Entwässerungsanlagen

Schätzungen für Deutschland gehen davon aus, dass das private Abwassernetz den zwei- bis dreifachen Umfang des öffentliche Leitungsnetzes hat. Die Überwachung und Pflege ist jeweils Aufgabe des Industrie- oder Gewerbebetriebs, der über diese Leitungen seine Abwässer auf seinem Grundstück ins öffentliche Kanalnetz entsorgt. Aufgrund der eingeschränkten Zugänglichkeit dieser Leitungen im Erdreich legen die privaten Betreiber großen Wert auf eine Minimierung des Erhaltungsaufwands. Die dazugehörigen Bauwerke müssen über durchgängige Dichtheit auch bei größeren Temperaturschwankungen und einen ausreichenden Widerstand der Oberfläche gegenüber den in Abwässern vorkommenden Inhaltsstoffen bzw. deren Emissionen in den Gasraum und den damit verbundenen Folgen aufweisen, auch wenn sie schon über mehrere Jahrzehnte von Abwasser durchflossen werden.

Bild: Betonwerk Neu-Ulm

Neben den Beanspruchungen in der Nutzungsphase müssen Rohrleitungen auch den Beanspruchungen aus Verlegung und Einbau standhalten. Erfassungen des Kanalzustands haben ergeben, dass die häufigsten Ursachen für Schäden in einer nicht fachgerechten Verlegung der Rohrleitung sowie in falsch ausgeführten Anschlüssen der Grundstücksentwässerungen zu finden sind. Risse, Lageabweichungen, Schäden an Rohrverbindungen sowie Abflusshindernisse sind die Folge. Korrosionsschäden treten nur selten auf.

Dies verdeutlicht, dass bei den Anforderungen an den Rohrwerkstoff Dichtheit, Stand- und Lagesicherheit sowie vor allem Robustheit der Rohre – also Festigkeit, Schlagzähigkeit und Kerbunempfindlichkeit – im Vordergrund stehen. Hydraulische Glätte, Verschleiß und chemischer Widerstand sind nachrangig. Hochwertige Rohre aus Beton und Stahlbeton erfüllen bei sachgerechter Verlegung und Einhaltung der Grenzwerte für Abwässer die Anforderungen in allen Fällen.

Aufgrund der eingeschränkten Zugänglichkeit der Ver- und Entsorgungsleitungen im Boden ist ein Austausch oder eine Ergänzung ein bedeutender Kostenfaktor für Betriebe. Hier bietet INKA, das intelligente Kanalsystem, eine innovative Lösung des Problems. Bei INKA werden alle Ver- und Entsorgungsleitungen wie Gas, Wasser, Abwasser, Kommunikation und Strom wohlgeordnet in einem Betonbauteil in ca. 1m Tiefe unter der Oberfläche geführt. Muss einmal eine Leitung ausgetauscht werden, wird dafür die Verkehrsfläche nicht aufgerissen. In regelmäßigen Abständen befinden sich Normalschächte, von denen aus die Leitungen ausgetauscht werden können. Hier werden auch die einzelnen Gebäudeanschlüsse sauber und stets kontrollierbar über zwischengeschaltete Minischächte eingebunden.

Das Herz des Systems bilden die Infrastrukturbauteile. Dabei handelt es sich um Spannbeton-Fertigteile von rund 32 cm Dicke, 1,20 m Höhe und maximal 4 m Länge. Durch diese Betonbauteile ziehen sich röhrenförmige Hohlräume, durch die die Ver- und Entsorgungsleitungen bis zu einem Durchmesser von 20 cm gezogen werden.

Weiterführende Literatur

Kampen, Rolf; Bose, Thomas; Klose, Norbert: Betonbauwerke in Abwasseranlagen - Planung, Bau, Instandhaltung. Verlag Bau+Technik GmbH, Düsseldorf 2011
http://www.betonshop.de/p646_betonbauwerke_in_abwasseranlagen

Deutscher Ausschuss für Stahlbetonbau DAfStb „Betonbau im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“

Broschüre

Betonbauwerke in Abwasseranlagen
Planung, Bau, Instandhaltung
€ 10,00

Details

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