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18.11.2009
Technisches Forum 2009: Bauen verbindet

Klaus von Dohnanyi referierte beim Technischen Forum über die Ursachen und Folgen der Wirtschaftskrise
„Bauen verbindet“ – unter diesem Motto stand das Technische Forum 2009, das auch dieses Mal in bewährter Weise Vorträge aus Politik, Wirtschaft und Forschung mit einem bunten Abendprogramm kombinierte. 250 Gäste waren am 5. November 2009 der Einladung von Lafarge Zement ins Congress Center nach Leipzig gefolgt.
Die Veranstaltung begann mit einem hochaktuellen Thema: Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Bürgermeister von Hamburg und stellvertretender Vorsitzender des Konvents für Deutschland, referierte über die Ursachen und Folgen der Wirtschaftskrise. Rhetorisch brillant und argumentativ überzeugend legte von Dohnanyi dar, wie es zu der weltweiten Krise kommen konnte, warum staatliche Konjunkturprogramme nur bedingt greifen und welche Maßnahmen vonnöten wären, um die Krise langfristig zu überwinden.
Schwerpunkt Infrastrukturprojekte
Passend zum Motto lag der thematische Schwerpunkt der Tagung auf der ICE Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin. Olaf Drescher von der DB Projektbau stellte in seinem Vortrag das beeindruckende Infrastrukturprojekt vor, das die Fahrtzeit zwischen München und Berlin auf vier Stunden verkürzen wird. Zahlreiche Tunnel und Talbrücken der Hochleistungsstrecke befinden sich im Moment in Bau. So etwa die Unstruttalbrücke oder der Finnetunnel. Diese Bauwerke liegen direkt vor der Haustür des Lafarge Werkes in Karsdorf.
Dipl.-Ing. Bernd Otten, Technischer Projektleiter der ARGE Finnetunnel, knüpfte an diesen Vortrag an und erläuterte die technologischen und logistischen Herausforderungen beim Bau des Finnetunnels, der mit 6.970 Metern der längste Eisenbahntunnel Ostdeutschlands sein wird. Dabei zeigte Otten anhand zahlreicher Fotos und eines Films eindrucksvoll die Dimensionen der Baustelle und der beiden Tunnelbohrmaschinen auf, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 14 Metern pro Tag durch den Berg fressen.
Fachlich anspruchsvolle Vorträge
Frank-Peter Kugler, Leiter Bauberatung von Lafarge in Karsdorf, ging danach auf die zement- und betontechnischen Aspekte der ICE Neu- und Ausbaustrecke ein. So zeigte er beispielsweise die besonderen Anforderungen auf, die bei der Produktion der elf Tonnen schweren Stahlbeton-Tübbinge für den Finnetunnel zum Tragen kommen.
Auch bei der nächsten Präsentation standen fachliche Aspekte im Vordergrund: Prof. Dr. Harald S. Müller von der Universität Karlsruhe referierte über die Frostbeanspruchung von Brückenbauwerken aus Beton und zeigte in seinem anspruchsvollen Referat auf, inwieweit Laborversuche auf die Praxis übertragen und Ansätze für eine Lebensdauerbemessung daraus abgeleitet werden können.
Stauwehr in Ägpyten
Als letzter Vortrag stand wieder ein internationales Projekt auf dem Programm: Sylvestre Guillien und Lionel Linger, beide von VINCI Grands Projets, präsentierten den Bau des Naga Hammadi Stauwehrs am Nil in Ägypten. Das Bauvorhaben wurde mit Zement und Beton von Lafarge (Orascom) realisiert. Ein Film und die beiden Vorträge verdeutlichten auf eindrucksvolle Weise, wie das Team aufgrund extremer Temperaturen, ungeschulter Arbeiter, der abgelegen Baustelle und der besonderen Anforderungen an den Beton vor zahlreiche Herausforderungen gestellt wurde.
„Bauen verbindet“ – dieses Motto galt auch für die Begegnungen und Gespräche während der Pausen: Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich auszutauschen und die Ausstellungen im Foyer zu besuchen. Dort konnten sie sich an Infoständen zum Beispiel über Lafarge und das neue Betonberechnungsprogramm informieren. Darüber hinaus luden ein Stand mit Betonschmuck- und accessoires sowie am Stand der Bauhaus-Universität Weimar eine spannende Materialausstellung und ein Betonkanu von der Betonkanuregatta zum Verweilen und Betrachten ein.
Ein buntes Abendprogramm mit Magie und Comedy, kulinarischen Köstlichkeiten und Musik rundete im Spiegelpalast in Leipzig die Veranstaltung ab. Fazit: Ein gelungenes Kundenevent, das in drei Jahren sicherlich seine Fortsetzung finden wird.
Quelle:
Lafarge Zement GmbH