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14.01.2008

Im Trend: Das Generationenhaus

Werden wir eines Tages in UFO-förmigen Plexiglasgehäusen, gigantischen Hochhäusern oder unterirdisch en Höhlen leben? Eines ist klar: Mit dem Wandel der Gesellschaft werden sich auch die Wohn- und Lebensformen verändern. Eine Herausforderung, der sich Architekten und Stadtplaner schon heute stellen – zum Beispiel mit dem Generationenhaus, einem Gemeinschaftsprojekt der deutschen Zement- und Betonindustrie und der Zeitschrift „Schöner Wohnen“.

Mit dem Generationenhaus im oberschwäbischen Bad Wurzach begegnet die deutsche Zement und Betonindustrie dem zunehmenden Interesse älterer und jüngerer Menschen, gemeinsam unter einem Dach zu leben. Die Wünsche der Nutzer hat die Zeitschrift „Schöner Wohnen“ in einer Umfrage ermittelt, an der sich 22.000 Leser beteiligten. Als wichtigste Kriterien für das Haus der Zukunft nannten sie: eigenständige Wohneinheiten, Barrierefreiheit, Modularität und Flexibilität, ein heller und moderner Wohnungsstil sowie ein zukunftsweisendes Energiekonzept.


Das Generationenhaus im Bau

Für siebzig Prozent der Umfrageteilnehmer sollten in solch einem Generationenhaus bis zu sechs Personen zusammenleben können, dreißig Prozent können sich schon heute vorstellen, dass in Zukunft drei Generationen dort wohnen. Thomas Kaczmarek, Geschäftsführer der BetonMarketing Deutschland GmbH, äußert sich zuversichtlich, dass es einen Markt für solche Häuser gibt: „Die Nachfrage nach zukunftsfähigen Gebäuden wie dem Generationenhaus ist bereits heute hoch, es fehlt aber immer noch an Ideen und Angeboten, wie verschiedene Generationen gemeinsam wohnen und leben können. Aus diesem Grunde haben wir uns gemeinsam mit ‚Schöner Wohnen‘ für das Projekt Generationenhaus entschieden.“

Mit dem Projekt haben die beiden Partner bereits die zweite gemeinsame Initiative zur Entwicklung zukunftsfähiger Häuser ins Leben gerufen. 2005 entwarf das Architekturbüro Lohmann das „Haus fürs Leben“, das sich mittlerweile dutzendfach verkauft hat. Das „Haus fürs Leben“ lässt sich je nach Lebens situation um und ausbauen. Auch Decken und Wände können verändert werden – schnell und mit wenig Aufwand. Bislang gab es fast keinen Bauherrenwunsch, der nicht erfüllt werden konnte.

Auch das Generationenhaus ist ein Entwurf Lohmanns und eine Weiterentwicklung des Vorgängers: zwei versetzt zueinander stehende Baukörper mit einer Gesamtwohnfläche von 235 Quadrat metern (160 plus 75), im Garten durch einen Innen hof, zur Straße hin durch eine Art Laubengang verbunden. Das kleinere der beiden Häuser lässt sich ganz unterschiedlich nutzen – als Gästehaus, Atelier, Büro, als Kinder oder Elternhaus, zur zeitweiligen Untervermietung oder für eine Nanny. Im Falle eines Falles ließe es sich sogar vom Haupthaus abgetrennt verkaufen. Die Hausteile haben getrennte Eingänge, einen gemeinsamen Innenhof und zwei separate Terrassen.
Der Bauherr muss sich bei diesem Entwurf nicht festlegen: Beide Wohneinheiten basieren auf einem Modulkonzept, das beliebig nach außen oder oben wachsen und sich so veränderten Lebensbedingungen anpassen kann. Angeboten wird das Generationenhaus in fünf verschiedenen Grundtypen und architektonischen Stilrichtungen. Alle Typen haben eines gemeinsam: Sie bringen Eltern, Kinder und Enkel wieder zusammen unter ein Dach.

Auch das Energiekonzept ist zeitgemäß: Das Generationenhaus weist einen Energiebedarf von weniger als 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf und liegt damit im Bereich des finanziell geförderten KfW40Standards. Die Nutzung von Erdwärme und Solarenergie führt dazu, dass weder Öltank noch Gas anschluss nötig sind und die laufenden Kosten gering bleiben. Techniken wie Regenwassernutzung und Photovoltaik sind auf Wunsch problemlos in das Konzept integrierbar.

Die Vorteile des Baustoffs Beton für das Generationenhaus beschreibt Kaczmarek so: „Kein anderer Werkstoff ist so individuell gestaltbar wie Beton. Er verfügt über unübertroffenen Schallschutz, absolute Feuerfestigkeit, minimiert durch fugenarme Verarbeitung Wärmebrücken und trägt somit zu einem angenehmen Raumklima und zur Energieschonung bei.“ Architekt Lohmann wollte nach Kaczmareks Worten Beton von Anfang an auch an außergewöhnlichen Stellen einsetzen. Im Haus findet man ihn nun auch als Schiebetür oder Waschbecken.

Im Mai 2008 wird das Musterhaus in Bad Wurzach seine Türen öffnen und Interessenten die Möglichkeit bieten, dort zur Probe zu wohnen. Die Entstehung des Gebäudes kann man auf der Internetseite www.schoenerwohnenhaus.de  verfolgen.


Quelle:
Text: context 4, 2007 - Conny Eck; mit freundlicher Genehmigung von HeidelbergCement
Bilder: Lohmann Architekten


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