06.06.2019

Dyckerhoff Weiss Betonwerkstein-Tagung 2019

Zu Gast auf der BUGA in Heilbronn

Neues Tagungskonzept mit begleitender Fach-Ausstellung war erfolgreich: Die Bundesgartenschau in Heilbronn als bunte Kulisse und erstmals eine begleitende Ausstellung von Zuliefererbetrieben für die Betonwerksteinbranche – so aktuell und innovativ präsentierte sich diesmal die alljährlich stattfindende Dyckerhoff Weiss Betonwerkstein-Tagung. Auch mit den im Fokus stehenden Fragen und Lösungen zu den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Verlegetechnik bzw. -qualität“ bewegten sich die Referenten ganz am Puls der Zeit.

Ob auf der BUGA in Koblenz oder der IGS in Hamburg: Die Dyckerhoff Weiss Betonwerksteintagung im Rahmen von nationalen bzw. internationalen Gartenschauen direkt vor Ort abzuhalten, ist bereits gute Tradition. Gleichfalls ist es Tradition, dabei aktuelle und zukunftsweisende Themen aufzugreifen. Ein zentraler Aspekt bei der Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist derzeit mit Sicherheit das Thema der „Nachhaltigkeit“ in all seinen Facetten – so Martin Möllmann bei seiner Begrüßung der rund 120 Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im WTZ-Tagungszentrum, welches sich – Nomen est Omen – direkt im Heilbronner „Zukunftspark“ befindet.

Nachhaltige Planung erfordert nachhaltig produzierte Materialien

So zog sich auch der Begriff „Nachhaltigkeit“ wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung, einschließlich Ausstellung und Exkursion auf die BUGA. Gleich zu Beginn beschäftigte sich Dr. Stefan Hainer, bei der Dyckerhoff GmbH zuständig für Qualität und Technische Beratung, mit den „Nachhaltigkeitsaktivitäten von Dyckerhoff“ und vor allem deren „Nutzen für den Kunden“. Er zeigte dabei zunächst die Grundlagen der Nachhaltigkeit auf und skizzierte die verschiedenen Möglichkeiten zur Bewertung dergleichen. Zu letzterem zählen neben der Ökobilanzierung auch die Umwelt-Produktdeklaration (EPD) oder die CSC-Zertifizierung zur Bewertung von Produktionsstätten. Dazu kommen Systeme zur Betrachtung der Nachhaltigkeit von Bauwerken wie DGNB oder LEED. Vieles davon hat Dyckerhoff bereits umgesetzt – wie etwa eine Ökobilanzierung für alle Dyckerhoff-Zemente in Deutschland, deren Daten den Kunden zur Verfügung gestellt werden können. Zudem wurden im Rahmen der CSC-Zertifizierung alle Dyckerhoff-Zementwerke mit mehr als 95 Prozent der Punkte zertifiziert. Auch diese Zertifikate sind für alle Kunden nutzbar. Auf der Produktseite geht die Entwicklung neuer ökologischer Zementarten weiter voran und Dyckerhoff forscht aktiv an neuen nachhaltigen Bindemitteln für die Zukunft. Allerdings – so der Referent – eine gute Ökobilanz allein reicht nicht, denn letztendlich entscheidet immer die „Performance“ über einen Einsatz eines Zements!

Betontechnologien für die Zukunft

Um „Betontechnologien für die Zukunft“ ging es auch bei dem Vortrag von Dipl.-Ing. Christian Bechtoldt von der Dyckerhoff GmbH zum Thema „Weisszemente und Spezialbindemittel“. Er machte deutlich, dass Dyckerhoff Flowstone zu den herausragenden Entwicklungen auf dem Gebiet moderner Weisszemente zählt, und zeigte anhand eindrucksvoller, mit Flowstone realisierter Projekte, welch enormes Kreativ-Potential in dieser Innovation steckt. Die Beispiele reichten von Betonwerksteinplatten mit immer feinerem Korn und dauerhaften Strukturen in immer größeren Formaten über Bauelemente und Fassadenplatten bis hin zu Kunst- und Designobjekten wie der berühmten Wabenwand oder dem kunstvollen Bodenrelief in der Regensburger Altstadt. Ob bei der Gestaltung des Place de la République in Paris oder dem neuen Platz vor dem Merck Innovationszentrum in Darmstadt, ob bei der Wehrhahnlinie in Düsseldorf oder der U-Bahn in Karlsruhe, ob beim Uniklinikum in Frankfurt oder beim NS-Dokuzentrum in München, ob bei der neuen Staubernbahn in den Schweizer Bergen oder beim Großprojekt Stuttgart 21 – überall wird der Baustoff Beton genutzt, um kreative und zugleich technisch anspruchsvolle Architektur zu verwirklichen. Zugleich präsentierte der Referent mit den CSA-Zementen „Buzzi Unicem Next Base“ und „Buzzi Unicem Next Binder“ weitere, innovative Bindemittel, welche speziell zur „Herstellung von schwindarmen und schnell erhärtenden Betonen“ dienen. Die Zemente auf Basis von Calciumsulfoaluminat zeichnen sich insbesondere durch eine sehr hohe Frühfestigkeit sowie ein niedrigeres Schwinden aus. Zudem sind sie schnell entformbar bzw. belastbar und auch bei niedrigeren Temperaturen einsetzbar. In seinem Fazit stellt Christian Bechtoldt fest, dass einerseits besondere technologische Herausforderungen wie beispielsweise auch der 3D-Betondruck mit Spezialbindemitteln leichter realisierbar sind und wie beispielsweise die CSA-Zemente neue Chancen bieten, andererseits neue betontechnische Entwicklungen jedoch auch ihre Zeit benötigen.

