03.12.2019

Betontechnologen Seminare 2019

Von Dyckerhoff bei Fulda und in Ankum

Gleich in zwei Orten, dem Kurort Bad Salzschlirf im osthessischen Landkreis Fulda sowie in Ankum, einem alten Marktort im Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald, hatte die Dyckerhoff GmbH Anfang November zum „Dyckerhoff Betontechnologen Seminar 2019“ eingeladen. So beschaulich die beiden Tagungsorte waren, so zukunftsorientiert waren die Themen, die den gut 150 Gästen aus der Transportbeton- und Fertigteilindustrie geboten wurden.

Rund zwei Drittel ihrer Zemente liefert die Dyckerhoff GmbH in den Bereich der Transportbeton- und Fertigteilindustrie. Diese wichtige Kundengruppe nicht nur über die neuesten Entwicklungen bei Dyckerhoff, sondern auch über aktuelle Themen und Trends aus dem Markt zu informieren, dies war das Ziel des „Dyckerhoff Betontechnologen Seminar 2019“ -  so Dipl.-Ing. Paul Vogel, Leiter Verkaufsbereich Silozement Südost der Dyckerhoff GmbH, bei seiner Begrüßung im Bad Salzschlirfer „Kulturkessel“. Auch Carsten Janke, Leiter Verkaufsbereiche Silozement Nordwest/Niederlande, verwies gleich zu Beginn des Ankumer Seminars auf die aktive Rolle, die Dyckerhoff hier spielen will - beispielsweise bei der CO2-Optimierung der angebotenen Zemente. Um all dies kompetent zu beleuchten, hatte man neben internen Fachexperten auch bekannte Branchenexperten/innen eingeladen, deren Fachvorträge von neuen Konzepten für CO2 reduzierte Betone über Fragen zur Qualität von Sichtbeton und Bewertungssystemen zur Nachhaltigkeit hin zu den zu den Chancen von Betonen im kommunalen Straßenbau reichten.

Neues aus Forschung und Entwicklung

Moderiert wurde die Bad Salzschlirfer Veranstaltung von Bodo Lagaude, bei Dyckerhoff zuständig für das Verkaufsgebiet Südost. In Ankum führte Dr. Werner Remarque vom Verkaufsgebiet Nordwest die Teilnehmer durch das Seminar. Bereits der erste Referent, Dr. Christoph Müller vom VDZ in Düsseldorf, machte in seinem Vortrag zu „Konzept BetonBauQualität BBQ“ deutlich, dass angesichts der aktuellen CO2-Debatte vor allem „Ressourceneffizienz und Klimaschutz die Betonbauweise weiter vor Herausforderungen stellen“. Auch wenn seiner Ansicht nach Portlandklinker auf absehbare Zeit der wesentliche Bestandteil von Zement bleiben wird, so ist er sicher, dass „klinkereffiziente Zemente“ wie beispielsweise ein CEM II-C Zement, „dazu beitragen werden, die CO2-Intensität der Betone zu senken“.  Der gleichnamige Vortrag wurde beim zweiten Seminar in Ankum von Dr. Olaf Aßbrock vom Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie in Berlin gehalten.

Mit neuen Bindemittelkonzepten beschäftigten sich auch die beiden nächsten Referenten, Dipl.-Ing. Thomas Deuse und Dr. Stefan Hainer, beide von der Dyckerhoff GmbH in Wiesbaden. Thomas Deuse blickte dabei speziell auf Bindemittelkonzepte für hochfeste bzw. ultrahochfeste Betone und zeigte am Beispiel von der innovativen Mikrodur-Technologie für die Dyckerhoff Premiumzemente und Bindemittelvormischungen wie Flowstone und Nanodur, wie sich Hochleistungsbetone in ihren Eigenschaften signifikant verbessern lassen. Dr. Stefan Hainer beschäftigte sich in seinem Vortrag mit „Klinkerreduzierten Zementen und deren Leistungsfähigkeit im Mörtel und Beton. Auch nach seiner Ansicht müssen die CO2-Emisionen der Betonbauweise auf jeden Fall gesenkt werden. Aber es gilt, die mit der Absenkung des Zementgehalts im Beton bzw. der Absenkung des Klinkergehalt im Zement verbundenen Problem nicht außeracht zu lassen. Der Einsatz neuartiger Bindemittel erscheint dem Referenten kurz- und mittelfristig nur für Spezialanwendungen möglich.

