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06.05.2009
Objektreport „Wohnhaus Matthias Hoppe“

Die Fassade gliedert sich horizontal in ein mit Betonwerkstein verblendetes Mauerwerk im Erdgeschoss sowie das mit Holzlatten verkleidete und im Holz-Leichtbau errichtete Obergeschoss.
Einfamilienhaus mit Büro und Carport
Fassadengestaltung im Einklang mit der Natur
Betonwerkstein und Holz harmonisch kombiniert
Auf einem ca. 600 m² großen Grundstück im oberpfälzischen Greißelbach bei Mühlhausen entstand ein freistehendes Einfamilienhaus mit Büro und Carport. Vor allem die Verwen-dung der Materialien Holz und Stein geben dem Gebäude einen ganz eigenständigen Charakter und zeigen den hohen gestalterischen und zugleich ökologischen Anspruch des Architekten.
Auffallend ist zunächst seine sehr klare, am einen Kubus orientierte Formensprache des Baukörpers. Die Fassade gliedert sich horizontal in ein mit Betonwerkstein ver-blendetes, massives Mauerwerk im Erdgeschoss sowie das mit unbehandelten Holzlatten (sibirische Lärche) verkleidete und im vorgefertigten Holz-Leichtbau errichtete Obergeschoss. Speziell diese Kombination, d.h. die gleichzeitige Verwendung der Materialien Holz und Stein lassen das Gebäude nicht nur optisch besonders attraktiv, sondern auch sehr naturnah sowie der Landschaft und ihrer ortstypischen, traditionellen Bauweise angepasst wirken.
Energieeffiziente und nachhaltige Bauweise
Das Haus mit einer Wohnfläche von 160 m² und einem Volumen von 1.007 m³ erfüllt den Energiestandard eines KfW 60-Hauses. Dies bedeutet, dass der Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes nicht mehr als 60 kWh pro m² Gebäudenutzfläche beträgt (hier sind es 55 kWh). Gleichzeitig unterschreitet der auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche des Gebäudes bezogene spezifische Transmissionswärmeverlust (HT-Wert) den in der EnEV ange-gebenen Höchstwert um mindestens 30%.
Zur Energieeinsparung trägt neben der Beheizung und Kühlung des Gebäudes mittels einer Erdwärmepumpe insbesondere der spezielle Fassadenaufbau bei. So wurden auf dem 24 cm Kalksplittstein-Mauerwerk (Format Modulstein 19 cm hoch, angefertigt von der Fa. Meier aus Lauterhofen) zunächst Fassadendämmplatten im Format 120 cm x 60 cm und einer Dicke von 12 cm aufgebracht (Isover WLG 035 ).

Die Betonwerksteine wurden mit Hilfe von Ankern an der Wand befestigt und die Fugen im Dünnbettverfahren verklebt.
Attraktive Steinfassade
Der Architekt und Bauherr verfolgte bei der gesamten Gebäudeplanung eine ganzheitliche Optimierungsstrategie, die neben der Energieeffizienz auch die Auswahl der Baustoffe und deren Herstellung mit einschloss. So kam mit dem unbehandelten Lärchenholz ein nachwachsender, wär-medämmender und zugleich CO2-mindernder Baustoff zum Einsatz. Und zugleich ein Material, das pflegeleicht und einfach zu verarbeiten ist. Gleiches gilt auch für die zur Verblendung des Mauerwerks im Erdgeschoß eingesetzten Betonwerksteine mit der Bezeichnung „Via Castello“. Hergestellt wurden sie von der Fa. Egner + Sohn aus Neumarkt in der Oberpfalz. Das Familienunternehmen mit rund 100 Mitarbeitern ist in Fachkreisen ein Begriff und bekannt für neue, kreative Ideen, die zeigen, dass Beton keinesfalls „grau in grau“ sein muss. Dazu zählt die Produktlinie „Via Castello“, die – so die Firmenphilosophie – mit ihrer außergewöhnlichen Optik „neue Lebensräume im Einklang mit der Natur“ schafft und so die „Macht des Steines“ verkörpert.
In vorliegenden Fall wurden auf einer Fläche von ca. 80 m² Quadratmetern Via Castello-Qualitäten mit der Bezeichnung „Via Castello Mauerverblender“ in der Farbe Jura versetzt, d.h. die Steine wurden mit Hilfe von Ankern an der Wand be-festigt und die Fugen im Dünnbettverfahren verklebt. Als Gesteinskörnungen kamen bei der Herstellung der Steine ausschließlich natürliche, farbechte Natursteinkörnungen zum Einsatz. In Verbindung mit dem weißen Portlandzement „Dyckerhoff Weiss“ kommt so die Eigenfarbe der Naturstein-körnungen besonders gut zur Geltung. Die Steine zeichnen sich zudem durch ihre hohe Dauerhaftigkeit aus. Da „Via Castello“ mit einem hydrophobierenden Zusatzmittel gefertigt wird, welches die Wasseraufnahme im Beton reduziert, erhöht sich der Frost- und Tausalzwiderstand und somit auch die Witterungsbeständigkeit der Fassade. Gleichzeitig ist auch eine Verminderung von Verschmutzungen und Ausblü-hungen gewährleistet. Dank ihrer Variabilität in Form und Farbe lassen sich die Via-Castello-Steine – wie im vorliegenden Beispiel - besonders gut mit anderen Baustof-fen kombinieren und sorgen so für ein neues, gleichzeitig aber auch an historische Gebäude angelehntes Fassadenbild.
Bautafel
Bauherr: Martina Harrer und Matthias Hoppe
Entwurf: Dipl.-Ing. (FH) Architekt Matthias Hoppe, tätig bei der Arge Brauhaus Architekten in Altdorf
Wohnfläche: 160 m²
Volumen: 1.007 m³
Mauerwerk (Kalksplittstein): Fa. Meier, Lauterhofen
Betonwerkstein: Fa. Egner + Sohn, Neumarkt
Fassadenarbeiten: in Eigenleistung unter Mithilfe der Fa. Egner
Fotos: Matthias Hoppe
Quelle: wero press
