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Architekt Bernhardt und Partner, Darmstadt

Bauherr Klaus Tschira Stiftung, Heidelberg

Projektbeteiligte Albert Altenbach, Heidelberg (Bauunternehmen); Flachdach Breivogel, Bad Kreuznach (Ausführung Flachdach); TBG Transportbeton Kurpfalz, Eppelheim (Betonwerk); Betonpumpendienst Simonis, Ubstadt-Weiher (Betonpumpen); HeidelbergCement AG, Heidelberg (Betonhersteller); Betotech Baustofftechnisches Labor Eppelheim, Beteiligungen der Heidelberger Beton (Betonprüfstelle)

Jahr 2011

Ort 69117 Heidelberg, Königstuhl 17

Spiralgalaxie aus Ortbeton

Haus der Astronomie in Heidelberg

Beschreibung

Seit jeher sind die Menschen vom Universum mit seinen Planeten, Sternen und Galaxien fasziniert. Ein Ort, an dem sich alles um dieses Thema dreht, ist das Haus der Astronomie auf dem Königstuhl nahe Heidelberg. In seiner Form der berühmten Spiralgalaxie M51 nachempfunden, soll es eine breite Öffentlichkeit für Astronomie begeistern und den Wissenschaftsaustausch unter den Astronomen fördern. Die Planung des Gebäudes stammt von den Darmstädter Architekten Bernhardt und Partner, für die inhaltliche Leitung ist u.a. das Max-Planck-Institut für Astronomie verantwortlich, das sich ebenso wie die Landessternwarte in direkter Nachbarschaft befindet.

Um eine zentrale Mittelachse gedreht, zeigt sich der zweigeschossige Rundbau aus Stahlbeton mit bandartigen, metallverkleideten Geschossebenen und dazwischen liegenden Glasfassaden. Den Kern des Gebäudes bildet die „Galaxie“, ein mit multimedialer Technik ausgestatteter Hörsaal mit 101 Sitzplätzen, über dem sich eine Planetariumskuppel wölbt. Spiralförmig um den Gebäudekern angeordnet ist das Foyer, anschließend die Ausstellungs-, Seminar- und Büroräume. Diese enden in zwei Spiralarmen, die in der Höhe um ein halbes Geschoss zueinander versetzt sind. Gläserne Trennwände und offene Bereiche erlauben vielfältige Sichtbezüge und machen die Gebäudeform für die Besucher erfahrbar.

Analog zu der Spiralform einer Galaxie nimmt die Krümmung der Seitenarme zum Kern hin immer mehr zu. Der so erzeugte Eindruck einer Rotation wird durch die abnehmende Höhe der Glasfassadenbänder nach oben hin noch verstärkt. Da sich die räumliche Umsetzung der komplexen Gebäudeform mit zweidimensionalen Plänen nicht realisieren ließ, arbeiteten die Architekten mit einem dreidimensionalen Modell und einer speziellen 3D-Software.

Beton

Die Ausführung der Ortbetonarbeiten war für das erfahrene Bauunternehmen keine alltägliche Aufgabe. Mehr als 100 verschiedene Radien und nur wenig gerade Wände galt es zu bauen. Aufgrund der komplexen Geometrie des Gebäudes mussten viele der computergenerierten Formteile für die Schalung speziell angefertigt werden. Insgesamt 600 Tonnen Bewehrungsstahl, 1.175 m Spannstahl und rund 3.000 m³ Ortbeton kommen zum Einsatz.

Für die Tragfähigkeit der Stahlbetonkonstruktion sorgt ein kompliziertes Raster aus Unterzügen und vier vorgespannten Kragdecken. Mit viel Spannstahl und Spannlitzen ausgestattet, mussten alle diese Bauteile in einem Guss gegossen werden. Sie liegen auf nur acht, zudem um 10 Grad geneigten Stützen auf. Diese wurden in Sichtbetonqualität SB 4 ausgeführt, entsprechen also der höchsten Sichtbetonklasse mit besonders hohen Anforderungen an die geschalten Flächen. Die geringe Anzahl lastabtragender Elemente kommt den Ausstellungsflächen zugute, die dadurch flexibler genutzt werden können. Eine weitere Besonderheit ist die sich selbst tragende Kuppel aus Stahlbetonfertigteilen. Sie überspannt eine Öffnung von 14 m und besteht aus 20 Einzelsegmenten mit einem Gesamtgewicht von 205 Tonnen.

Die komplizierten Formen des Gebäudes konnten mit einem fließfähigen, leicht verarbeitbaren Transportbeton hergestellt werden. Durch seine Zusammensetzung verfügt er über einen hohen Wassereindringwiderstand. Ein Entmischen oder Bluten findet nicht statt.

Quelle: Baunetz Wissen Beton
Bildnachweis: HeidelbergCement AG, Steffen Fuchs

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