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06.10.2009 Konjunktur durch Investitionsanreize für den Wohnungsbau stärken Krise in der Baustoffindustrie nicht überwunden/Forderungen der gesamten Bauwirtschaft und der IG BAU vorgelegt
Die Wirtschaftskrise hinterlässt auch in der Baustoffindustrie tiefe Spuren. Im laufenden Jahr hat die Branche massive Einbrüche bei Produktion, Umsatz und Beschäftigung zu verzeichnen:
Die Produktion ging von Januar bis Juli 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -15,7 Prozent zurück. Gleichzeitig nahm der Umsatz um -12,2 Prozent ab, die Beschäftigung sank um -4,7 Prozent. „Der Nachfrageeinbruch ist inzwischen so groß, dass die Beschäftigung nicht mehr gehalten werden kann“, sagte Dr.-Ing. Gernot Schaefer, Präsident des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden e.V., BBS. Die Branche ist vor allem von der Baunachfrage abhängig. Allein die Auftragseingänge des Bauhauptgewerbes sanken von Januar bis Juli 2009 um -11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Durch die Konjunkturpakete, die allmählich ihre Wirkung entfalten, können lediglich Teile der wegbrechenden Nachfrage kompensiert werden. Sie stützen insbesondere die Unternehmen der Branche, die Produkte für die Gebäudesanierung und den Tiefbau liefern.
„Wir brauchen neben Investitionen in die Infrastruktur eine nachhaltige Ankurbelung des Wohnungsbaus, um die konjunkturelle Entwicklung zu beleben“, betonte Schaefer. Hierbei gehe es nicht alleine um bedrohte Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft. Vielmehr komme es auch darauf an, zunehmende Engpässe bei der Wohnungsversorgung in den Ballungs-zentren zu beseitigen. Mit 156.000 neu gebauten Wohnungen wurde 2008 ein historischer Tiefstand erreicht; und mit nur noch zwei neuen Wohnungen je 1.000 Einwohner war Deutschland erneut Schlusslicht in Europa. Auch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ist der Auffassung, dass so der Wohnungsbedarf bei weitem nicht gedeckt werden kann.
Hinzu kommt, dass viele Wohnungen speziell der 50er- und 60er-Jahre nicht mehr den energetischen Anforderungen und den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen – etwa bei Raumzuschnitt und Raumhöhe. „Hier können wir nicht allein auf eine Erhöhung der Sanierungsquote setzen. Vielmehr sollten wir uns in den Fällen, wo es wirtschaftlich mehr Sinn macht, für den Ersatzneubau entscheiden, d. h. für den Abriss nicht sanierungsfähiger Bausubstanz und einen bedarfsgerechten Neubau an gleicher Stelle“, sagte Schaefer. Laut einer Studie des Pestel Instituts müssten einschließlich Ersatzneubau jährlich bis zu 400.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Positiver arbeitsmarkt- und finanzpolitischer Effekt: 745.000 Menschen würden so zusätzlich Beschäftigung finden. Zudem könnte der Staat bis zu 20 Milliarden Euro an Sozialabgaben und Steuern als Mehreinnahmen verbuchen.
In der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ ruft die gesamte Bauwirtschaft einschließlich der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt die künftige Bundesregierung unter anderem auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:
1. Verdoppelung des Abschreibungssatzes im Mietwohnungsbau von zwei auf vier Prozent. 2. Steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen im Wohnungsbestand und beim Neubau. 3. Gleichstellung der Förderung von Abriss/Neubau mit Sanierungsmaßnahmen im Bestand.
Das Positionspapier der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ finden Sie unter: http://www.bvbaustoffe.de/webseite/downsload/Impulse-Positionspapier-06-10-09.pdf
Quelle: Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden

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