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10.11.2009

Perspektiven für den Bau 2010

Die Rezession setzt dem Bau auch 2010 schlechte Rahmenbedingungen, jedoch mit sehr unterschiedlichen Auswirkungen in den einzelnen Bausparten. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Prognose der Münchner Baumarktforschung zur Baukonjunktur. Die positive Nachricht vorneweg: Im Wohnungsbau deutet sich nach dem historischen Tiefstand eine deutliche Erholung an. Weitere Kernpunkte der Analyse: Im Wirtschaftsbau zeichnet sich weiterhin keine Stabilisierung ab, während die Sonderkonjunktur im Tiefbau erst verspätet kommen wird, aber eng befristet. Welche Entwicklungsraten sind in den verschiedenen Sparten zu erwarten?

Im Wohnungsneubau zeichnen sich im Vergleich zum historischen Tief im Vorjahr besonders hohe Zuwachsraten ab. HD Vorberg, Baukonjunkturexperte der Münchner Baumarktforschung, kommentiert: "Die aktuellen Baugenehmigungen bis September 2009 lassen erkennen, dass die Neubauprojekte wieder erhöht werden. Unsere noch nicht endgültige These: Anlagen in Immobilien werden in Zeiten der Vermögensverluste und drohender Inflation wieder eine interessante Alternative."

Der Wohnungsneubau verlässt überraschend die Talsohle
Die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser werden im zweiten Halbjahr 2009 bereits wieder Anstiegsraten von insgesamt circa 10 Prozent aufweisen. Gemäß den Detailanalysen der Münchner Forscher liegen Bonn, Erftkreis und Schleswig an der Spitze. Für 2009 insgesamt zeichnet sich eine Stabilisierung der Eigenheim-Nachfrage ab, für 2010 ist bei konjunktureller Erholung mindestens ein Plus von 10 Prozent anzunehmen.

Auch die Bauchancen für Mehrfamilienhäuser nehmen wieder zu. Die Baugenehmigungen werden hier insgesamt bereits im zweiten Halbjahr 2009 um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Ganz klar an der Spitze liegen aktuell die Städte Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und der Mettmann-Kreis mit hohen Zuwachsraten. Im Ausblick auf 2010 dürften Neubauimmobilien wieder verstärkt in den Fokus geraten.

Der Wirtschaftsbau bleibt in der Rezession, der öffentliche Hochbau weiter im Plus

Nach einem Genehmigungs-Crash von rund -25 Prozent im Jahr 2009 schrumpft der Wirtschaftsbau auch im kommenden Jahr, aber nur mehr einstellig. Sorgenkind bleiben der Industrie- und Gewerbebau, naturgemäß mit krassen regionalen Unterschieden. Die größten Bauvolumina melden München und Hamburg. Eine Stabilisierung der Baugenehmigungen im Nichtwohnungsbau ist erst ab Mitte 2010 zu erwarten. Die positive Annahme: Immerhin wird die Realisierungsquote 2010 wieder zunehmen.

Schon 2009 war der öffentliche Hochbau ein kleiner Lichtblick im sonst düsteren Nichtwohnbau. Für 2010 erwartet die Baumarktforschung ein weiteres Plus bei den Projekten der öffentlichen Bauherren und Organisationen ohne Erwerbszweck.

Sanierungen und Modernisierungen 2010: Anhaltende Zuwachsraten
Sanierungen und Modernsierungen ziehen laut Prognose weiter an. Der Schwerpunkt wird dabei sicher auf den geförderten Energiespar-Investitionen liegen. Ein konkretes Indiz für die Stabilität bzw. das Wachstum dieses Marktes sind auch die größeren, in der Regel. genehmigungspflichtigen Altbaumaßnahmen. Wertmäßig, gemessen an den veranschlagten Baukosten, ergibt sich schon 2009 ein deutliches Plus. Auch für 2010 sind Zuwachsraten zu erwarten.

Tiefbau 2010: Sonderkonjunktur mit Verspätung - aber eng befristet

Im Tiefbau ist 2009 das Jahr der Enttäuschung, wie nicht nur die Auftragsvergaben belegen. Nach der Wartehaltung mit Vergabestopp waren die Auftragseingänge in den ersten acht Monaten noch real rückläufig - trotz der staatlichen Fördermittel bzw. Konjunkturpakete. Der Straßenbau wird sich besser entwickeln, zumal in Ostdeutschland.

Auf das Jahr 2009 hochgerechnet erwarten die Münchner Experten real Stagnation im Tiefbau. Erst 2010 setzt die Sonderkonjunktur ein - aber eng befristet: Denn die Defizite von Staat und Kommunen lassen bereits 2011 wieder harte Rückschläge im Tiefbau befürchten.

Hintergrund

Die Münchner Baumarktforschung ist ein inhabergeführtes Forschungsinstitut mit den Schwerpunkten Baukonjunktur und Baustoffe. Die Prognose der Bauentwicklungen in den einzelnen Sparten basiert auf den Analysen und Projektionen der harten Frühindikatoren, insbesondere die Baugenehmigungen und Auftragseingänge.

Mehr Informationen: 
BauInfoConsult GmbH
Luegallee 7
D-40545 Düsseldorf
T. + 49 211 301 559 0
F. + 49 211 301 559 20
E. info[dont like]@[spam]bauinfoconsult.de
W. www.bauinfoconsult.de


Quelle: BauInfoConsult GmbH


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