30.06.2022

Betonwerksteinpreis 2021

“Sonnenstelen“ überzeugten die Jury

Der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker prämierte die Meisterstücke des vergangenen Jahres.

Der „Betonwerksteinpreis für Gestaltung 2021“ geht an Richard Wegener aus Böhlen, der die Jury nicht nur mit der dahinterstehenden gestalterischen Idee, sondern auch der handwerklich perfekten Ausführung seinen kunstvollen „Sonnenstelen“ überzeugte. Mit einer „Belobigung“ zeichnete der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB) die von René Schulz aus Eggesin gefertigte „Sitzgruppe“ aus - Außenmöbel aus Beton, die durch ihre klare Formensprache sowie ihre feingeschliffenen Oberflächen beeindrucken.

Sechs angehende Betonwerksteinmeister hatten sich 2021 zur Prüfung angemeldet, das erforderliche Meisterstück angefertigt und zur fachkundigen Begutachtung präsentiert. Das Spektrum der Meisterstücke reichte dabei von einer Sitzgruppe und einem Couchtisch über einen Wasserlauf und ein Wasserspiel bis hin zu einer Außenküche und den bereits eingangs erwähnten Sonnenstelen. Sie alle entsprachen dem mit dem alljährlich ausgelobten Betonwerksteinpreis verbundenen Ziel: nämlich neben der handwerklichen Präzision insbesondere auch die Design- und Gestaltungsvielfalt des Werkstoffs Beton herauszustellen. Der Fachjury des Fördervereins der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB), der für die Prämierung verantwortlich zeichnet gehörten in diesem Jahr an: Beate Leinmüller, Designerin an der Hochschule für Gestaltung in Stuttgart, die die Teilnehmer des Meisterkurses wie immer intensiv bei der Ideenfindung sowie der Gestaltungsumsetzung beraten und unterstützt hatte, Dr. Ulrich Lotz und Stefanie Blank von den Betonverbänden Baden-Württemberg aus Ostfildern, Günther Wiedenmayer von der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm, Betonwerksteinmeister Richard Scheer aus Sankt Goar, Wolfgang Kinzebach von der Firma Rinn aus Heuchelheim, Christian Egenter von der Villa Rocca GmbH aus Viernheim und Martin Möllmann von der Dyckerhoff GmbH in Wiesbaden.

“Sonnenstelen“ - ein Kunstobjekt der besonderen Art

Der Betonwerksteinpreis für Gestaltung 2021 geht an Richard Wegener aus dem sächsischen Böhlen, der seine Ausbildung im familieneigenen Fachunternehmen Wegener Betonstein in Großpösna absolvierte. Er beeindruckte die Jury mit einem besonders kunstvollen Meisterstück: Den „Sonnenstelen“, gedacht als gestalterisches Element für den heimischen Garten. Die Grundform der Sonnenstelen bilden zwei plattenförmige Elemente mit einer Stärke von 10 cm, welche getrennt voneinander aufgestellt werden, zusammen jedoch eine Einheit ergeben. Die beiden Elemente sind je 75 cm breit und zwischen 2,25 m und 1,87 m hoch. Dieser Höhenunterschied entsteht durch eine Schräge. Diese verläuft gleichmäßig am oberen Ende über beide Stelen, im Winkel von 13°. In der Mitte dieser beiden Elemente befindet sich eine kreisförmige Öffnung, in die von beiden Stelen aus je 6 strahlenförmig angeordnete Kegel hineinragen. Zwischen den Kegeln liegen Strahlen, welche alle im 30° Winkel angeordnet sind. Für den angestrebten weißen Grundton kam Dyckerhoff Weißzement mit 2 % Titanweiß zum Einsatz. Der Mittelteil der Elemente wurde glattgeschalt, während die übrigen Flächen werksteinmäßig bearbeitet wurden, wahlweise feingeschliffen oder scharriert. Dank der Körnung aus Alpenmarmor-Beige bekamen die Bauteile an den feingeschliffenen Flächen den gewünschten Beigeton. Aufgrund der vielen Hinterschneidungen und der gewählten Füllseite (spätere Außenkante) wurde ein selbstverdichtender Beton verwendet. Bewehrt wurden die Bauteile mit einer Bewehrungsmatte. Diese wurde an der Außenkante zusätzlich mit weiteren Stabstählen und einer Glasfasergewebematte verstärkt. Sowohl die gestalterische Idee wie auch die handwerklich perfekte Ausführung führten zu einem gelungenen Gesamtbild und überzeugten so auch die Jury.

Eine „meisterhafte“ Sitzgruppe

Ein Sonderpreis in Form einer „Belobigung“ wurde René Schulz aus Eggesin zuerkannt, der seine Ausbildung bei der Natursteinsanierung Sandt GmbH in Eggesin, Mecklenburg-Vorpommern, erhielt. Seine Außenmöbel aus Beton in Form einer kompletten „Sitzgruppe“ beeindruckten die Jury durch ihre klare Formensprache sowie ihre feingeschliffenen Oberflächen. Ideengeber für das Meisterstück waren die streng geometrischen Sitzgruppen eines schwedischen Möbelherstellers in Form von Rechtecken oder Quadraten. Angestrebt wurde dabei ein heller Grundton für den Beton, da dieser am besten zu der weißen Fassade am Aufstellungsort passte. Damit die Bauteile so schmal wie möglich gefertigt werden konnten, bot es sich an, die Bauteile auf die Seitenflächen zu drehen und diese so zu Schalen. Dadurch ergaben sich schmale und gerade Einfüllseiten - ideal für einen selbstverdichtenden Beton, da so keine Schalungs- bzw. Flaschenrüttler benötigt wurden. Nach mehreren Versuchen erwies sich dabei das Bindemittel „Dyckerhoff Flowstone-weiß“ in Verbindung mit der hellen Gesteinskörnung Cris Carb als am besten geeignet, um diese schmalen Bauteile mit einem porenarmen und dichten Gefüge herzustellen. Die Oberflächen der Bauteile sowie die schmalen Seiten wurden feingeschliffen und die Seiten zudem mit Hilfe einer „Artico Neo“ Folie mit floralem Muster, gestaltet.

Weitere Informationen zur Ausbildung an der Ulmer Meisterschule und zum Förderverein finden Sie unter: www.meisterschule-ulm.de

Quelle und Fotos: Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB)

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