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29.10.2009

Erweiterungsbau des Museums Morsbroich




Der Museumsverein Morsbroich e.V. hat anlässlich der Ausstellung „Projects: Done. Eine Ausstellung von Candida Höfer mit Kuehn Malvezzi“ 2009 das renommierte Architekturbüro Kuehn Malvezzi beauftragt, einen Entwurf für einen Erweiterungsbau für das Museum Morsbroich zu erarbeiten.

Die Pläne für einen Erweiterungsbau des Museums Morsbroich sehen einen großzügigen, geschlossenen zweigeschossigen Betonbau vor, der insgesamt über 1600 qm Ausstellungsfläche verfügt. Zum Park hin öffnet sich eine große Loggia. Sie schafft die Verbindung zum barocken Schloss und übernimmt die Funktion eines öffentlichen Versammlungsortes.

Mit dieser privaten Initiative des Museumsvereins Morsbroich e.V. soll die Diskussion um die Errichtung eines Fluxuszentrums in Leverkusen weitergeführt werden, die durch die Übergabe der Sammlung Ruepp durch das Land Nordrhein-Westfalen an das Museum angestoßen wurde. Ziel ist die Einwerbung von Sponsorengeldern, die die Errichtung eines Erweiterungsbaus und den Ankauf von Werken der Fluxuskunst ermöglichen.

Statement der Architekten Kuehn Malvezzi, 2009
Archiv und Ausstellung bilden die gegensätzlichen Pole eines Museums: hier archivarische Vollständigkeit, dort pointierte Ausstellungsauswahl. In diesem produktiven Spannungsverhältnis steht auch die Erweiterung des Museum Morsbroich, die sowohl Raum für Wechselausstellungen als auch Raum für ein Fluxus-Archiv schafft. Archiv und Ausstellung in einem Erweiterungsbau zu bündeln heißt, einen übergreifenden Parcours zu schaffen, der die verschiedenen Pole des Museums in einen publikumswirksamen Zusammenhang bringt und die klassische Grenze zwischen Sammeln und Forschen einerseits und Präsentieren andererseits räumlich überwindet.

Mit vier jeweils 400 Quadratmeter großen Hallen positioniert sich der Neubau komplementär zum barocken Schloss mit seinen vielen Räumen kleineren Zuschnitts: ein Pavillon auf zwei Ebenen, der sich gegenüber dem zentralen Schlossbau zurücknimmt und am Rand der rückwärtigen Parkanlage situiert wird. Der Pavillon flankiert den bestehenden Gartenweg und wird von diesem fast beiläufig erschlossen, ohne den großen Freiraum in der Mitte des Gartens zu beanspruchen. In Sichtweite der bestehenden Gebäude öffnet sich der Pavillon zum Schloss mit einem zweigeschossigen, überdachten Eingangsbereich, der als Foyer im Freien Skulpturenhof und Veranstaltungsbereich in einem ist. Er ist Teil des Parks und des Gebäudes gleichermaßen, ein Schwellenraum zwischen Außen und Innen.

Die Bretterschalung erscheint als Haut des neuen Baukörpers in doppelter Form: Die Holzverkleidung des offenen Eingangsbereichs geht über in die Sichtbetonoberfläche mit Schalholzabdruck. Das Bauwerk bildet im Park einen geschlossenen Körper, der seiner Funktion als bergendes Schatzhaus unverfälscht Ausdruck verleiht, sich bei näherem Hinsehen aber mit ihrem Naturbezug als fein strukturiert in der Oberfläche erweist. Im Inneren entfaltet sich die Raumfolge L-förmig über zwei Geschosse um den Eingangsraum und bildet mit zwei langen Treppen an den gegenüberliegenden Stirnwänden einen kontinuierlichen Parcours, in dem Wechselausstellungen und Archiv separat wie auch als Einheit erfahren werden können. Raumhöhen von 5.70 Metern im Lichten, glatte weiße Wände und fugenlose Zementböden schaffen im Zusammenspiel mit natürlichem und künstlichem Oberlicht eine vielfältig bespielbare Raumkonstellation: von Schaumagazin über Sammlungspräsentation und Sonderausstellungen bis zu Veranstaltung

Die Ausstellung:
Projects: Done
Eine Ausstellung von Candida Höfer mit Kuehn Malvezzi
16. Mai – 2. August 2009 

Das Museum Morsbroich zeigte mit „Projects: Done“ eine umfangreiche Werkschau der Künstlerin Candida Höfer, die insgesamt 14 Projekte aus den Jahren 1968 bis 2008 vorstellte. Die Ausstellung ist in enger Kooperation mit den Architekten Kuehn Malvezzi entstanden, die gemeinsam mit der Künstlerin raumspezifische Präsentationen entwickelt haben. Zum ersten Mal im Werk von Candida Höfer sind hierfür Gestaltungsformen gewählt worden, die nicht nur einzelne Werkgruppen als Installationen zeigen, sondern auch über ein weites Spektrum des Ausstellens von Fotografie informieren.

Weitere Informationen:
Museum Morsbroich Leverkusen
Dr. Fritz Emslander
Stellv. Direktor, Kurator, Presse
Gustav-Heinemann-Str. 80
51377 Leverkusen
phone +49/(0)214/85556-12
fax +49/(0)214/85556-44
fritz.emslander[dont like]@[spam]museum-morsbroich.de
Internet: www.museum-morsbroich.de

Museumsverein Morsbroich e.V.
Dr. Markus Heinzelmann
Geschäftsführer
Gustav-Heinemann-Straße 80
D-51377 Leverkusen
phone +49/(0)214/85556-10/11
fax +49/(0)214/85556-54
markus.heinzelmann[dont like]@[spam]museum-morsbroich.de

Quelle / Bilder: Museum Morsbroich, Leverkusen / Kuehn Malvezzi Architekten


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