06.01.2020

64. BetonTage: Beton. Für große Ideen.

Beton in der Architektur

"Beton in der Architektur" – unter diesem Titel stellen junge und namhafte Büros seit vielen Jahren beispielhafte Bauten im Rahmen der BetonTage in Neu-Ulm vor. Am 21. Februar 2020 ist es wieder soweit: Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek, Werner Sobek AG, und Michael Rathgeb, Managing Director bei ingenhoven architects, Düsseldorf, sind die renommierten Redner, die den Tag im Plenum eröffnen werden. Nachhaltige Architektur ist ihr Leitthema.

Am Nachmittag stehen Objektberichte aus dem In- und Ausland auf dem Programm. Mit sorgfältig geplanten Industriebauten hat sich das Büro Neugebauer + Roesch Architekten aus Stuttgart einen Namen gemacht. Robert Rösch stellt den Neubau des Pharmakonzerns B. Braun Melsungen AG im sächsischen Wilsdruff vor. In der „modernsten Fabrik 4.0 Europas“ werden Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte produziert. Das Gebäude besticht vor allem durch seine klare Architektursprache aus Beton, Metall und Glas. Dabei korrespondieren die großen Sichtbetonwände sehr gut mit den großformatigen Glaselementen und dem ebenfalls flächig hergestellten Terrazzo-Fußboden.

Ein weiteres gelungenes Beispiel für Gewerbebauten präsentiert Architekt DI Max Nirnberger, X ARCHITEKTEN aus Linz. Es handelt sich um die neue Fertigungs- und Lagerhalle des führenden österreichischen Herstellers für optische Linsen und Brillen, Silhouette, ebenfalls in Linz. Die weiße Fassade aus vorgefertigten Betonelementen greift das Thema der Linse auf. Konvexe und konkave Öffnungen in beiden Längsfassaden prägen den Neubau und brechen die massive Anmutung des Kubus auf.

Seit einigen Jahren lässt sich eine Renaissance der industriellen Vorfertigung in der Architektur beobachten. Prof. Dipl.-Ing. Architekt Dominik Wirtgen, Fischer Architekten GmbH, Mannheim, befasst sich mit der Neuinterpretation dieser Bauweise. Monotone Plattenbauten sind längst passé. Innovativer Beton, Herstellungstechniken und Planungsmethoden erlauben individuelle Bauten, die der Kreativität keine Grenzen setzen. Die „Platte 2.0“ bietet somit neue Chancen für Form, Funktion sowie Textur und ermöglicht schlanke Bauteile, was sein Vortrag anhand von Beispielen eindrucksvoll demonstriert.

Einer der letzten Entwürfe des berühmten brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer ist die Kantinenerweiterung für die Kirow-Werke in Leipzig. Entstanden ist eine futuristische Kugel aus weißem Sichtbeton mit einem Durchmesser von 12 Metern, die an ein denkmalgeschütztes Backsteinensemble ansetzt. Die sogenannte „Oscar Niemeyer Sphere“ wurde vom Büro KERN Architektur UG, Leipzig, in Partnerschaft mit Jair Valera, Rio de Janeiro, realisiert. Architekt Harald Kern berichtet über die Herausforderungen bei der Ausführung.

Das an der ETH Zürich entwickelte DFAB House auf dem NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies)-Gebäude in Dübendorf ist der weltweit erste Wohnungsbau, der nicht nur digital geplant, sondern – mit Robotern und 3D-Druckern – auch weitgehend digital gebaut wurde. Die eingesetzten Bautechnologien entwickelten Forschende der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Dr. Ena Lloret-Fritschi, ETH Zürich, berichtet über die Ergebnisse des Forschungsprojektes.

In der begleitenden Ausstellung präsentieren an diesem Tag neben den Unternehmen aus der Rohstoffe- und Zulieferindustrie, erstmals auch die Hersteller von Betonbauteilen und Betonwerkstein ihre Produkte und Dienstleistungen.

Das Podium „Beton in der Architektur“ wird vom Veranstalter der BetonTage, der FBF Betondienst GmbH, gemeinsam mit der DBZ Deutsche Bauzeitschrift und dem InformationsZentrum Beton durchgeführt. Die Teilnahme für Architekten und Planer ist kostenlos.

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