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16.11.2010
4. Wettbewerb Artist at Work
Skulpturen junger Künstler zeigen die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten des Materials
Zum ersten, zum zweiten, zum dritten … mit der Versteigerung der Kunstwerke endete am 16. Oktober der Nachwuchswettbewerb „Artist at Work 2010“. Austragungsort des Kunstwettbewerbs war in diesem Jahr die Insel Mainau.
Albrecht Braun, geschäftsführender Gesellschafter der Firma „braun – Ideen aus Stein“ mit Sitz in Amstetten und Tübingen und Initiator von „Artist at Work“ hatte, anders als in den Jahren zuvor, bewusst darauf verzichtet, die Veranstaltung mit einer Landesgartenschau zu verbinden. Damit unterstreicht er die Eigenständigkeit des Wettbewerbs, der seit der ersten Austragung 1999 in der jungen Kunstszene längst einen festen Platz erobert hat.
Neben sieben Studenten bundesdeutscher Kunstakademien nominierte die Jury aus Vertretern verschiedener künstlerischer Disziplinen auch drei Studenten der Schweizer Hochschule der Künste in Bern für die Teilnahme an dem in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeschriebenen Wettbewerb. Ziel des Kunstwettbewerbs „Artist at Work“ ist die künstlerische Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten des Materials Beton. Es steht den jungen Künstlern als zu bearbeitender Quader oder als flüssiger Beton für eigene Formen zur Verfügung und kann mit anderen Materialien oder Farben kombiniert werden.
Ramon Feller „Untitled (Fünf Worte zwei Klammern)“.
Mittelpunkt von „Artist at Work“ ist der fünftägige Workshop. In dieser Zeit arbeiten die jungen Künstler an der Umsetzung ihrer Entwürfe und werden von Peter Aicheler, geschäftsführender Gesellschafter der Aicheler & Braun GmbH in Tübingen, technisch betreut. Für die Kunststudenten, die sich bei der Vorentscheidung qualifizieren konnten, war der Umgang mit dem oft ungewohnten Werkstoff die besondere Herausforderung. Unter den interessierten Blicken der Mainau-Besucher entstanden Skulpturen mit so viel versprechenden Titeln wie „Zahn-Stein“, „nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen“, „Invasion der Gartenzwerge“ oder „Lea“, die bis zur Versteigerung in den Parkanlagen der Insel ausgestellt waren.
Lilith Becker "Titel 4/14/30/40/15"
Bei der Preisverleihung am 13. Juni vergab die Jury zwei 1. Plätze und honorierte damit die hohe künstlerische und handwerkliche Qualität der Arbeiten.
Einer der beiden 1. Preise ging an den jungen Schweizer Kunststudenten Ramon Feller für sein Werk „Untitled (Fünf Worte zwei Klammern)“. Er verband die Fragilität biegsamer Bambuspflanzen mit der Schwere von Beton und führt auf poetische Weise die Starre von Beton durch die unsichtbare Kraft der Pflanze ad absurdum.
Den zweiten 1. Preis erhielt die Stuttgarter Künstlerin Lilith Becker. Ihre Arbeit mit dem Titel 4/14/30/40/15 setzt sich kritisch mit dem Thema Essen und dem Umgang mit Lebensmitteln auseinander. Die „Invasion der Gartenzwerge“ bekam für das konsequente künstlerische Konzept der „Nanologin“ Annina Thomann aus St. Gallen den 2. Preis. „Kunst die Spaß macht“, so die Jury zu den zahlreichen Zwergen, die zur Erheiterung der Besucher in unterschiedlichen Stadien aus dem Untergrund der Insel Mainau aufgetaucht und im Park ausgeschwärmt sind. Das Werk von Johannes Fötsch aus Halle „nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“, eine Anlehnung an die Metapher der drei Affen, steht in aktuellem Bezug zu ökologischen Themen unserer Zeit und wurde mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist mit einem Preisgeld von insgesamt 3.500 Euro dotiert.
„nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen“
Am 16. Oktober wurden die Kunstwerke im Weißen Saal von Schloss Mainau durch das Konstanzer Auktionshaus Karrenbauer versteigert. Der Erlös der erfolgreichen Auktion von über 15.000,- € kam zu 75 Prozent den Teilnehmern des Wettbewerbs und zu 25 Prozent dem Kinderhilfswerk Plan International Deutschland e.V. zugute.
Die Durchführung des Kunstwettbewerbs wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Sponsoren braun- Ideen aus Stein, Mainau GmbH, Harold Scholz & Co. GmbH, BetonMarketing Süd GmbH, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG, NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller GmbH + Co. KG, Johannes KellerBau GmbH + Co. KG, Nagel Baumaschinen Ulm GmbH, Mediaplan Bader GmbH, Medienservice Laupheim und Mareis Druck Weißenhorn. Ideeller Träger des Kunstwettbewerbs war in diesem Jahr das Europäische KulturForum Mainau e.V., Schirmherrin von „Artist at Work“ war Gräfin Bettina Bernadotte. Zur Jury gehörten Prof. Ottmar Hörl, Päsident Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg, Prof. Dr. Ludger Hünnekens, Rektor Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, Prof. Ulrich Klieber, Rektor Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle, Dr. Barbara Stark, Leiterin Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz, und Hans Thomann, Künstler aus St. Gallen.
„Invasion der Gartenzwerge“
Quelle:
Albrecht Braun GmbH