Immer wichtiger: Qualitäts- und Nachhaltigkeitsaspekte

Mit vielen anschaulichen Praxisbeispielen untermauerte Dipl.-Ing. Daniela Ehrenreich von der Doka im österreichischen Amstetten ihren Vortrag zu den „Fehler in der Betonoberfläche“. Ihren Ausführungen lag eine differenzierte Analyse der Fehlerursachen wie Witterung, Ausführung, Betonzusammensetzung u.a. zu Grunde, denen sie die entsprechenden Wirkungen wie Poren, Kiesnester, Farb- und Grautonunterschiede und anderes mehr gegenüberstellte. Das Thema Sichtbeton stand auch im Fokus der Ausführungen von Dipl.-Ing. Stefan Heeß von der Dyckerhoff GmbH. Er zeigte detailliert, wo und wie das aktualisierte DBV/VDZ Merkblatt Sichtbeton Änderungen erfahren hat. Als wesentliche Punkte nannte er unter anderem eine bessere Definition des Sichtbetonteams oder die inhaltliche Beschreibung des Schalungsmusterplans. Er verwies unter anderem aber auch darauf, dass Forderungen wie „Rostflecken sind unzulässig“ entfallen, der Versatz der Flächen künftig nur noch 3 mm statt 5 mm betragen darf und dass geeignete Verfahren zur Vermeidung von Kalkausblühungen an pigmentiertem Beton auszuwählen sind.

Welche wichtige Rolle mittlerweile die „Zertifizierungen im Bereich der Nachhaltigkeit“ spielen, dies machte Dr. Thomas Sievert von der Dyckerhoff GmbH deutlich. Im Fokus seiner Ausführungen standen dabei Bewertungssysteme für die ökologische Bewertung von Baustoffen in Form von EPDs, die Nachhaltigkeitsbewertung von Betonwerken im Rahmen der CSC-Zertifizierung sowie diverse Bewertungssysteme für die Nachhaltigkeit von Bauwerken wie beispielsweise LEED oder DGNB. Er plädierte dafür die Randbedingungen und Bewertungsergebnisse stets kritisch zu hinterfragen und verwies darauf, dass „ein Baustoff mit guter Ökobilanz nicht zwangsläufig nachhaltig ist“. Dyckerhoff unterstützt seine Kunden nicht nur gerne bei Fragen der Nachhaltigkeit wie z.B. EPD und CSC, sondern forscht auch aktiv an neuen, nachhaltigen Bindemitteln für die Zukunft - so Dr. Sievert.

Von den Themen Qualität und Nachhaltigkeit zurück zur (Beton)Technik führte Dipl.-Ing. Thomas Berger-Böcker von der Dyckerhoff Beton GmbH in Leverkusen mit seiner Analyse des „Einflusses von Restwasser auf Betoneigenschaften“. Ausgangspunkt seiner Betrachtungen waren die im Rahmen einer Bachelorarbeit ausgeführten Versuchsprogramme und deren Ergebnisse. Letztere unterscheiden sich insbesondere dann, wenn die Nachdosierung zum einen mit Frischwasser erfolgt, oder zum anderen mit Fließmittel bzw. Restwasser. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Blick auf aktuelle Entwicklungen bei und zukünftige Marktchancen mit „Betonen für den kommunalen Straßenbau“. Dr. Werner Remarque von der Dyckerhoff GmbH in Lengerich beschrieb dabei die Flächenbefestigungen aus Beton als eine unterhaltsarme Bauweise, die bei sachgerechter Ausführung eine lange Verfügbarkeit bei geringem Wartungsaufwand garantieren. Auch wenn die Anfangsinvestition in der Regel höher ist, so können die Kommunen dennoch Geld sparen, da weniger Unterhalt erforderlich ist. Insgesamt, so der Referent in seinem Ausblick, besteht hier ein hohes Marktpotential, da der kommunale Straßenbau bisher für die Betonbauweise kaum erschlossen ist.

Quelle und Fotos: Dyckerhoff GmbH

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