Auf die richtige Verlegung achten

Im einem weiteren Vortragsblock ging Mario Sommer, Leiter der Architekten- und Objektberatung bei der Sopro Bauchemie GmbH aus Wiesbaden, der Frage nach „Wie verlege ich zielsicher Betonwerksteinplatten im Außenbereich?“. Er arbeitet dabei die Unterschiede zwischen einer losen und damit ungebunden Verlegung im Splitt-/Kiesbett und einer im Mörtelbett gebundenen Verlegung auf Estrich/Betonuntergrund bzw. auf drainagefähigen Konstruktionen heraus und zeigte die wichtigsten Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verlegearten auf. So neigen beispielsweise ungebunden verlegte Großformate aufgrund der Hebelkräfte zu Kipp-Effekten. Mit dem Sopro Solitär-System präsentierte er dabei eine innovative Splittbettverlegung mit gebundener Fuge, die sich speziell für fußgängerbelastete Bereiche wie beispielsweise eine private Terrasse eignet. Denn hier entsteht – wie vom Bauherren gewünscht – eine geschlossene, unkrautfreie und wasserdurchlässige Fuge.

Dem Spannungsfeld „Keramik vs. Betonwerkstein aus der Sicht eines Sachverständigen“ widmete sich anschließend Jörn Dahnke, ö.b.u.v. Sachverständiger für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk von der Handelskammer zu Köln. Seine Ausführungen reichten von einer Einschätzung der Marktentwicklung über die Relevanz technischer Parameter bis hin zu Fragen wie „Wer entscheidet, was verlegt wird?“, „Welche Erwartungen hat der Kunde?“ und „Welche Rolle spielt der Preis?“. Bei seinen abschließenden Gedankenansätzen pro Betonwerkstein verwies er unter anderem auf die mit Betonwerkstein dank moderner Druckverfahren möglichen, auch farbigen Dekore bzw. Individual-Lösungen sowie auf Natur- bzw. Antikkanten, die den Belag lebendig machen – ganz nach dem Motto „Es lebe das Pflaster“.  

Informative Fachausstellung und fachkundige Exkursion über das Heilbronner BUGA-Gelände

Erstmals gab es im Rahmen der Heilbronner Weiss-Tagung ergänzend zum Vortragsteil eine kompakte Ausstellung, bei der sich insgesamt 15 Zulieferbetriebe der Info-B sowie die Ulmer Meisterschule präsentierten. Bei mehreren Führungen konnten sie dabei in Form von Kurzvorträgen kompakt und prägnant ihr Produktprogramm und ihre Neuheiten präsentieren. Ein neues Konzept, das bei den Tagungsteilnehmern auf eine insgesamt sehr positive Resonanz stieß. Perfekt abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung über das Gelände der Bundesgartenschau. Grundlegendes zur BUGA Heilbronn hatte die Teilnehmer bereits zuvor von Berthold Stückle, dem Leiter Projektmanagement & Betrieb BUGA Heilbronn erfahren, der im Vortragsteil über „Planung, Ausführung und Betrieb der BUGA Heilbronn“ informierte. Als traditionelle Gartenausstellung belebt die BUGA ein fast 40 Hektar umfassendes Brachland zwischen Alt-Neckar und Neckarkanal neu. Als Besonderheit kommt eine Stadtausstellung hinzu, die den Besuchern einen Vorgeschmack auf das neue Heilbronner Stadtquartier Neckarbogen gibt. Auch Betonwerkstein findet sich auf dem gesamten Gelände in zahlreichen Varianten. Passend dazu endete der Rundgang daher am Seminarpavillon BETON’T GRÜN, bei dem vor allem das Potenzial von Beton bezüglich Nachhaltigkeit und Qualität voll ausgeschöpft wurde. So erfolgt das Heizen und Kühlen des Gebäudes durch klimatisch aktivierte Betonbauteile. Bei dem beeindruckenden Designboden im Innern des Pavillons handelt es sich um einen Terrazzoboden, der vor Ort eingebaut wurde.

Quelle und Fotos: Dyckerhoff GmbH

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