13.07.2021

Beton für nachhaltigen Neubau

Zirkuläre Wertschöpfung beim Kreisarchiv Viersen

In der Stadt Viersen (NRW) wird ein neues Gebäude für das hiesige Kreisarchiv errichtet – nachhaltig, sowohl beim Bau als auch bei der Unterhaltung.

Seit Mitte Januar 2020 bestimmten Baufahrzeuge am Ransberg in Viersen-Dülken das alltägliche Bild. Die Baustelle ist insofern besonders, als hier im Auftrag des Kreises Viersen auf einer Grundstücksfläche von gut 3.700 m² das landesweit erste Gebäude entsteht, das konsequent die Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung umsetzt. Das bedeutet, alle Materialien und Konstruktionen werden auf ihre spätere Wiederverwertbarkeit hin ausgewählt und zusammengefügt. Mit ihrem Entwurf für die moderne Architektur setzten sich die Krefelder Bernd Volkenannt und Wolfgang Melchert vom Architekturbüro DGM Architekten in einem Architekturwettbewerb gegen dutzende Bewerber durch.

Das innovative und zukunftsfähige Gebäude, das sich über vier Etagen erstreckt, wird nicht nur ressourcenschonend gebaut, sondern ist nachhaltig im Hinblick auf das Energiemanagement. So werden keine fossilen Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas für die Wärme- und Kältegewinnung verwendet. Stattdessen setzt man auf Erdwärme sowie Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Die Temperatur im Gebäude soll über eine Wärmepumpe bzw. einen Eisspeicher reguliert werden. „Natürlich“ heißt das Motto – auch hinsichtlich Luftaustausch, Optimierung des Tageslichteinfalls durch die überstehenden Dachkanten bzw. Temperaturregulierung über das begrünte Dach. Alle diese Maßnahmen sind aufeinander abgestimmt, um die hohen Anforderungen an ein gleichmäßiges Klima zu erfüllen.

Neben Holz, Glas, Klinkersteinen, Metall sowie nachhaltigen Dämmmaterialien verarbeitete das ortsansässige Unternehmen Solbach Hoch- und Ingenieurbau auch Beton. Dieser kam besonders für die Gründung, den Keller, die Einfassung des Eisspeichers mit einer Höhe von 4,50  m und einem Durchmesser von 9,40 m sowie eine Reihe von Fertigteilen zum Einsatz.

Sämtlicher direkt auf der Baustelle verarbeiteter Transportbeton – insgesamt waren es rund 2.100 m³ u.a. für die Bodenplatte, Fundamente für Stützen, Decken sowie den Eisspeicher – lieferte die Dyckerhoff Betonniederlassung Rhein-Ruhr aus ihren Werken Mönchengladbach, Ratheim, Neuss und Kaarst. Zwischen Februar und Dezember 2020 wurden Normalbetone der Festigkeitsklassen C12/15 bis C40/50 und Konsistenzen von F3 bis F5 (weich bis fließfähig) eingebaut. Die verwendeten Betone wurden mit dem Hochofenzement Dyckerhoff HOZ Doppel – CEM III/A 42,5 N (na) – aus dem Dyckerhoff Zementwerk Neuss hergestellt. Hochofenzemente enthalten zwischen 35 und 64 % weniger Portlandklinker – dieser wird durch Hüttensand substituiert – und besitzen dadurch eine reduzierte CO2-Last. Außerdem entsteht beim Erstarren des Betons nur sehr wenig Hydratationswärme, wodurch unkontrollierte Rissbildung vermieden wird. Auch die passgenau vorgefertigten Betonteile, die die Florack Bauunternehmung aus Heinsberg überwiegend für Wände, Stützen und Treppen lieferte, wurden mit Dyckerhoff Beton hergestellt.

Im Sommer 2021 soll der Bau mit einer Brutto-Grundfläche von rund 6.300 m² fertiggestellt sein. Nachdem er gut ausgetrocknet ist, kann der Umzug von der Burg Kempen im Frühjahr 2022 vonstattengehen. Er war notwendig geworden, weil das 700 Jahre alte Gebäude für die kostbaren archivierten Materialien baulich nicht optimal ist. Mindestens 50 Jahre sollen die historisch und rechtlich bedeutsamen schriftlichen Überlieferungen und weitere die Kreis- und Ortsgeschichte dokumentierende Archivalien in dem Neubau gelagert werden.

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