Kreuzungs- und Einmündungsbereiche

Im innerstädtischen Bereich gehören die plangleichen Kreuzungspunkte wegen der hohen Schubkräfte aus Anfahr- und Bremsvorgängen vor Lichtsignalanlagen zu den stark belasteten Verkehrsflächen [1]. Die bei Asphaltbefestigungen auftretenden Verformungen (Aufwölbungen) beeinträchtigen den Fahrkomfort und vermindern die Verkehrssicherheit. Die deswegen erforderlichen Instandsetzungsarbeiten verursachen hohe Kosten und Verkehrsbehinderungen. Eine Befestigung von Knotenpunkten mit einer Betondecke ergibt hier einige Vorteile, da Verformungen nicht auftreten und eine Erneuerung auf lange Zeit nicht erforderlich ist. Die Oberflächenbeschaffenheit der Betonoberfläche mindert die Blendwirkung einer nassen Fahrbahn bei Nacht und sorgt so für mehr Sicherheit.

Kreuzungs- und Einmündungsbereiche werden jeweils nach dem am stärksten belasteten Fahrstreifen der Anschlussstrecken bemessen. Für Kreuzungen sind allgemein die Bauklassen II oder III gemäß RStO [2] anzusetzen. Die Dicke der Betondecke wird dementsprechend auf 22 bis 24 cm festgelegt [3].

Da Kreuzungen neuralgische Punkte im städtischen Verkehrsnetz sind, dürfen Sperrzeiten meist nur sehr kurz sein. Bei der Auswahl des Betons zur Herstellung und Erneuerung von Kreuzungsbereichen ist daher frühhochfester Straßenbeton mit Fließmittel zu bevorzugen. Da der Verkehr auch während der Bauarbeiten zumeist aufrecht erhalten werden muss, ist immer eine sorgfältige Planung der Verkehrsführung während der Bauzeit erforderlich. Empfehlenswert ist die Verlegung der Bauarbeiten in verkehrsarme Zeiten (Sommerferien, Wochenende) [3].

Da viele bestehende Regelwerke für den Betondeckenbau in erster Linie auf die Belange der Bundesautobahnen ausgelegt sind, werden derzeit Merkblätter mit Ergänzungen für Stadt- und Landstraßen sowie für besondere Verkehrsflächen erarbeitet. Im Arbeitsausschuss 8.3 „Konstruktion“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswegebau beschäftigt sich eine Bearbeitergruppe im neuen Arbeitskreis 8.3.3 „Stadt- und Landstraßen sowie besondere Verkehrsflächen“ mit dem Thema „Kreisverkehre und plangleiche Knotenpunkte“.

Sofern es die Platzverhältnisse zulassen, werden Verkehrsknotenpunkte immer häufiger als Kreisverkehrsanlagen aus Beton geplant oder umgestaltet. Für sie sprechen die höhere Verkehrssicherheit und die hohe Leistungsfähigkeit. Die im Vergleich mit vorfahrts- oder signalgesteuerten Kreuzungen niedrigeren Geschwindigkeiten der Fahrzeuge im Kreisverkehr und die bessere Übersichtlichkeit lassen die Zahl der Verkehrsunfälle schrumpfen und sie glimpflicher verlaufen. Meist ist auch die Leistungsfähigkeit höher. Die Kosten für die Anschaffung und Wartung einer Lichtzeichenanlage entfallen.

Weiterführende Links

[2]    Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen (RStO), Ausgabe 2001

[3]    Ehrlich, Norbert; Hersel, Otmar: Straßenbau heute – Betondecken.

Literaturtipp

Straßenbau heute - Betondecken
Schriftenreihe der Beton- und Zementindustrie
€ 10,00

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