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25.07.2007

Regenwassernutzung macht sich bezahlt

Beton-Zisternen eignen sich am besten für den unterirdischen Einbau im Garten. Sie sind äußerst robust und preiswerter als Kunststoffzisternen.

© Bausparkasse Schwäbisch Hall / Mall

Die Idee ist älter als die Bibel. Griechen, Römer und andere Kulturvölker beschäftigten sich bereits lange vor Christi Geburt mit der Frage, wie sich Regenwasser effektiv sammeln, lagern und im täglichen Leben nutzen lässt. Die Niederschläge über die Dächer aufzufangen und in unterirdische Zisternen abzuleiten, war schon damals die praktikabelste Lösung. Daran hat sich bis heute im Prinzip nichts Grundsätzliches geändert. Nur: Der bedenkenlose Umgang mit Trinkwasser schadet der Umwelt und er ist teuer. Von den rund 150 Litern Trinkwasser, die in deutschen Haushalten pro Kopf und Tag verbraucht werden, ließe sich etwa die Hälfte durch die Nutzung von gesammeltem Regenwasser einsparen.

Wasser und Gebühren sparen
Damit können die Wasserkosten deutlich reduziert werden. Viele Gemeinden berechnen ihre Abwassergebühren heute nach dem gesplitteten Gebührenmaßstab. Das bedeutet, dass die Kosten der Kommunen für die Abwasserbeseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser in Rechnung gestellt werden und nicht, wie bisher üblich, nach der simplen Formel Wasserverbrauch gleich Abwasserkosten.

Die Berechnung für das Niederschlagswasser (auch als "Oberflächenentwässerungsgebühr" bekannt) richtet sich nach der Summe der versiegelten Flächen, also Dächern, Garagen, Einfahrten und Höfen – kurz: allem, worüber der Regen in das Kanalsystem geführt wird. Wer "seinen" Regen sammelt, spart nicht nur einen Teil des Wassergeldes, sondern wird eventuell von seiner Gemeinde mit der Befreiung von der besagten Gebühr belohnt.

Vorher aber gilt es zu investieren. Durchschnittlich etwa 4.000 Euro kostet nach Angaben der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr) eine Regenwassernutzungsanlage für einen Vier-Personen-Haushalt. Sie funktioniert im Prinzip wie vor Tausenden von Jahren - nur die einzelnen Komponenten sind moderner. Vom Dach aus fließt der aufgefangene Regen über ein Fallrohr durch einen Filter in einen Speicher, der, je nach Platz- und Bodenverhältnissen, sowohl im Haus als auch unterhalb des Erdreichs liegen kann.

Innenspeicher eignen sich besonders für die Nachrüstung, Erdspeicher aus Beton sind bei Neubauten zu empfehlen, da hier ohnehin Ausschachtungsarbeiten anfallen. Eine Steuereinheit regelt den Zulauf zur Toilette, zur Waschmaschine und für die Gartenbewässerung. Ein Überlauf sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser auf dem Grundstück versickert. Angenehmer Nebeneffekt beim Wäschewaschen: Weil Regenwasser sehr weich ist, beugt es der Verkalkung der Waschmaschine vor und reduziert gleichzeitig den Waschmittelverbrauch um die Hälfte.

So sauber wie ein Badesee
Die Größe des Speichers hängt von der Dachfläche, der Niederschlagsmenge und dem persönlichen Bedarf ab. Die Berechnungen und die Installation sollte ein Fachbetrieb durchführen. Denn um sauberes, hygienisch einwandfreies Regenwasser nutzen zu können, muss man technische Feinheiten beachten.

So wird die Wasserqualität nicht nur durch den Filter, sondern auch durch Absetzvorgänge innerhalb des Speichers und durch das regelmäßige Überlaufen des Oberflächenwassers gewährleistet. Wichtig ist zudem die strikte Trennung der Leitungssysteme von Trink- und Regenwasser. Sollte der Speicher während einer Trockenperiode leer sein, wird er zwar durch Trinkwasser wieder aufgefüllt – diese Übergabestelle unterliegt aber zur Gewährleistung der Hygienevorschriften besonderen Anforderungen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, braucht man vor Keimen keine Angst zu haben: Der Regen in modernen Haussammelanlagen entspricht in seiner Qualität der EU-Richtlinie für Badegewässer.

Der Fachmann hilft übrigens auch beim unvermeidlichen Papierkram. In der Regel sind gängige Zisternen zwar nicht genehmigungspflichtig, vor dem Bau einer Regenwasseranlage müssen aber dennoch das Gesundheitsamt und der zuständige Wasserversorger informiert werden. In Sachen Bürokratie hatten es frühzeitliche Bauherren noch einfacher.

Quelle:  Bausparkasse Schwäbisch Hall
www.schwaebisch-hall.de  über 
ratgeberbox.de - Produkte - Trends - Information

Weitere Infos zur Regenwassernutzung finden Sie hier


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