Gäste der Fachtagung von Dr. Gunther Sames, dem Geschäftsführer der Ardex in Österreich, der bei seiner Vorstellung der Ardex nicht nur auf das im vergangenen Jahr in Österreich begangene 50jährige Jubiläum verwies, sondern auch das Marken- und Qualitätsbewusstsein hervorhob, welches das Unternehmen prägt. Und genau in dieser Philosophie sieht Dipl.-Bau-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Möllmann, Leiter Produktmarketing und Weisszementvertrieb der Dyckerhoff GmbH, auch das zentrale verbindende Element zum Unternehmen Dyckerhoff. Wie Martin Möllmann weiter ausführte, spielt der österreichische Markt für Dyckerhoff eine wichtige Rolle. Mit dem Vertriebspartner, der Erich Slupetzky Ges.mbH in Linz, kann man sich dabei auf einen leistungsfähigen und bestens im Markt vernetzten Partner stützen, der an den Standorten Linz und Wien nicht nur über Auslieferungsläger verfügt, sondern gleichzeitig auch einen umfangreichen Liefer- und Beratungsservice anbietet.

Dyckerhoff Weiss bringt Farbe in die Architektur

Mit zwei Vorträgen zum Thema Pigmente kam schon zu Beginn des Fachteils so richtig „Farbe“ in die Veranstaltung. Den Anfang machte Dr. Peter Weber von der Harold Scholz & Co. GmbH aus Recklinghausen. Er ging in seinen Ausführungen zum „Zielsicheren Einfärben von Beton“ nicht nur der Frage nach, womit und wie Beton eingefärbt wird, sondern beleuchtete auch ganz speziell die Wirkungsweise und die Anforderungen an Pigmente zum Einfärben von zementgebundenen Baustoffe - etwa hinsichtlich der Stabilität. Zudem erläuterte er die Einflüsse der Pigmente auf die Betonfarbe. Dabei ging er auch der Frage nach, warum Betonoberflächen nach der Herstellung oder beim Altern aufhellen und zeigte, dass sich die Nasshelligkeit durch Zugabe von Titandioxid zu weißem Beton erhalten lässt. Perfekt ergänzt wurden seine Ausführungen von Bernd Schriffl von der Erich Slupetzky Ges.mbH, der sich mit dem Spezialfall der „Herstellung von schwarzem Beton“ beschäftigte. Ideal zur dauerhaften Sichtbetoneinfärbung sind, so der Referent, Eisenoxidschwarz-Pigmente, wobei der hier entstehende elegante Blaustich durch die Verwendung von Weisszement nochmals hervorgehoben wird. Da es bei der Herstellung von schwarzem Sichtbeton mit PCE-basierten Hochleistungsfließmitteln zu einem Farbkraftverlust kommen kann, sind Eignungsversuche mit allen zum Einsatz kommenden Rohstoffen besonders wichtig. Unter Umständen empfiehlt sich hier ein Wechsel auf Flüssigfarbe oder herkömmliche Fließmittel – so Bernd Schriffl.

Außenbeläge richtig verlegen, reinigen und pflegen

Außenbeläge und deren Verlegung sowie Schutz und Reinigung bildeten einen zweiten Themenblock. BM DI (FH) Günther Neulinger von der Ardex Baustoff GmbH machte dabei zunächst deutlich, wo die Hauptprobleme bei der Verlegung von Außenbelägen liegen. Zur Lösung stellte er gleich zwei Neuheiten aus dem Hause Ardex vor: Zum einen das kapillarbrechende Drain-Stelzlager-System TerraMaxx DS, zum andern das mörtelfreie Alu-Rahmensystem TerraMaxx RS. Letzteres eignet sich speziell für die heute immer beliebteren XXL-Plattenformate und zeichnet sich vor allem durch seinen schnelle und einfache Montage aus. Mit seiner planebenen und stabilen Oberfläche sorgt das System auch bei suboptimalen Untergründen für eine optimale Stabilität. Generell ist es wichtig, so Neulinger, stets „perfekt im System zu arbeiten“. Dies bestätigte auch Ing. Mario J. Tomasek, Sachverständiger aus dem oberösterreichischen Schwanenstadt, der bei seinem Vortrag zum Thema „Spannungsfeld konstruktiver Aufbau – Systemkomponenten oder Verarbeitungsfehler“ nicht nur von seinen Praxiserfahrungen berichtete, sondern auch anhand realer Schadensfälle eindrucksvoll zeigte, was passieren kann, wenn man nicht im System arbeitet. Dass es aus Sicht der Bauherren mit der richtigen Verlegung von Außenbelägen aber noch nicht getan ist, sondern dass sich dieser auch nach der Fertigstellung möglichst lange an einer schönen und gepflegten Terrasse erfreuen möchte - dies machte Karl-Martin Essig von der Lithofin AG aus Wendlingen deutlich. Praxisnah zeigte er, wie und mit welchen Produkten man mit fachgerechtem „Oberflächenschutz, Reinigung und Pflege“ zielgerichtet zur Werterhaltung von Außenbelägen beitragen kann. 

