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15.02.2011
Faserbetone für Tragwerke
Neues Fachbuch erschienen.
Die Verwendbarkeit von Faserbetonen für Tragwerke beruht auf zwei großen Entwicklungssträngen. Zum ersten betrifft das dünne Bauteile aus faserhaltigen Feinbetonen, die mit der historisch gewachsenen Sammelbezeichnung Faserzement gekennzeichnet werden. Sie können Polymerfasern, Glasfasern oder auch andere Arten von Fasern enthalten. Dafür gibt es ein eigenständiges technisches Regelwerk, in dem experimentelle und ansatzweise auch rechnerische Nachweisverfahren beschrieben werden. Zum zweiten werden Faserbetone für Tragwerke im Sinne des Stahlbetonbaus verwendet, die prinzipiell nicht anders als faserfreier Beton im Betonmischer hergestellt werden. Ein dafür eigenständiges technisches Regelwerk beschreibt nicht nur die Stoffkomponenten wie Stahl- oder Polymerfasern, sondern auch experimentelle und rechnerische Nachweise für die Faserwirkung als Substitution von Stabstahl oder als Ergänzung dazu. Das Buch stellt Verbindungen zwischen den beiden unterschiedlichen Entwicklungssträngen durch eine geeignete Auswertung des unterschiedlichen technischen Regelwerks her. In beiden Teilbereichen gibt es hochinnovative Entwicklungen, die Planern, Bauausführenden und Betontechnologen neue bautechnische Möglichkeiten eröffnen. Im Buch werden ausführliche Erklärungen zum Verständnis der unterschiedlichen Formen von Faserwirkungen im Betongefüge baustofflich fundiert vermittelt.
Klappentext
Sind Faserbetone wirklich Ingenieurbaustoffe?
Dies behandelt der Autor vor dem Hintergrund eines breiten Wissens, das er in langjähriger Forschungs- und Fachgremientätigkeit erarbeitet und zusammengetragen hat. Damit wird erstmalig eine Gesamtschau möglich, die es bisher in dieser Form nicht gibt, auch und vor allem nicht im technischen Regelwerk. Es werden dabei nicht nur die Arten von Faserbetonen vorgestellt,es wird auch die enge baustoffliche Verzahnung der Faserbetone mit Bauprodukten aus Faserzement und aus Textilbeton aufgezeigt.
Die Erläuterung von beanspruchungsbedingten Wirkungsmechanismen ist ein besonderes Anliegen des Verfassers. Dabei ist vor allem die Fähigkeit von Fasern, Risse kräfteleitend zu überbrücken, von vorrangigem Interesse. Zwar sind diese Mechanismen bei Kurzfasern von denjenigen der bekannten Bewehrungswirkung signifikant verschieden; dennoch ist es unter bestimmten einschränkenden Bedingungen regelwerkskonform möglich, Fasern so zu behandeln, als seien sie ein konventioneller Bewehrungsbestandteil. Die Gründe dafür findet man aufgrund von Kenntnissen über betontypische Rissbildungs- und Rissöffnungsvorgänge, die vom Mikroriss zum Makroriss führen – und zwar bei Betonen gnerell, nicht nur bei faserhaltigen Betonen. Der Verfasser legt dies auf Grundlage von einschlägigen Forschungsergebnissen dar. Er erklärt damit die Möglichkeiten und Grenzen der Vorgehensweise im heutigen technischen Regelwerk, die Wirksamkeit von Fasern in Faserbetonen mittels einfacher Materialprüfungen nachzuweisen und Klassifizierungen für diese Baustoffe herzuleiten.
Europäische und nationale Normen nehmen sich der Faserbetone zurzeit noch eher zögerlich an. Zwar gibt es einige Normen sowie einige nationale Merkblätter und Richtlinien. Ein geschlossenes Regelwerk zu Faserbetonen fehlt allerdings noch weitgehend. Das Buch will dazu beitragen, diesem Mangel entgegenzuwirken und das Verständnis von Planern und von Betontechnologen für Faserbetone zu fördern - ein simples Rezeptbuch ist es nicht.
Schorn
2010, 203 S., 16,5 x 23,5 cm,
101 Abb., 11 Taf., geb.
€ 49,80 / sFr 81,00
ISBN 978-3-7640-0508-5
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Quelle:
Verlag Bau+Technik GmbH