Dünne Betonschicht auf Asphalt (DBA oder Whitetopping)

Asphaltfahrbahnen verformen sich unter starker Belastung, wie sie heute bei LKW-Verkehr üblich sind. Bei hohen Temperaturen verschärft sich dieses Problem. Spurrinnen, Verdrückungen oder Aufquetschungen sind häufig die Folgen, für die die Straßenbauverwaltungen Instandsetzungsverfahren benötigen, die auf der einen Seite eine dauerhafte Lösung des Problems versprechen und andererseits bei der Ausführung den Verkehr möglichst wenig beeinträchtigen.

Konstruktionsprinzip der Dünnen Betonschicht auf Asphalt (DBA)

Statt der Gesamterneuerung wird daher zunehmend häufiger das Verfahren „Dünne Betonschicht auf Asphalt“ (DBA), auch Whitetopping genannt, eingesetzt. Bei diesem Verfahren wird eine dünne Betondecke aus einem schwindarmen, fasermodifiziertem Beton auf die vorhandene Fahrbahndecke aus Asphalt aufgebracht. Es entsteht ein so genannter Compositbelag.

Erfahrungen mit dieser Bauweise in den USA, wo sie seit 1918 eingesetzt wird, belegen eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren. In Deutschland wird das Verfahren seit 2004 angewendet. Die Bauweise zählt zwar noch nicht zu den Standardbauweisen der „Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen“ (RStO) bzw. den „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die bauliche Erhaltung von Verkehrsflächen – Betonbauweisen“ (ZTV BEB-StB), es wird jedoch im Arbeitskreis 8.3.3 „Stadt- und Landstraßen sowie besondere Verkehrsflächen“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswegebau auf der Grundlage der bestehenden Regelwerke ein Merkblatt „Dünne Betonschicht auf Asphalt (Whitetopping)“ vorbereitet.

Vorbedingungen für eine hohe Dauerhaftigkeit sind der ausreichende Verbund zwischen Asphalt und Beton und eine ausreichende Tragfähigkeit des Untergrunds und der verbleibenden Tragschicht. Beim dünnen Whitetopping betragen die Einbaudicken für den Beton 10 cm bis 20 cm, beim ultra-dünnen Whitetopping aber auch nur 5 cm bis 10 cm.

Instandsetzungsmaßnahmen mit einer dünnen Betonschicht auf Asphalt beginnen mit dem schonenden Abfräsen des schadhaften Asphaltbelags bis zur erforderlichen Tiefe. Die Fläche muss rau, eben, gereinigt, mattfeucht und frei von Pfützen sein. Der Betoneinbau erfolgt vorwiegend maschinell. Der Handeinbau zwischen einer Schalung ist nur bei sehr kleinen und/oder geometrisch ungünstigen Flächen zu empfehlen.

Die Betonoberfläche muss wie bei allen Fahrbahndecken aus Beton ausreichend griffig und möglichst lärmarm sein. Die entsprechenden Verfahren sind im Abschnitt „Einbau von Fahrbahndecken aus Beton“ zu finden.

Auch bei einer DBA sind zur geregelten Rissführung in der Betonfahrbahndecke Fugen erforderlich. Je dünner die Betonschicht ist, desto kürzer müssen die Fugenabstände sein. Die Fugen erhalten in der Regel weder Dübel noch Anker.

Weiterführende Literatur

[1]    Ehrlich, Norbert; Hersel, Otmar: Straßenbau heute – Betondecken. Kapitel 11 „Neuerungen und Entwicklungen“

[2]    Siegfried Riffel: Whitetopping-Bauweise; Zukunftsfähiges Verfahren zur Instandsetzung mit Beton. beton 11-2009, S. 502

[4] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.: Merkblatt „Whitetopping“, Ausgabe 2013

Literatur-Tipp

Straßenbau heute - Betondecken
Schriftenreihe der Beton- und Zementindustrie
€ 10,00

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