Wärmeschutz

Der Wärmeschutz soll vor allem ein der Gebäudenutzung angepasstes behagliches Raumklima sichern, und das unter wechselnden außenklimatischen Einflüssen im Winter und im Sommer bei möglichst geringem Aufwand für die Herstellung, die Instandhaltung und die Heizung der Gebäude. Aufgabe des Wärmeschutzes ist es aber auch, Feuchtigkeitsschäden als Folge von Kondenswasser-Niederschlag an den Oberflächen und im Inneren der Bauteile zu verhindern und so die Funktionsfähigkeit der Gebäude dauernd aufrechtzuerhalten. Mit steigenden Energiepreisen tritt auch die Energieeinsparung immer mehr in den Vordergrund.

1. Wohnen und Wohlbefinden

Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des heutigen Menschen hängt wesentlich von der Qualität des Raumklimas ab; er verbringt nämlich im Durchschnitt mehr als zwei Drittel seines Lebens in Wohn- oder Arbeitsräumen, also in Gebäuden. Gesundheit wird als Zustand physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens verstanden. Gebäudegestaltung und bauphysikalische Eigenschaften der raumumschließenden Bauteile schaffen daher wichtige Voraussetzungen für das physische Wohlbefinden. Ein wesentlicher Teil des physischen Wohlbefindens ist die thermische Behaglichkeit, die ihrerseits wieder von einer Vielzahl von Einflüssen und Zuständen abhängt.

2. Nachweis des Wärmeschutzes nach EnEV und mitgeltenden Normen

Die Bundesregierung hatte bereits 1990 beschlossen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 25 % bezogen auf das Jahr 1990 zu reduzieren. Daher wurde schon mit Verabschiedung der „Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden (Wärmeschutzverordnung - WärmeschutzV)“ vom 16. August 1994 der politische Auftrag formuliert, bis zum Ende des Jahrzehnts eine Novellierung der Verordnung zu erarbeiten, mit dem Ziel, das Anforderungsniveau des Energiebedarfs von Neubauten um weitere 25 bis 30% zu verschärfen. Hiermit soll ein Beitrag zum Klimaschutzprogramm der internationalen Staatengemeinschaft geleistet werden, denn noch immer stellt der Energieverbrauch im Gebäudebereich mit rund einem Drittel einen erheblichen Anteil an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland dar. Dies ist mit der „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“ kurz „Energieeinsparverordnung (EnEV)“ genannt, zum 01.02.2002 umgesetzt worden. Derzeit gültig ist die EnEV 2013.

Download PDF: Nachweisziele der Energieeinsparverordnung (Auszug aus „Bauphysik nach Maß“)

Download DOC: Nachweis und Bilanzierung mit dem Heizperiodenverfahren (Vereinfachtes Verfahren) (Auszug aus "Die neue Energieeinsparverordnung - Was ändert sich im Wohnungsbau" erschienen in "Bauen für die Landwirtschaft" 3/2002)

3. Anforderungen an den winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz nach DIN 4108-2

Durch Mindestanforderungen an den Wärmeschutz der Bauteile im Winter nach DIN 4108-2 in Verbindung mit den erforderlichen Maßnahmen des klimabedingten Feuchtesschutzes wird den Bewohnern von Gebäuden eine hygienisch einwandfreie Lebensweise ermöglicht sowie ein dauerhafter Schutz der Baukonstruktion gegen klimabedingte Feuchteeinwirkungen sichergestellt.
Mindestanforderungen an den baulichen Wärmeschutz im Sommer sollen ein behagliches Raumklima erzielen, einer hohen Erwärmung der Aufenthaltsräume infolge sommerlicher Wärmeentwicklung entgegenwirken sowie die Notwendigekit einer Kühlung von Aufenthaltsräumen vermeiden.

4. Gebäudedichtheit und Mindestluftwechsel

Mit ansteigendem Dämmniveau übt die Gebäudedichtheit einen zunehmenden Einfluss auf den Wärmeverlust aus. Die Energieeinsparverordnung fordert daher, dass bei Neubauten – unabhängig vom Gebäudetyp – die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dem Stand der Technik entsprechend dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet
werden muss.

Download PDF: Gebäudedichtheit und Mindestluftwechsel (Auszug aus „Bauphysik nach Maß“)

5. Energiebedarfsausweis

Wesentliche Änderungen an der Gebäudesubstanz oder der Anlagentechnik müssen in einem Energiebedarfsausweis festgehalten werden, wenn im Zusammenhang mit den Änderungen die spezifischen Kenngrößen ermittelt worden sind (Transmissionswärmeverlust, Anlagen- Aufwandszahl, Endenergiebedarf, Jahres-Primärenergiebedarf). Wesentliche Änderungen liegen im Sinne der Energieeinsparverordnung dann vor, wenn innerhalb eines Jahres an mindestens drei Außenbauteilen (Außenwände, Fenster, Außentüren, Decken, Dächer, etc.) großflächige Änderungen (über 20 % der entsprechenden Flächen) in Verbindung mit dem Austausch des Heizkessels bzw. der Umstellung auf einen anderen Energieträger vorgenommen werden. Ferner liegt eine wesentliche Änderung dann vor, wenn das beheizte Gebäudevolumen um mehr als 50 % erweitert wurde. Die freiwillige Erstellung eines Energiebedarfsausweises nach einer Änderung ist möglich. Es ist im Ausweis zu vermerken, ob er freiwillig  aufgestellt wird oder im Zusammenhang mit wesentlichen Änderungen notwendig geworden ist.

Download PDF: Inhalt und Aufbau des Enegergiebedarfsausweises (Auszug aus „Bauphysik nach Maß“)

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