Das Flachdach aus Beton bei Nichtwohngebäuden

Von einem Flachdach spricht man bei Dachneigungen bis 10°

Das Flachdach aus Beton im Geschossbau

Als Tragkonstruktion des Flachdachs aus Beton im Geschossbau kommen die unter „Decken aus Beton“ aufgeführten Systeme zum Einsatz. Die bauphysikalischen Vorgaben der EnEV, die Abführung des Wassers und die Abdichtung stellen die maßgeblichen Anforderungen an Planung, Konstruktion und Ausführung.Flachdächer im Geschossbau werden meist als nicht belüftetes Dach, auch Warmdach genannt, ausgeführt. Der Aufbau - von unten nach oben - sieht hier vor:

  • Decke aus Transportbeton, Betonfertigteilen oder Halbfertigteilen (mit Aufbeton)
  • Auffüllung aus z.B. Porenleichtbeton im Gefälle (zum Wasserabfluss)
  • Dampfsperre
  • Wärmedämmschicht
  • Trennschicht
  • Dichtungsbahn (Kunststoff oder Bitumenbahnen)
  • Schüttung aus Kies

Die Schüttung aus Kies dient als Wärme- und Feuchtepuffer und vermindert Temperaturspitzen und daraus folgende Beanspruchungen in der Dachkonstruktion.Diese Dachkonstruktionen lassen sich auch einfach als begrünte Dächer ausführen, im unten gezeigten Beispiel als Warmdach mit einer Decke aus bewehrtem Transportbeton.

Flachdächer aus Beton können auch unter bestimmten Bedingungen ohne besondere Dichtungsschicht hergestellt werden. Dabei entfällt dann das aufwendige Herstellen der Dichtungsschichten, das nicht bei jeder Witterung möglich ist.

Dachflächen aus Beton eignen sich besonders zur Befestigung von Solaranlagen und bieten genügend Raum für einen schnellen und kostengünstigen Einbau der Installation und der Leitungen. Eine besondere Art der Gewinnung von Heizenergie ist das Massivabsorbersystem. Hier wird mit Wärmepumpen über Massivbauteile der Umwelt Wärme entzogen. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahldauer und des günstigen Winkels ist hierfür das geneigte Massivdach besonders gut geeignet.

Das Flachdach und das geneigte Dach aus Beton bei hallenartigen Gebäuden
Bei den hallenartigen Gebäuden kommt es oft darauf an, große Stützweiten zu erzielen, um eine möglichst flexible Nutzung ohne Hindernisse zu ermöglichen. Die Dachkonstruktion sollte daher sehr tragfähig sein. Zum Einsatz kommen hier meist Konstruktionen aus Dachplatten, ggf. Pfetten und Bindern, die als Betonfertigteile auf die Baustelle geliefert werden.

Die Dachdecke bildet den Raumabschluss und schützt das Halleninnere vor Witterungseinflüssen wie Niederschlag und Wind. Die Dachfläche sollte ein Gefälle von mindestens 3 % aufweisen, damit Regen- und Kondenswasser sicher abgeleitet werden können. Dieses Gefälle wird durch die Form der Binder erzeugt.
Beim Dachaufbau unterscheidet man Dächer mit oder ohne Wärmedämmung sowie mit oder ohne Kiesschüttung. Der Aufbau des Warmdachs mit Kiesschüttung entspricht den Positionen 3 bis 7 des oben gezeigten Bilds.
Zur Herstellung der Dachdecke stehen für Hallen folgende Betonfertigteile zur Verfügung:

  • Porenbetonplatten
  • Spannbetonhohlplatten
  • TT-Dachplatten aus Stahl- oder Spannbeton
  • Volldeckenplatten

Bewehrte Porenbetonplatten kommen in der Regel bis zu einer Stützweite von 6 m zum Einsatz. Es können aber auch Stützweiten bis zu 7,4 m erreicht werden. Zusätzlich zur Lastabtragung können die Porenbetonplatten auch die Aufgabe der Wärmedämmung übernehmen. Bei großen Abständen zwischen den Bindern werden weitgespannte Spannbetonhohlplatten und TT-Dachplatten verwendet, bei denen Stützweiten bis zu 15 m üblich sind.

Als Pfetten bezeichnet man die schlanken Träger, die die Dachlasten von den Dachplatten auf die Binder übertragen. Pfetten sind nur erforderlich, wenn der Binderabstand größer ist als die maximale Stützweite der Dachplatte. Bei Stützweiten bis zu 15 m können Pfetten aus Stahlbeton eingesetzt werden, bei Stützweiten bis 20 m aus Pfetten aus Spannbeton.

Die Dachbinder leiten als weitgespannte Träger die Dachlasten in die Stützen ein. Unterschieden wird zwischen Satteldachbindern und Parallelbindern. Schlanke Dachbinder können aus Spannbeton mit Stützweiten bis zu 50 m hergestellt werden. Besonders günstige Stützweiten ergeben sich im Bereich von 12 bis 24 m. Über die Binder wird die gewünschte Dachneigung erzeugt, wie das Bild anschaulich darstellt.

Weiterführende Literatur

Willems, W.M.; Schild, K.; Hellinger, G.: Planungsatlas für den Hochbau

Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau e.V. (FDB): Betonfertigteile für den Geschoss- und Hallenbau

Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e.V. (Hrsg.): Transportbeton Bau-Archiv für Architekten und planende Bauingenieure. Verlag Bau+Technik GmbH, Düsseldorf 2003

Lohmeyer, G.: Flachdächer – einfach und sicher aus Beton ohne besondere Dichtungsschicht. Verlag Bau+Technik, Düsseldorf 1993

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