13.03.2020

Betonwerksteinpreis 2019

Ausgezeichnete Meisterstücke

Der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker prämierte die Meisterstücke des vergangenen Jahres.

Der „Betonwerksteinpreis für Gestaltung 2019“ geht an Angelo Cipollina aus Kappel-Grafenhausen, der die Jury nicht nur mit der gestalterischen Eleganz, sondern auch der handwerklich perfekten Ausführung seines „Post-Cube“, eines Briefkastens aus Betonwerkstein für den Außenbereich, überzeugte. Mit einer „Belobigung“ zeichnete der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB) den von Ralf Keßler aus Landau gefertigten „Schachtisch“ aus - ein edles Kleinmöbel, welches sich in einem gelungenen Materialmix aus feinstem Betonwerkstein und Eschenholz präsentiert.

Sechs angehende Betonwerksteinmeister hatten sich 2019 zur Prüfung angemeldet, das erforderliche Meisterstück angefertigt und zur fachkundigen Begutachtung präsentiert. Das Spektrum der Meisterstücke reichte dabei von einem Holzbackofen und einer Grillstation über eine Halon-Lampe und ein Wandboard bis hin zu einem Schachtisch und einem Briefkasten für den Außenbereich. Sie alle entsprachen dem mit dem alljährlich ausgelobten Betonwerksteinpreis verbundenen Ziel: nämlich neben der handwerklichen Präzision insbesondere auch die Design- und Gestaltungsvielfalt des Werkstoffs Beton herauszustellen. Für die Prämierung zeichnet seit 2010 der Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB) verantwortlich, der im Jahre 2019 bereits auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Der Fachjury des Fördervereins gehörten in diesem Jahr an: Beate Leinmüller, Designerin an der Hochschule für Gestaltung in Stuttgart, die die Teilnehmer des Meisterkurses wie immer intensiv bei der Ideenfindung sowie der Gestaltungsumsetzung beraten und unterstützt hatte, Architektin Ute Bayer aus Blaubeuren, Betonwerksteinmeister Richard Scheer aus Sankt Goar, Wolfgang Kinzebach von der Firma Rinn aus Heuchelheim, Dr. Ulrich Lotz und Stefanie Blank von den Betonverbänden Baden-Württemberg aus Ostfildern sowie Martin Möllmann von der Dyckerhoff GmbH in Wiesbaden. Bei der Bewertung spielen neben gestalterischen und handwerklichen Aspekten immer mehr auch die potentiellen Marktchancen, also die „Marktfähigkeit“ der eingereichten Meisterstücke, eine ganz zentrale Rolle.

And the winner is: „Post-Cube“ - ein Briefkasten der ganz besonderen Art

Der Betonwerksteinpreis für Gestaltung 2019 geht an Angelo Cipollina aus Kappel-Grafenhausen von der Fa. Stulz in Kippenheim. Er beeindruckte die Jury mit seinem eleganten „Post-Cube“, einem Briefkasten für den Außenbereich ganz aus feinstem Betonwerkstein und eine, nach Ansicht der Jury, echte „Design-Innovation“. Im Stil sollte sich der Kasten der eher puristischen und modernen Außenform des vom dem Meisterschüler vor kurzem erbauten Hauses anpassen. Die äußere Gestaltung des Briefkastens orientiert sich daher an den klaren Formen eines Würfels. Von dieser Idee ausgehend war dann auch schnell ein Name gefunden, welcher dieses Meisterstück bezeichnen sollte: Post-Cube. Bei der Anfertigung lag das Hauptaugenmerk auf einer handwerklich traditionellen Arbeitsweise. Aufgrund des schlichten und klaren Designs konnte hier mit einer klassischen Holzschalung gearbeitet werden. Für die Mischung des Betons wurde auf Dyckerhoff FLOWSTONE® weiß zurückgegriffen, welcher sich durch sehr gute Verarbeitungseigenschaften auszeichnet. Der gewünschte finale Farbton wurde durch die entsprechende Zugabe von Granostar® Farbzusätzen erreicht. Großer Wert wurde auf eine handwerklich perfekte und harmonische wirkende Oberfläche gelegt. Erreicht wurde dies durch Scharrieren und Bürsten. Herausgekommen ist schließlich ein modern wirkender Briefkasten, der es versteht, durch seine Schlichtheit, die Moderne des Designs, durch die traditionelle Herstellungsweise und nicht zuletzt durch eine optimale Materialauswahl sich harmonisch in den bereits vorhandenen Gebäude-Stil zu integrieren. Dies überzeugte auch die Jury, die unter anderem wie folgt urteilte: „Hier zeigt sich in der handwerklich perfekten Ausführung des Meisters auch eine zeitgemäße Gestaltung: ein überzeugendes Objekt, denkbar vor modernen Architektur-Gebäuden für eine exzellente gestalterische Einladung in aktueller Formgebung“. Und weiter heißt es: „Harmonisch präsentiert sich das Objekt in gelungener Materialkomposition in behutsam gewählten Kontrastsetzungen in Bezug auf Form, Farbe und Material. Gelungene Proportionen und die konsequente Anwendung der gestalterischen Mittel führen zu einem überzeugenden Gesamtbild“. Die Jury wünscht dem Preisträger daher „viel Erfolg mit einem marktfähigen Objekt“. 

