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07.09.2009

Wohnungsmangel in Deutschland: Bauverbände wollen vorbeugen

In Deutschland werden immer weniger Wohnungen gebaut. In Städten wie München,
Frankfurt und Düsseldorf steigen die Mieten und erste Wohnungsengpässe zeichnen
sich ab. Vor diesem Hintergrund haben sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
(HDB), der Zentralverband des Baugewerbes (ZDB) und die Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) erstmalig zu einer gemeinsamen wirtschaftspolitischen
Initiative, der „Initiative Wohnungsbau in Deutschland“, zusammengetan.

„Wir brauchen in der nächsten Legislaturperiode eine Neuausrichtung der Wohnungsbauförderung. Neben die erfolgreiche Förderung der Wohnungsmodernisierung
muss künftig auch die Förderung des Abrisses und Neubaus von Ersatzwohnungen
treten“, sagt Herbert Bodner, Präsident des HDB auf einer gemeinsamen
Pressekonferenz am 3. September 2009. Sonst seien insbesondere in den Ballungszentren
Wohnungsengpässe nicht mehr zu vermeiden.

Die Zahl der neu erstellten Wohnungen lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts
im vergangenen Jahr bei nur 155 820. Vier Jahre zuvor wurden noch rund
100 000 Wohnungen mehr fertiggestellt. Der Staat hatte sich in den letzten Jahren
immer mehr aus der steuerlichen Förderung des Mietwohnungsbaus zurückgezogen.

„Im Mietwohnungsbau sind angesichts schwacher Renditen höhere Abschreibungssätze
erforderlich. Mit dem Neubau von Mehrfamilienhäusern ist eine mit anderen
Anlageformen vergleichbare Rendite nicht zu realisieren. Deshalb muss der Abschreibungssatz in den ersten Jahren von derzeit 2 auf 4 Prozent verdoppelt werden“,
sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel. Dazu komme der beschäftigungspolitische
Effekt. „10 000 zusätzliche Wohnungen jährlich schaffen Beschäftigung
für rund 30 000 Arbeitnehmer“, sagt der Gewerkschafter.

„Gerade der Ein- und Zweifamilienhausbau hat seit Abschaffung der Eigenheimzulage
und Erhöhung der Umsatzsteuer eine regelrechte Talfahrt erlebt. Wir regen deshalb
eine nachgelagerte Besteuerung für selbstgenutztes Wohneigentum an. Außerdem
müssen Handwerkerleistungen im Bestand genauso steuerlich gefördert werden
wie die sog. ‚haushaltsnahen Dienstleistungen’“, betont ZDB-Präsident Hans-Hartwig
Loewenstein.

Quelle:

Gemeinsame Presse-Information von:
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
www.bauindustrie.de

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
www.igbau.de

Zentralverband Deutsches Baugewerbe
www.zdb.de


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