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Architekt
f64 Architekten, Kempten Bauherr privat Projektbeteiligte Hermann Rudolph Baustoffwerk GmbH, Weiler-Simmerberg (Betontechnik); Ingenieurbüro Lämmle, Wiggensbach (Tragwerksplanung); Güttinger Ingenieure, Kempten (HLS-Planung); Kettner und Baur, Memmingen (Elektro-Planung) Jahr 2011 Ort Kempten Konstruktionsmerkmale Massivhaus (kerngedämmte Betonwände als Halbfertigteilkonstruktion)
Besonderheiten
Betonkernaktivierung, Sole/Wasserwärmepumpe Spannungsreiche BlickbeziehungenWohnhaus in Kempten
Beschreibung
Das westlich des Stadtzentrums liegende Baugrundstück ist geprägt von zwei grundlegend unterschiedlichen Baustrukturen. Östlich des Leichtlewegs hangabwärts erzeugt eine flächige Terrassensiedlung eine 1-geschossige geschlossene Raumkante. Westlich davon schließt sich ein seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewachsenes Quartier aus locker gesetzten Stadthäusern an, in dem ein letztes bebaubares Grundstück verblieben war. Die starke Durchgrünung, die ruhige Wohnlage und die Nähe zum Stadtzentrum kennzeichnen den hervorragenden Standort.
Beton
Das Gebäude ist vollständig aus kerngedämmten Betonwänden als Halbfertigteilkonstruktion ausgeführt. Dabei bleiben äußere und innere Wand- und Deckenflächen weitgehend sichtbar. Während die anthrazitbeschichteten Fenster einen zurückhaltenden Kontrast zu den Betonflächen zeigen, signalisiert die Eingangs- und Garagentornische durch ihre Eichenholzoberfläche die besondere Funktion. Die Innenwände wurden gemauert und glatt verputzt. Zusammen mit der durchgehend weißen Einbaumöblierung und den weißen Innentüren ergibt sich ein differenziertes Wechselspiel mit den Betonflächen. Die Energie wird mit einer Sole/Wasserwärmepumpe mit Erdsonden (2x110m Länge) erzeugt. Die Wärmeübergabe erfolgt in angenehmer Strahlungswärme durch die thermische Aktivierung der sichtbaren Betondecken. Zur Optimierung wurden die Rohrregister bereits im Werk in die untere Lage der Halbfertigteilplatten eingelegt. Im Sommer kann dieses System auch zur Kühlung herangezogen werden. Eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle sowie eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergänzen das Energiekonzept. Die Anforderungen zum KfW-EH 70 werden deutlich unterschritten. Als innovative Konstruktion wurden zur Verbesserung der Raumakustik in der großen Halle Absorberstreifen in die vorgefertigten Deckenelemente integriert. Neben der Lüftungsanlage sorgt auch die zentrale Staubsaugeranlage für optimale Lufthygiene. Bildnachweis: Rainer Retzlaff, Niedersonthofen
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