27.02.2018

Betonbauteile im Aufwärtstrend

Umsatzplus von 5 Prozent in 2017 erwartet

Die deutsche Betonfertigteilindustrie ist weiter auf Wachstumskurs. Für das Jahr 2017 rechnen die Hersteller von Betonbauteilen mit einem Zuwachs von rund 5 % und knapp 6 Mrd. Euro Umsatz. Damit konnte die Branche im fünften Jahr in Folge von der guten Baukonjunktur profitieren. Die positive Entwicklung wurde allerdings von Kapazitätsengpässen und dem herrschenden Fachkräftemangel getrübt. Die Zahl der Beschäftigten blieb daher mit rund 45.000 Mitarbeitern unverändert. Dies wurde anlässlich der Pressekonferenz der 62. BetonTage in Neu-Ulm bekanntgegeben.

Steigende Nachfrage, gestärkter Wirtschaftsbau

Das vergangene Jahr entwickelte sich für die Baubranche insgesamt noch etwas besser als erwartet. Dies bestätigt auch die amtliche Statistik der ersten drei Quartale 2017. Die Zahl der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe stieg in diesem Zeitraum um insgesamt 5,1 %. Der Wohnungsbau verzeichnete einen Ordereingang von +2,2 %. Dies machte sich auch bei den Herstellern von vorgefertigten Decken- und Wandbauteilen bemerkbar. Ihr Umsatz stieg um 6 % bzw. 3 %. Bei Mauersteinen aus Leichtbeton wurde ein Umsatzplus von 3 % erzielt. Auch die Hersteller von Produkten für den Straßen-, Garten- und Landschaftsbau profitierten nachgelagert vom Wohnungsbau und erzielten Umsatzsteigerungen von rund 5 %.

Gleichzeitig zeigte sich der Wirtschaftsbau stärker als im Vorjahr. Die Aufträge im Hochbau stiegen in diesem Bereich um 5,1 %, im öffentlichen Hochbau sogar um 10,9 %.  Dies kam den Herstellern von konstruktiven Fertigteilen wie Balken, Stürzen und Bindern, typische Produkte für den Gewerbe-, Industrie- und Verwaltungsbau, zugute. Sie verzeichneten Umsatzzuwächse von rund 11 %.

Durch die gute Auftragslage im Tiefbau erzielten auch die Hersteller von Entwässerungsbauteilen wie Rohren und Schächten aus Beton ein Plus von 8 %. Trotz allem wird der öffentliche Tiefbau dem dringenden Bedarf an Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen weiterhin nicht im benötigten Umfang gerecht.

Branche verhalten optimistisch für 2018

Angesichts der stabilen Baukonjunktur und des hohen Auftragsbestands rechnet die Betonfertigteilindustrie für das laufende Jahr nochmals mit einem moderaten Umsatzwachstum von 3 %. Treibende Kraft könnte vor allem der Wohnungsbau werden. Zwar waren die Baugenehmigungen bei den  Ein- und Zweifamilienhäusern sowie dem mehrgeschossigen Wohnungsbau in 2017 bereits rückläufig, durch die Fortführung der sozialen Wohnraumförderung bis 2021 durch den Bund und die geplanten Fördermaßnahmen der neuen Bundesregierung sind jedoch positive Impulse für diesen Bereich zu erwarten.

Maßnahmen wie die Einführung eines Baukindergelds, die Verbesserung der AfA im Mietwohnungsbau durch eine zeitlich begrenzte Sonderabschreibung oder die vereinfachte  Baulandvergabe werden als wichtige Schritte angesehen, um den weiterhin anhaltenden Wohnungsmangel in Großstädten und Ballungsräumen zu begegnen. Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die rasche Erstellung von bezahlbarem und zugleich qualitätsvollem Wohnraum bietet die Branche mit der seriellen Vorfertigung ein enormes Potenzial. Dabei sind jedoch Systemlösungen gefragt, auch damit serielles Bauen wie bisher mit modernen, multifunktionalen Betonbauteilen und nicht mit der Holzbauweise verbunden wird. Hier ist gemeinsame Aufklärungsarbeit auf Bundesebene zu leisten.

Quelle: FBF Betondienst GmbH / Foto: BBF

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