12.02.2015

Betondesign nach Maß

Berliner Designer experimentiert mit den Grenzen des Betons

„Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die schönen Seiten des Werkstoffes Beton herauszuarbeiten und diesen sinnlich und erfahrbar zu machen.“, erläutert Conrad Bohn sein Konzept. Beton muss nicht kantig und geometrisch perfekt geformt sein. Beton kann auch in einer sinnlichen Formensprache zum Ausdruck kommen.

Unter dem Namen „Bohnus“, abgeleitet von seinem Nachnamen, fertigt der Architekt und Designer Produkte aus Beton und versucht dabei „Grenzen des Betons immer wieder neu auszuloten“.

Angefangen hat alles im Studium mit der Herstellung von Architekturmodellen aus Beton. Im Rahmen seiner Masterarbeit fertigte er ein 8 m² großes Städtebaumodell der Wiener Altstadt an. Dabei kristallisierte sich für ihn heraus, dass man mit feinen Betonmischungen einen sehr hohen Detaillierungsgrad der Gegenstände herausarbeiten kann. Aus dieser Motivation heraus, entstanden die ersten kleinen Projekte für den Eigenbedarf – eine Blumenbank und verschiedene Kübel. Von Freunden empfohlen, gab es erste konkrete Auftragsarbeiten für Lampen, Schalen und Bilderrahmen. Eine dieser Auftragsarbeiten hängt im Café Lux in Berlin. Das Design der Lampen ist schlicht und zurückgehalten, aber dennoch auffällig.

Das Konzept des Designers zeigt sich am deutlichsten an dem barocken Bilderrahmen aus Beton, auf den er besonders stolz ist. Er ist sehr fein modelliert und wirkt trotz des Gewichts von 10 kg überaus filigran. Der Rahmen ist ein Abguss eines Originals und besteht aus verstärktem Leichtbeton. Das Negativ fertigte Conrad Bohn aus Silikon.

Für die richtige Betonzusammensetzung experimentiert der Designer immer wieder mit neuen Zusätzen und unterschiedlichen Mischverhältnissen. Da jedes Produkt neue und andere Anforderungen erfüllen muss, wird eine bestimmte Grundmischung immer individuell angepasst und verfeinert. Die Schalungen für die Objekte fertigt er aus Silikon oder Holz. Er baut dazu Negative, die dann mit der jeweiligen Betonmischung ausgegossen werden können. Formen, die handwerklich schwer zu fertigen sind, modelliert Conrad Bohn am Rechner als 3D-Modell und lässt die daraus entstehenden Negative dann über einen 3D-Drucker fertigen.

Der Betondesigner will mit seinen Produkten zeigen, was Beton alles kann und experimentiert beispielsweise mit extrem dünnen Wandstärken oder sehr aufwändigen, filigranen Formen. Dazu verarbeitet er unterschiedliche Bewehrungen, z. B. Carbon, Blähglas oder Fiberglas. Die von innen vergoldete Lampe beispielsweise ist mit 1,6 kg besonders leicht – vergleichbare Lampen anderer Künstler wiegen ca. 3,0 kg. Möglich macht dies die Verwendung von Fiberglas – ein glasfaserverstärkter Kunststoff.  Von Innen wird die Lampe mit einer speziell für Betonoberflächen geeigneten streichfähigen Farbe ausgekleidet. Diese goldene Beschichtung und eine abschließende Politur geben der Lampe das perfekte Finish.

Das nächste Produkt steht schon auf dem Programm. Zurzeit experimentiert der Designer an einem Objekt mit einer Wandstärke von nur wenigen mm. Die Grenzen des Betons – wann sind sie erreicht?!

Text: Sandra Eberz
Bilder: Bohnus Betondesign

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