Schmaler Turm kombiniert mit sechsgeschossigem Riegel und weitem Vorplatz am Münchner Stadtrand
Ansicht von der Straße Zentrales Foyer als verbindendes Element Empfang im Atrium Redaktionslounge Büro

Architekt GKK+Architekten, Berlin; Prof. Swantje Kühn, Oliver Kühn

Bauherr SV-Hochhaus Hultschiner Straße Vermietungs-KG, Pöcking

Projektbeteiligte LHI Real Estate Management, München (Projektmanagement); CBP GP Cronauer Beratung Planung, München (Generalplanung); R+R Fuchs Ingenieurbüro für Fassadentechnik, München (Fassadenplanung); IBT Ingenieurbüro Tavakkol-Khah (Vorbeugender Brandschutz); H-Bau Technik, Klettgau (Schalrohre); BLG Transportbeton GmbH & Co. KG - eine Beteiligung von Heidelberger Beton (Beton)

Jahr 2008

Ort München, Hultschiner Straße

Papierschalung für Sichtbetonstützen

Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlags in München

Beschreibung

Seit Ende 2008 liegt die Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlags nicht mehr in zentraler Lage in der Münchner Innenstadt, sondern gegenüber der verlagseigenen Druckerei am Stadtrand bei Steinhausen. Zusammen bilden sie ein städtebauliches Ensemble an der Hultschiner Straße. Der neue Bürokomplex, geplant von den Berliner Architekten GKK+Architekten, besteht aus einem schlanken Turm, einem sechsgeschossigen Riegel sowie einem dazwischen liegenden überdachten Atrium.

Die ursprünglich geplante Höhe des Hochhauses von 145 m mit 38 Geschossen musste nach einem Bürgerentscheid auf 100 m und 28 Geschosse begrenzt werden. Um die Proportionen der zur Stadt hin orientierten Fassade von etwa 4:1 dennoch beibehalten zu können, wurde die schmale Seite des Hochhauses von 30 auf gut 25 m reduziert. Im Turm, über dessen Traufe noch eine Technikzone liegt, sind Büros angeordnet. Weitere Büroräume sind im zweiten bis fünften Obergeschoss des Flachbaus untergebracht; in den unteren beiden Geschossen befinden sich Cafe und Kantine, eine Kindertagesstätte sowie Konferenz- und Schulungsräume.

Mit einer Höhe von über 23 m fällt das Atrium besonders großzügig aus. Zwei Brücken in den oberen Geschossen schaffen direkte Verbindungen zwischen den Büroetagen des Hochhauses und solchen im Flachbau. Dieses ausgedehnte Foyer, die breiten Flure sowie die Redaktionslounge bieten viel Raum für interne Kommunikation, der bei einem so großen Verlag hohe Bedeutung zukommt. Insgesamt 1.800 Arbeitsplätze befinden sich in dem neuen Haus.

Die doppelte Fassade des Gebäudes besteht aus hochtransparentem Glas und entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Kaleidoskop aus unterschiedlich gekippten Elementen. Sie ermöglicht eine natürliche Belüftung sowie windunabhängigen Sonnen- und Blendschutz. In jedem Büroraum können Sonnenschutz, Temperatur und Lüftung individuell geregelt werden - dafür sorgen dezentrale Fassadenlüftungsgeräte. Das Kunstlicht wird in Abhängigkeit vom Tageslicht automatisch gesteuert. Zur Energiegewinnung wird oberflächennahe Erdwärme genutzt; im Erdreich wird zudem sommerliche Wärme zum Heizen im Winter und winterliche Kälte zur Kühlung im Sommer gespeichert.

Beton

Alle Geschossdecken des Gebäudekomplexes werden von runden Stahlbetonstützen in Sichtbetonqualität getragen. Diese wurden mithilfe von Schalrohren aus äußerst stabilem Papier gefertigt, die je nach gewünschter Qualität der Betonoberfläche in drei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sind. Aufgrund einer vollflächigen Spezialbeschichtung gewährleisten sie eine absolut glatte und nahtfreie Oberfläche.

Nach dem Erhärten des Betons können die Rohre mittels einer integrierten Reißleine einfach geöffnet und schnell entfernt werden. Darüber hinaus schützen die stabilen Papierrollen den Beton vor den mechanischen Einflüssen auf der Baustelle. Insgesamt wurden rund 700 runde Sichtbetonstützen mit Hilfe der Schalrohre hergestellt.

Quelle: Baunetz Wissen Beton
Bildnachweis: Claus Graubner, Frankfurt

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