Neue Bindemittel eröffnen neue Chancen

Mit seinem Erfahrungsbericht aus der Bauberatung führte Dipl.-Ing. Christian Bechtoldt von der Dyckerhoff GmbH in Wiesbaden die Zuhörer wieder zurück in die Welt der „Weisszemente und Spezialbindemittel“. Zu den herausragenden Entwicklungen auf dem Gebiet moderner Weisszemente zählt Dyckerhoff Flowstone. Seine extrem verbesserten Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Gefügedichtigkeit, Frost-Tausalz-Widerstand, Abriebwiderstand und vielem anderem mehr eröffnen völlig neue Perspektiven bei der Produktion und dem Einsatz von Betonfertigteilen, Betonwaren und Betonwerksteinen. Welch enormes Kreativ-Potential in dieser Innovation steckt, dies zeigten einmal mehr die von Christian Bechtoldt präsentierten Beispiele, die in den letzten Jahren mit Flowstone realisiert wurden. Sie reichten von Betonwerksteinplatten mit immer feinerem Korn und dauerhaften Strukturen in immer größeren Formaten über Bauelemente und Fassadenplatten bis hin zu Kunst- und Designobjekten wie der berühmten Wabenwand oder dem kunstvollen Bodenrelief in der Regensburger Altstadt. Ob bei der Gestaltung des Place de la République in Paris oder dem neuen Platz vor dem Merck Innovationszentrum in Darmstadt, ob bei der Wehrhahnlinie in Düsseldorf oder der U-Bahn in Karlsruhe, ob beim Uniklinikum in Frankfurt oder beim NS-Dokuzentrum in München, ob bei der neuen Staubernbahn in den Schweizer Bergen oder beim Großprojekt Stuttgart 21 – überall wird der Baustoff Beton genutzt, um kreative und zugleich technisch anspruchsvolle Architektur zu verwirklichen.

Dipl.-Ing. Stefan Heeß von der Dyckerhoff GmbH konnte den Tagungsteilnehmern ein weiteres, innovatives Bindemittel präsentieren, welches speziell zur „Herstellung von schwindarmen und schnell erhärtenden Betonen“ dient. Mit den CSA-Zementen „Buzzi Unicem Next Base“ und „Buzzi Unicem Next Binder“ stellte er gleich zwei neue Zemente auf Basis von Calciumsulfoaluminat vor – der erste ein reiner CSA Zement, der zweite eine CSA-PZ Mischung. Beide zeichnen sich insbesondere durch eine sehr hohe Frühfestigkeit (z.B. 25 MPa Druckfestigkeit nach 4 h im Beton) sowie ein niedrigeres Schwinden (250 µm/m je nach Formulierung) aus. Zudem sind sie schnell entformbar bzw. belastbar und auch bei niedrigeren Temperaturen einsetzbar. Die CE-Kennzeichnung beider Produkte eröffnet die Möglichkeit der Verwendung dieser CSA-Zementen auch im konstruktiven Betonbau. Der Referent stellte am Ende seiner Ausführungen fest, dass CSA Zemente durchaus Chancen bieten, neue betontechnische Entwicklungen jedoch Zeit benötigen und dass zunächst noch Referenzen über die nachhaltige Wirkung erstellt werden müssen.

Ein Blick auf das Bauen von morgen

Abgerundet wurde die Tagung mit einem zukunftsweisenden Vortrag von Martin Möllmann, der die Zuhörer unter dem Motto „Baustoffe für das Bauen von morgen“ durch eine spannende Zeit- und Weltreise mit Dyckerhoff Betonen führte – von der Freiheitsstatue in New York bis hin zum Mainzer Dom. Beispiele, die verdeutlichen, wie es Dyckerhoff immer wieder gelungen ist, mit Materialinnovationen neue Märkte zu erschließen. Heute sind dies vor allem Spezial- und Hochleistungsbetone auf Basis der Dyckerhoff Mikrodur- bzw. Nanodur-Technik wie beispielsweise Flowstone oder ultrahochfeste Nanodur-Betone, mit Druckfestigkeiten zwischen rd. 150 and 230 MPa fast so druckfest wie Stahl. Zu den aktuellsten Anwendungen von Flowstone gehören attraktive Lichtbetone, bei Nanodur sind es moderne Maschinenbetten sowie wetterfeste Parabolspiegel. Mit den bereits vorgestellten CSA-Zementen, aber auch mit Carbonbetonen und Betonen auf Basis der DUCON-Technologie oder dem Terraplan-Betonbodensystem stehen bereist die nächsten Innovationen für das Bauen von morgen bereit. Innovationen, die Planern und Bauherren bei der Lösung auch schwierigster bautechnischer Aufgaben helfen sollen; denn, so Martin Möllmann: „Wir bei Dyckerhoff sind kein Massenhersteller, sondern wir differenzieren uns über Spezialitäten und kreieren individuelle Lösungen“. Und dies auch in Österreich – wie er eindrucksvoll am Beispiel der spektakulären Weißbetonfassade der neuen Produktions- und Lagerhalle des österreichischen Brillenherstellers Silhouette aus Linz zeigen konnte. Da sich all die anspruchsvollen Betonarbeiten auch in Zukunft nicht ohne die richtige fachgerechte Umsetzung realisieren lassen, schloss Martin Möllmann seinen Vortrag mit einem Blick auf die Ausbildung an der Ulmer Meisterschule, die seit über 75 Jahren für den passenden „meisterlichen Nachwuchs“ sorgt. Er appellierte auch an die österreichischen Unternehmen, dieses länderübergreifend zur Verfügung stehende Angebot zur qualifizierten Nachwuchsgewinnung noch stärker zu nutzen.

Quelle und Fotos: Dyckerhoff GmbH

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