Ein „meisterhaftes“ Möbelstück: Ein Schachtisch von überzeugender Materialität  

Ein Sonderpreis in Form einer „Belobigung“ wurde Ralf Keßler aus Landau von der Villa Rocca GmbH in Viernheim zuerkannt, dessen „Schachtisch“ die Jury sowohl in ihrer gestalterischen Form, als auch in ihrer Materialität beeindruckte. Der Grundgedanke bei diesem Meisterstück war, in einem eleganten, filigranen Möbelstück die Vielseitigkeit und technischen Möglichkeiten des Werkstoffs Beton darzustellen, sowie verschiedene Oberflächenbearbeitungen und Schalungsarten zu nutzen. Die Figuren wurden zunächst als Rohlinge aus Formenbaukunststoff hergestellt und mit Silikonkautschuk abgegossen, um eine exakte und wiederverwertbare Form zu erstellen. Die Silikonformen wurden mit selbstverdichtendem Beton (SVB) ausgegossen und mit Knopfmagneten versehen. Der Tischkörper besteht ebenfalls aus SVB mit einer feinen Gesteinskörnung. Die Oberfläche ist feingebürstet und geölt. Als besondere Herausforderung stellten sich die kleinen Querschnitte und präzisen Kanten heraus, die besondere Ansprüche an die Betonrezeptur und Verarbeitung stellten. Die Verbindung von Beton mit geöltem Eschenholz spiegelt den Kontrast und die Einheit der Werkstoffe wider, die sich in der Verwendung des warmen Minerals Magnetit fortsetzt. Dies nimmt gleichzeitig dem Beton die Härte. Die geraden Linien werden jedoch beibehalten und in den abstrakten Betonfiguren wieder aufgegriffen. Ein besonderes Detail stellt das Schachfeld aus Magnetitbeton dar, dessen Kontrast mittels Abwaschung erzielt wurde und auf dem die Schachfiguren magnetisch haften. Nach dem Urteil der Jury ist „eine vorgegebene Figur - das Schachbrett - umzusetzen isoliert betrachtet noch nicht preiswürdig. Diese Figur in eine gelungene Gesamt-Komposition zu konzipieren, dagegen schon“ - weshalb zusätzlich zum Betonwerksteinpreis dieses Objekt mit einer Belobigung besondere Anerkennung findet. Und weiter heißt es in der Jurybewertung: „Hier zeigt sich der Beton von seiner edlen Seite: das feinste Material spielt mit seinem Kontrahenten Eschenholz in eleganten, klaren Formgebungen und anregenden kalt-warm und hell-dunkel Kontrasten. Die Schachfiguren sprechen eine aktuelle, strenge Formsprache, ihre eingebauten Magnete bilden eine weitere, kleine Design-Raffinesse. Auch diesem Preisträger wünscht die Jury „viel Erfolg mit einem marktfähigen Objekt“.

Quelle: betontage.de
Fotos: Förderverein der Bundesfachschule für Betonwerker (FBB)

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