Energieeffizienz

Schwere Baustoffe wie Beton haben eine höhere Wärmespeicherfähigkeit.

Im Bereich der Wärmedämmung weist Normalbeton keine besonderen Vorteile auf. Auch ist er mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 2,1 [W/(mK)] ein schlechter Dämmstoff. Durch Wärmedämmverbundsysteme bzw. mehrschalige Wandkonstruktionen wird dies ausgeglichen: Betonbauten weisen damit eine vergleichsweise hohe Energieeffizienz auf. Zudem besteht die Möglichkeit, durch Verwendung von Leichtzuschlägen, wie z. B. Blähton oder Bims, die Wärmeleitfähigkeit so herabzusetzen, dass im günstigsten Fall sogar auf zusätzliche Wärmedämmung verzichtet werden kann. Durch eine schlanke, massive Wandkonstruktion, wie sie durch Beton ermöglicht wird, kann – mittels frei skalierbarer Dämmstoffdicke – jedes gewünschte Maß an Energiestandard bis zum Passiv- oder Nullenergiehaus realisiert werden.

Große Bedeutung für Energieeffizienz und Behaglichkeit hat die thermische Trägheit von Baustoffen, die durch deren Wärmespeicherfähigkeit bestimmt wird. Solare Wärmegewinne können in schweren Baustoffen effizienter als in leichten genutzt werden. Ein Beispiel: Aufgrund der hohen thermischen Kapazität bleiben in massiven Bauten selbst bei relativ starker Sonneneinstrahlung die Temperaturen noch im behaglichen Bereich. Leichtbauten dagegen neigen bei hohen solaren Wärmegewinnen zur Überhitzung. Die überschüssige Wärmeenergie muss selbst im Frühjahr oder Herbst „weggelüftet“ werden. Zunehmend an Bedeutung gewinnt das Problem des sommerlichen Wärmeschutzes – unter anderem auch, weil die sogenannten internen Wärmelasten durch die Abwärme von elektrischen Geräten im Haushalt und im Büro gestiegen sind.

Hier hat die Betonbauweise erhebliche Vorteile, weil sie auch in Sommermonaten ohne maschinelle Klimatisierung allein durch ihre Wärmespeicherfähigkeit die Innenraumtemperaturen auf einen behaglichen Wert begrenzt.

Als innovative, kostengünstige und energieeffiziente Methode zum Kühlen und Erwärmen von Gebäuden wird die sogenannte Betonkernaktivierung immer interessanter. Sie nutzt die Fähigkeit der Decken und Wände im Gebäude, thermische Energie zu speichern und damit Räume zu heizen oder zu kühlen. Bei der Betonkernaktivierung erfolgt der Transport der Wärme über Flüssigkeiten, z. B. Wasser. Rohrregister, durch die diese Flüssigkeiten fließen, werden direkt in die Betonbauteile – meist in die Decken, gegebenenfalls aber auch in Stützen oder Wände – einbetoniert. Je nach Temperatur nimmt die Flüssigkeit Wärme aus dem Bauteil auf – es wird gekühlt – oder gibt Wärme an das Bauteil ab – es wird geheizt. Die Betonkernaktivierung ermöglicht eine weitgehend verlustfreie Energieübertragung mit maximalen Austauschraten.

Die Betonkernaktivierung ist mittlerweile häufiger Bestandteil der modernen Architektur, vor allem bei Büro- und Verwaltungsgebäuden, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Museen. Es bestehen sehr gute Kombinationsmöglichkeiten mit regenerativen Energiequellen wie Wärmepumpen oder geothermischen Energiesystemen.

Natürlich temperierend

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