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30.08.2006

Bonn goes Blähton

Vorzeigehäuser für die Betonbranche


So wird die Rheinbacher Straße schon im Dezember 2006 aussehen (Fotomontage).


Die Zukunft des Baustoffs Beton liegt in der Bonner Weststadt: Dort trifft man in den letzten Tagen immer häufiger auf wuselige Menschen mit Kameras und Notizblöcken – die lokalen Medien von Generalanzeiger bis WDR Fernsehen haben das Bauen mit elementiertem Leichtbeton neu entdeckt. Das Objekt der Medien-Begierde liegt in der Rheinbacher Straße. Auf dem Gelände mit den Hausnummern 1-5 entstehen derzeit in Systembauweise sechs Einfamilienhäuser, die die Zukunft des Baustoffs Beton zeigen: Das Zauberwort heißt Blähton. Entstanden vor rund 180 Millionen Jahren in den Meeren des Jura, entwickelt sich sein Grundstoff Ton derzeit zu einem echten Trend-Baumaterial, das sich vor allem auf Grund seines natürlichen Ursprungs zunehmender Beliebtheit erfreut und über ein ausgesprochen gutes Image verfügt – eine Entwicklung, die die Betonbranche nicht ungern sehen wird, geistert doch noch durch viel zu viele Köpfe – und auch durch die Medien – immer noch das Unwort vom „Betonklotz“. Die Bonner Baustelle beweist: Bauen mit Leichtbeton trägt viel bei zum Imagewandel einer ganzen Industrie.
Doch weil vom guten Image allein niemand leben kann, überzeugt das Bauen mit vorgegossenen Blähton-Elementen auch durch exzellente Wirtschaftlichkeit. Bogislav Roeber-Boretius, Sprecher des Bonner Architektur- und Bauunternehmens ABEMA: „Die Kosten für Abriss der Altbauten und Neubau zusammen liegen mit weniger als 1.200 Euro je Quadratmeter unter den Ausgaben, die allein für die Sanierung des Altbestands angefallen wären.“ Die ABEMA ist vom Grundstückseigentümer, der Bonner Kirchengemeinde St. Maria Magdalena, mit der Komplettabwicklung des Projekts beauftragt worden. Mit Erfolg: Nur sechs Wochen nach Vertragsunterzeichnung waren per Erbbaurecht
Abnehmer für alle Grundstücke gefunden, am 1. August begann der Abriss der Altbauten, und ihre diesjährige Silvesterparty werden die neuen Bewohner bereits in ihren Blähton-Domizilen feiern. Nicht nur bei privaten Bauherren hebt die Aussicht auf derartig günstige Preise und kurze Bauzeiten die Lust aufs Bauen. Mit weniger Geld. schneller in die eigenen vier Wände, und das auch noch mit natürlichem Baustoff – das ist eine Formel, die gut ankommt.
Doch nicht allein beim Baumaterial setzt das ABEMA-Team auf Nachhaltigkeit: Die Energie für Heizung und Warmwasser werden die neuen Bewohner der Rheinbacher Straße aus Erdwärme beziehen. Noch einmal Roeber-Boretius: „Diese Form der Nutzung regenerativer Energien ist – passend zum Blähton – nicht nur besonders umweltschonend, sondern langfristig auch konkurrenzlos preiswert für ihre Nutzer. Die niemals versiegende Energiequelle Geothermie macht Hauseigentümer unabhängig von den aberwitzig steigenden Preisen für Öl und Gas, und weil sie keine Ressourcen verbraucht, belastet sie die Umwelt deutlich weniger als die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen – nämlich gar nicht."

Quelle: Abema GmbH Architektur & Bauen

 


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