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28.05.2008
Wachsender Zementverbrauch und steigende Energiekosten
Jahresmitgliederversammlung der Zementindustrie in Baden-Baden
Zuversichtliche Erwartungen für den Zementverbrauch 2008 einerseits - Sorgen um erhebliche Belastungen der energieintensiven Zementproduktion durch steigende Strompreise und EU-Pläne zur künftigen Gestaltung des Emissionshandels andererseits: In diesem ambivalenten Stimmungsklima treffen sich am 28. Mai 2008 in Baden-Baden rund 150 Führungskräfte der deutschen Zementbranche zur turnusmäßigen gemeinsamen Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ) und des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ). Die Gespräche der Top-Entscheider werden sich daher um die Chancen und Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit der Zementherstellung, aber auch der energieintensiven Industrieproduktion hier zu Lande insgesamt, drehen.
Bauwirtschaft und Baustoffindustrie können dabei insbesondere mit Blick auf Energieeffizienz und CO2-Minderungspotenziale im Gebäudesektor zum Schutz von Klima und Umwelt beitragen. „Das funktioniert aber nicht, wenn nur über Varianten verschärfter Belastungen für die energieintensiven Wirtschaftszweige diskutiert wird“, warnt BDZ-Präsident Andreas Kern. Eine faire und effiziente Lastenverteilung im Rahmen einer zukunftsfähigen Klimapolitik müsse vielmehr sicherstellen, dass die industrielle Basis des Wirtschaftsstandorts Deutschland nicht durch Maßnahmen zerstört werde, die einer gigantischen „Strafsteuer“ gleichkämen.
So drohe der Vorschlag der EU-Kommission zur künftigen Regelung des CO2-Emissionshandels ab 2013 eine Kostenlawine für die deutschen Zementhersteller loszutreten. Jährliche Kostenbelastungen in Höhe von rund 900 Mio. Euro - das entspreche knapp der Hälfte des aktuellen Jahresumsatzes - könnten hiernach auf die Branche zukommen. Wenn die Zementindustrie ab 2013 schrittweise in die Versteigerung von Emissionsrechten einbezogen würde, wäre eine Verlagerung von Produktion und damit von CO2-Emissionen in Länder, die nicht am Emissionshandel teilnehmen, vorprogrammiert, befürchtet Kern. Besser wäre die Zuteilung von CO2-Zertifikaten auf Basis durchaus anspruchsvoller, aber fairer sektoraler Benchmarks, bei denen die Emissionen angemessen berücksichtigt werden müssten, die sich prozessbedingt nicht weiter reduzieren lassen. Der europäische Emissionshandel würde dabei nicht verlieren, sondern an Kosteneffizienz und Zielgenauigkeit gewinnen.
Für die Zementindustrie habe diese Frage höchste standortpolitische Priorität. Sie belaste die Perspektiven der Branche, nach der „Delle“ im Vorjahr ab 2008 wieder Fahrt aufzunehmen. Angesichts des kräftigen Rückgangs beim Wohnungsbau war der Zementverbrauch in Deutschland in 2007 mit 27,2 Mio. Tonnen um 5,9 Prozent unter den Vorjahreswert gefallen. Der Umsatz stieg zwar auf 2,1 Mrd. Euro oder gut 13 Prozent gegenüber 2006. Allerdings standen diesem Zuwachs beträchtliche Kostensteigerungen, vor allem beim Produktionsfaktor Energie gegenüber. Nach den Prognosen des Verbandes wird in 2008 wieder mit einem Anstieg des Zementverbrauchs in Deutschland um 5 Prozent gerechnet.
Quelle:
Bundesverband der Deutschen Zementindustrie
Ihre Ansprechpartner:
Susanne Hoffmann, Bundesverband der Deutschen Zementindustrie,
Telefon: 030 / 28002 - 225, Fax: 030 / 28002 - 250
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