26.09.2014

Der Kreis als klare Lösung

Der Kreisverkehr Ecke Sperbersloher Straße und Querstraße sorgt nun für besseren Verkehrsfluss – und er konnte ohne Abschnitte in die Gemarkung auf der Fläche der alten Kreuzung realisiert werden. Bildquelle: HeidelbergCement/Fuchs

Auch für kleine Kreuzungen kann ein Kreisverkehr Klarheit schaffen – so geschehen in Markt Wendelstein. Da er aus Betonfertigteilen vorgefertigt wurde, konnte er in kurzer Zeit eingebaut werden, reduzierte damit die Baustellenzeit erheblich und punktet überdies mit langer Haltbarkeit.

Kleine Kreuzung, viel Verkehr: Markt Wendelstein ist eine fränkische Gemeinde in direkter Nähe zu Nürnberg. Fast durch den gesamten Ort zieht sich die Sperbersloher Straße mit zahlreichen Kreuzungen, es gilt in den meisten Fällen die Rechts-vor-links-Regel – doch: „Die Vorfahrtsregeln waren für die Allgemeinheit nicht eindeutig“, beschreibt der Leiter des Technischen Baureferats Markt Wendelstein, Willibald Hierl, die Ausgangssituation.

Zu Stoßzeiten führte das nicht nur zu Staus, sondern auch zu Blechschäden.
Abhilfe schaffte die Marktgemeinde durch drei Kreisverkehre entlang der Sperbersloher Straße. Der letzte entstand im Sommer 2013 und wurde aus Beton gefertigt. „Wir haben mit der Pflasterung von Innenringen und Mittelinseln von Kreisverkehren schlechte Erfahrungen gemacht“, erklärt Hierl die Entscheidung für den Baustoff Beton, „Die Erfahrungen zeigen, dass Pflasterungen nur selten den hohen Belastungen standhalten können. Die Unterhaltskosten waren einfach zu hoch.“

Denn gegenüber geraden Straßenabschnitten treten in Kreisverkehren durch Kurvenfahrten und Bremsvorgänge stärkere Reibungs- und Schubkräfte auf, die zu Verformungen herkömmlicher Fahrbahnoberflächen führen können. Massiv verbauter und befestigter Beton ist hier eine gute Alternative, da er stabil gegen diese Belastungen ist und die Kräfte ohne jede Verformung der Fahrbahnoberfläche aufnimmt – selbst bei extremen Temperaturen.

Immer mehr Städte und Gemeinden entscheiden sich daher für diesen Baustoff, wenn die Ausführung eines neuen oder die Reparatur eines bestehenden Kreisverkehrs ansteht.

Ein weiterer Vorteil von Beton wurde bei dieser Baumaßnahme neu genutzt: Zeitersparnis vor Ort durch die Verwendung von Fertigteilen. „Wir mussten die gesamten Arbeiten (Straßenbau sowie Kanalisations-, Wasserleitungs- und Kabelverlegung) weitgehend in den schulischen Sommerferien durchführen“, erklärt Ingenieur Josef Reislöhner, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft Reislöhner + Partner, die für die Planung und Leitung der Baustelle zuständig waren. „Daher haben wir uns für vorproduzierte Fertigteile entschieden. Mit der Ratio Bau GmbH hat ein Unternehmen vor Ort den Zuschlag erhalten, das zudem mit kurzen Transportwegen punkten konnte.“

Anfang Juli begann Ratio Bau mit der Produktion der Fertigteile. „Der Kreisverkehr besteht hauptsächlich aus einem überfahrbaren Innenkreis von neun Metern Durchmesser. Diesen fertigten wir aus vier Einzelteilen: dem runden Innenteil mit drei Metern Durchmesser sowie drei weiteren Segmenten“, erklärt Bauingenieur Hans Lerner, Geschäftsführer von Ratio Bau. Hinzu kamen noch zwei zusätzliche Elemente für den Übergang zur Straße. „Da der Kreis von 43 auf 25 Zentimeter konisch ausläuft, an den Stößen und Fugen jedoch keine Höhenunterschiede auftreten sollten, haben wir im ersten Schritt den Innenkreis hergestellt und danach die einzelnen Schalungssegmente gegen den Innenkreis gebaut.“ Leerrohre für die später vorgesehenen Edelstahlspannanker mussten quer durch je zwei bis drei Außenabschnitte laufen. Dementsprechend genau mussten die Teile zusammenpassen. „Zusätzlich haben wir an den freien Rändern noch Granitsteine eingepasst, mit Ankerstäben eingeklebt und einbetoniert“, berichtet Hans Lerner – eine recht aufwändige Arbeit. Jedoch waren auf diese Weise selbst die Randsteine schon im Vorfeld eingebaut. Schritt für Schritt entstand so passgenau der fertige Kreisverkehr.

Den Beton für die Herstellung lieferte das Werk Wendelstein der TBG Transportbeton Franken, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, das in direkter Nachbarschaft zur Ratio Bau liegt. „Wir haben für die Rezeptur spezielles Hartgestein in Form von Basalt verwendet“, berichtet Ingenieur Martin Sczeponik, Prokurist der TBG Transportbeton Franken. „Diese Basaltfraktionen sorgen für einen hohen Polierwiderstand, einen geringen Oberflächenverschleiß und damit für eine lange Nutzungsdauer.“ Die fertigen Bauteile mussten dann nur noch auf Zuruf zur Baustelle gefahren, per Autokran montiert, danach verspannt und die Fugen vergossen werden. „Der Einbau des Innenkreises dauerte einen, der der Übergänge nur einen halben Tag. Zum Schluss wurde die Fahrbahn per Kugelstrahlverfahren von Schlämmen gesäubert – und fertig war der Kreisverkehr“, berichtet Hans Lerner.

Der kleine Kreisverkehr stößt auf große Akzeptanz bei den Markt Wendelsteinern - sie genießen den besseren Verkehrsfluss in ihrer Stadt.

Objektsteckbrief

•    Projekt: Betonkreisverkehr, Markt Wendelstein
•    Bauherr: Markt Wendelstein
•    Planung: Ingenieurgesellschaft Reislöhner + Partner, Roth b. Nürnberg
•    Bauausführung Unterbau: Hans Hirschmann KG Bauunternehmung 
     GmbH & Co., Treuchtlingen
•    Bauausführung Oberbau: Ratio Bau GmbH, Wendelstein
•    Betonlieferant: TBG Transportbeton Franken GmbH & Co. KG, Werk Wendelstein, 
     eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH
•    Beton: C35/45, 2 Expositionsklassen XC4 XD3 XF4 XM2;
•    Konsistenz F2, O16 Basalt, Luftporenbildner und
•    Betonverflüssiger, ca. 35 m³
•    Zement: HeidelbergCement AG, Lieferwerk Burglengenfeld:
•    Zement CEM II/A-LL 42,5 R, ca. 20 t

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland

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